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Sport zur Raucherentwöhnung: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Regelmäßige körperliche Aktivität, wie Ausdauer- oder Krafttraining, wird oft als unterstützende Maßnahme bei der Raucherentwöhnung diskutiert. Es wird angenommen, dass Sport Entzugssymptome und das Verlangen nach Zigaretten lindern kann.

Zudem könnte körperliche Aktivität dabei helfen, die häufig mit einem Rauchstopp einhergehende Gewichtszunahme zu kontrollieren.

Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews aus dem Jahr 2019. Die Autoren untersuchten, ob Sportprogramme allein oder in Kombination mit Entwöhnungsprogrammen zu einer langfristigen Rauchabstinenz führen.

Empfehlungen

Der systematische Cochrane Review analysierte 24 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 7279 erwachsenen Teilnehmern. Die meisten Studien kombinierten ein überwachtes Ausdauertraining mit kognitiver Verhaltenstherapie.

Hauptergebnisse der Meta-Analyse

Die Auswertung der Studien ergab keine signifikante Überlegenheit durch zusätzliche Sportprogramme. Die Ergebnisse für die beiden Hauptfragestellungen stellen sich laut Review wie folgt dar:

Klinische FragestellungIntervention vs. KontrolleRelatives Risiko (95 % KI)Evidenzqualität
RaucherentwöhnungSport + Support vs. Support allein1,08 (0,96 - 1,22)Niedrig
RückfallpräventionSport + Prävention vs. Prävention allein0,98 (0,65 - 1,47)Sehr niedrig

Einfluss der Sportart

Es wird berichtet, dass die Art der körperlichen Betätigung keinen signifikanten Einfluss auf die Erfolgsquote hat. Die Analyse fand keine Unterschiede zwischen folgenden Subgruppen:

  • Ausschließliches Ausdauertraining

  • Ausschließliches Krafttraining

  • Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining

Schlussfolgerungen der Autoren

Laut dem Review gibt es derzeit keine Evidenz dafür, dass die Ergänzung einer Raucherentwöhnung durch Sport die Abstinenzraten verbessert. Die Autoren betonen jedoch, dass die aktuelle Datenlage unzureichend ist, um einen moderaten Nutzen sicher auszuschließen.

Aufgrund von Verzerrungsrisiken (Bias), Ungenauigkeiten und möglichem Publikationsbias wird die Evidenz als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Zukünftige Studien könnten diese Schlussfolgerungen verändern.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Sport allgemeine gesundheitliche Vorteile bietet, zeigt die aktuelle Evidenz, dass er die Abstinenzraten bei der Raucherentwöhnung nicht signifikant steigert. Der Fokus der Behandlung liegt daher weiterhin primär auf etablierten, kognitiv-verhaltenstherapeutischen Entwöhnungsprogrammen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz dafür, dass zusätzliche Sportprogramme die langfristigen Abstinenzraten bei der Raucherentwöhnung signifikant verbessern. Die Erfolgsquoten waren mit und ohne Sport statistisch vergleichbar.

Die Meta-Analyse zeigte keine Unterschiede zwischen verschiedenen Sportarten. Weder Ausdauertraining noch Krafttraining oder eine Kombination aus beidem führten zu signifikant besseren Entwöhnungsraten.

Der Review fand keine Belege dafür, dass körperliche Aktivität bei Personen, die kürzlich mit dem Rauchen aufgehört haben, vor einem Rückfall schützt. Die Evidenzqualität für diese spezifische Fragestellung wurde jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Es wird angenommen, dass körperliche Aktivität Entzugssymptome lindern und das Verlangen nach Zigaretten reduzieren kann. Zudem kann Sport dabei helfen, die häufig auftretende Gewichtszunahme nach einem Rauchstopp zu kontrollieren, auch wenn der direkte Effekt auf die Abstinenzrate gering ist.

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Quelle: Cochrane Review: Exercise interventions for smoking cessation (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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