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Nadelstichverletzungen: Cochrane Review zu Schulungen

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Medizinisches Fachpersonal ist im klinischen Alltag einem erhöhten Risiko für Infektionskrankheiten ausgesetzt. Diese werden häufig durch Nadelstichverletzungen oder den Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten übertragen.

Um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten, kommen weltweit verschiedene Schulungs- und Trainingsmaßnahmen zum Einsatz. In einigen Ländern sind diese Programme ein verpflichtender Bestandteil der beruflichen Weiterbildung.

Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2021 evaluierte die Effektivität solcher Interventionen. Ziel war es zu prüfen, ob Schulungen die Inzidenz von Nadelstichverletzungen und Spritzern im Vergleich zu keiner oder einer alternativen Intervention senken können.

Empfehlungen

Inzidenz und Erfassung

Die Auswertung der eingeschlossenen Studien zeigt deutliche Unterschiede in der Erfassung von Nadelstichverletzungen. Laut Review variieren die Basisraten je nach Erhebungsmethode erheblich:

  • Krankenhausregister verzeichnen 43 bis 203 Verletzungen pro 1000 Beschäftigten pro Jahr

  • Fragebogenbasierte Erhebungen zeigen mit 1800 bis 7000 Verletzungen pro 1000 Beschäftigten pro Jahr deutlich höhere Raten

Effekte von Schulungsmaßnahmen

Die untersuchten Interventionen umfassten interaktive Demonstrationen, Präsentationen, webbasierte Informationssysteme und Marketinginstrumente. Der Review kommt zu folgenden Ergebnissen hinsichtlich der Wirksamkeit:

  • In kontrollierten klinischen Studien zeigte sich nach zwei Monaten ein Rückgang der Verletzungen (sehr niedrige Evidenzqualität)

  • Eine cluster-randomisierte Studie ergab nach zwölf Monaten eine Reduktion, die jedoch statistisch nicht signifikant war (niedrige bis sehr niedrige Evidenzqualität)

  • Zeitreihenanalysen deuten auf einen unmittelbaren Rückgang der Verletzungsrate nach der Intervention hin

Wissenszuwachs und Verhaltensänderungen

Es gibt Hinweise darauf, dass Schulungen kurzfristig zu positiven Veränderungen im Wissen und Verhalten bezüglich der Prävention führen. Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz hierfür sehr gering ist und eine hohe Unsicherheit bezüglich dieses Effekts besteht.

Zudem konnten in keiner der Studien Spritzer-Expositionen isoliert analysiert oder Raten von blutübertragenen Infektionen bei Personal oder Patienten ausgewertet werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass die Dunkelziffer bei Nadelstichverletzungen hoch ist, da fragebogenbasierte Erhebungen ein Vielfaches der in Registern gemeldeten Fälle aufzeigen. Es wird hervorgehoben, dass für ein verlässliches Monitoring zukünftig validere Messmethoden etabliert werden müssen. Zudem wird die Entwicklung spezifischer Schulungskonzepte für Hochrisikobereiche als Priorität angesehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review können Schulungen zu einem leichten Rückgang der Verletzungsinzidenz führen. Der Effekt ist zwei bis zwölf Monate nach der Intervention messbar, die zugrundeliegende Evidenz ist jedoch von niedriger bis sehr niedriger Qualität.

Die meisten Studien nutzten eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Dazu gehörten interaktive Demonstrationen, edukative Präsentationen, webbasierte Informationssysteme sowie Marketinginstrumente.

Die gemeldeten Raten variieren stark je nach Erfassungsmethode. Während offizielle Krankenhausregister 43 bis 203 Fälle pro 1000 Beschäftigten jährlich erfassen, zeigen anonyme Fragebögen Raten von 1800 bis 7000 Verletzungen.

Diese Frage konnte durch den Review nicht beantwortet werden. Keine der eingeschlossenen Studien berichtete über die tatsächlichen Raten von blutübertragenen Infektionen bei Patienten oder dem Personal.

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Quelle: Cochrane Review: Education and training for preventing sharps injuries and splash exposures in healthcare workers (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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