Sichelzellkrankheit: Schlaganfallprophylaxe & Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Sichelzellkrankheit ist eine schwere genetische Bluterkrankung, die zu einer Verformung der roten Blutkörperchen führt. Diese starren, sichelförmigen Zellen können Blutgefäße blockieren und dadurch Gewebeschäden sowie starke Schmerzen verursachen.

Bei bis zu 10 % der betroffenen Kinder, insbesondere mit dem Genotyp HbSS, kommt es zu Schlaganfällen. Zur Identifikation von Hochrisikopatienten für einen ersten Schlaganfall wird häufig die transkranielle Dopplersonographie (TCD) zur Messung der Blutflussgeschwindigkeit eingesetzt.

Langzeit-Bluttransfusionen werden genutzt, um den Anteil der sichelförmigen Zellen im Blutkreislauf zu verdünnen und die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Diese Therapie geht jedoch mit Risiken wie einer Eisenüberladung und der Bildung von Antikörpern (Alloimmunisierung) einher.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass bei Kindern und Jugendlichen in der Sekundärprävention eine Umstellung von Langzeittransfusionen auf Hydroxyurea und Aderlass das Risiko für schwerwiegende Sichelzell-assoziierte Komplikationen erhöhen kann. Es wird betont, dass die potenziellen Vorteile einer Transfusionstherapie stets gegen die Risiken einer Eisenüberladung und Alloimmunisierung abgewogen werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review reduzieren Langzeit-Bluttransfusionen bei Hochrisikokindern ohne vorherige Transfusionstherapie wahrscheinlich das Risiko für einen ersten klinischen Schlaganfall. Die Evidenzqualität hierfür wird als moderat eingestuft.

Der Review zeigt, dass eine Umstellung auf Hydroxyurea und Aderlass in der Sekundärprävention mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse einhergehen kann. Die Auswirkungen auf die Eisenkonzentration in der Leber sind dabei laut Evidenz gering.

Die Leitlinie nennt als wesentliche Risiken der Transfusionstherapie die Alloimmunisierung sowie die Eisenüberladung. Letztere erfordert in der Regel eine konsequente Eisenchelationstherapie.

Der aktuelle Review stellt fest, dass es keine ausreichende Evidenz für das Management von Erwachsenen mit Sichelzellkrankheit gibt. Die eingeschlossenen Studien fokussierten sich primär auf Kinder und Jugendliche mit dem HbSS-Genotyp.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Blood transfusion for preventing primary and secondary stroke in people with sickle cell disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.