Calcitonin bei Schilddrüsenknoten: Diagnostik des MTC
Hintergrund
Schilddrüsenknoten sind in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig, entpuppen sich jedoch nur selten als medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC). Die mediane Prävalenz des MTC bei Personen mit Schilddrüsenknoten liegt laut Studien bei lediglich etwa 0,23 bis 0,32 Prozent.
Calcitonin gilt als sensitiver Tumormarker für das MTC, da es von den C-Zellen der Schilddrüse produziert wird. Erhöhte Werte können jedoch auch durch andere Erkrankungen wie Schilddrüsenentzündungen, Niereninsuffizienz oder andere neuroendokrine Tumore verursacht werden.
Um die Spezifität zu erhöhen, wird neben dem basalen Calcitoninwert teilweise ein Stimulationstest (beispielsweise mit Pentagastrin oder Calcium) eingesetzt. Es besteht international kein Konsens darüber, ob ein routinemäßiges Screening mittels Calcitonin-Bestimmung bei allen Personen mit Schilddrüsenknoten sinnvoll ist.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist auf ein hohes Risiko für falsch-positive Befunde beim basalen Calcitonin-Screening hin. Es wird betont, dass bei einem Schwellenwert von 10 pg/ml ein Großteil der positiven Ergebnisse nicht auf ein medulläres Schilddrüsenkarzinom zurückzuführen ist. Vor einer chirurgischen Intervention sollte daher die Indikation streng geprüft werden, um unnötige Thyreoidektomien zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Bei einem Schwellenwert von 10 pg/ml schätzt der Cochrane Review die Sensitivität auf 100 %. Es wird jedoch angemerkt, dass dieser Wert durch methodische Schwächen in den Primärstudien (Verifikationsbias) überschätzt sein könnte.
Die Autoren schlussfolgern, dass die aktuelle Evidenz nicht für ein routinemäßiges Screening aller Personen mit Schilddrüsenknoten ausreicht. Ein gezielter Einsatz bei klinischem Verdacht oder unklaren Zytologie-Befunden wird als sinnvolle Alternative beschrieben.
Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist mit einer Prävalenz von unter 0,5 % bei Schilddrüsenknoten sehr selten. Selbst bei einer hohen Testspezifität führt diese niedrige Prävalenz zu einer hohen absoluten Zahl an falsch-positiven Ergebnissen.
Falsch-positive Ergebnisse können zu unnötigen Schilddrüsenoperationen führen. Diese Eingriffe bergen Operationsrisiken wie eine Schädigung des Nervus laryngeus recurrens, Hypoparathyreoidismus und die Notwendigkeit einer lebenslangen Hormonsubstitution.
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Quelle: Cochrane Review: Calcitonin testing for detection of medullary thyroid cancer in people with thyroid nodules (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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