Anticholinerge Last: Prognose bei Demenz und MCI
Hintergrund
Älteren Menschen mit einer vorbestehenden Demenz oder leichten kognitiven Einschränkung (MCI) werden häufig Medikamente mit anticholinergen Eigenschaften verschrieben. Die kumulative Wirkung all dieser Medikamente wird als anticholinerge Last bezeichnet.
Es wird vermutet, dass eine hohe anticholinerge Last ein Risikofaktor für einen weiteren kognitiven Abbau oder neuropsychiatrische Störungen sein könnte. Letztere sind die häufigste Komplikation bei Demenz, die eine Krankenhauseinweisung erforderlich macht.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews. Die Übersichtsarbeit untersucht, ob die anticholinerge Last als prognostischer Faktor für unerwünschte klinische Endpunkte dient.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verordnung von Medikamenten an ältere Menschen mit kognitiven Einschränkungen wird empfohlen, die kumulative anticholinerge Last zu berücksichtigen. Laut Übersichtsarbeit ist eine hohe anticholinerge Last mit einem signifikant erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die verschiedenen Skalen zur Messung dieser Last in der Praxis oft nur eine geringe Übereinstimmung aufweisen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es Hinweise von niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass eine hohe anticholinerge Last das Sterberisiko bei Personen mit Demenz oder MCI erhöht. Für einen beschleunigten kognitiven Abbau konnten keine eindeutigen Schlüsse gezogen werden.
In der Forschung werden verschiedene Instrumente eingesetzt, am häufigsten die Anticholinergic Cognitive Burden (ACB) Scale. Die Übersichtsarbeit merkt an, dass die Übereinstimmung zwischen den verschiedenen Skalen oft unzureichend ist.
Obwohl neuropsychiatrische Störungen eine häufige Ursache für Krankenhauseinweisungen bei Demenz sind, liefert der Review hierzu keine Daten. Keine der eingeschlossenen Studien untersuchte diesen spezifischen Endpunkt.
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Quelle: Cochrane Review: Anticholinergic burden for prediction of cognitive decline or neuropsychiatric symptoms in older adults with mild cognitive impairment or dementia (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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