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Ovarialkarzinom: Cochrane Review zu NACT vs. primärer OP

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epitheliale Ovarialkarzinome werden meist in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Standardbehandlung besteht traditionell aus einer primären zytoreduktiven Operation (Primary Debulking Surgery, PDS) gefolgt von einer platinbasierten Chemotherapie.

Ein alternativer Ansatz ist die neoadjuvante Chemotherapie (NACT) vor der Operation. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht, ob dieser Ansatz Vorteile für Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO-Stadium III/IV) bietet.

Dafür wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) analysiert, die NACT mit anschließender Operation (Interval Debulking Surgery, IDS) gegenüber der klassischen PDS mit anschließender Chemotherapie vergleichen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende Kernaussagen zur Therapiewahl beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom:

Überleben und Progression

Es zeigt sich kein wesentlicher Unterschied im Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) zwischen der neoadjuvanter Chemotherapie (NACT) und der primären Operation (PDS) (moderate Evidenz).

Auch beim progressionsfreien Überleben (Progression-free Survival, PFS) gibt es laut Review kaum oder keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsstrategien (moderate Evidenz).

Chirurgische Morbidität und Komplikationen

Die Daten deuten darauf hin, dass NACT im Vergleich zur PDS das Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (SAE Grad 3+) rund um den Operationszeitpunkt senkt.

Endpunkt / KomplikationEffekt durch NACT (vs. PDS)Evidenzgrad
Postoperative MortalitätDeutlich reduziert (RR 0,18)Moderat
InfektionenReduziert (RR 0,30)Moderat
StomaanlageWahrscheinlich reduziert (RR 0,43)Moderat
DarmresektionWahrscheinlich reduziert (RR 0,49)Moderat
BluttransfusionMöglicherweise reduziert (RR 0,80)Niedrig
Venöse ThromboembolieMöglicherweise reduziert (RR 0,28)Niedrig

Lebensqualität und Therapieentscheidung

Die Ergebnisse zur Lebensqualität sind laut Review inkonsistent und ungenau (sehr niedrige Evidenz), sodass hieraus keine klaren Schlüsse gezogen werden können.

Es wird geschlussfolgert, dass die Therapieentscheidung individuell angepasst werden sollte. Dabei sind Faktoren wie chirurgische Resektabilität, Alter, Histologie, Tumorstadium und Allgemeinzustand zu berücksichtigen.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die neoadjuvante Chemotherapie (NACT) keinen Überlebensvorteil gegenüber der primären Operation bietet, geht sie mit einer signifikant geringeren perioperativen Morbidität einher. Es wird hervorgehoben, dass insbesondere das Risiko für Stomaanlagen, Darmresektionen und postoperative Mortalität unter NACT sinkt, was bei der Aufklärung und individuellen Therapieplanung berücksichtigt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es keinen wesentlichen Unterschied im Gesamtüberleben oder progressionsfreien Überleben zwischen neoadjuvanter Chemotherapie und primärer Operation.

Die neoadjuvante Chemotherapie reduziert das Risiko für schwere perioperative Komplikationen. Dazu gehören unter anderem eine geringere postoperative Mortalität sowie weniger Infektionen, Darmresektionen und Stomaanlagen.

Der Review analysierte Daten von Patientinnen mit einem fortgeschrittenen epithelialen Ovarialkarzinom im FIGO-Stadium III oder IV.

Die vorliegenden Daten zur Lebensqualität sind laut Review inkonsistent und von sehr niedriger Evidenz. Es lassen sich daraus keine verlässlichen Schlüsse für den Vergleich beider Strategien ziehen.

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Quelle: Cochrane Review: Chemotherapy versus surgery for initial treatment in advanced ovarian epithelial cancer (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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