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aEEG bei Neugeborenen-Krampfanfällen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die konventionelle Video-Elektroenzephalographie (cEEG) gilt als Referenzstandard für die Diagnose von Krampfanfällen bei Neugeborenen. Da diese Methode auf Neugeborenen-Intensivstationen oft nicht durchgehend verfügbar ist, wird häufig die amplitudenintegrierte Elektroenzephalographie (aEEG) als Alternative eingesetzt.

Das aEEG ist eine vereinfachte Methode, die mit einer begrenzten Anzahl von Kopfhautelektroden arbeitet. Es ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der elektrischen Gehirnaktivität direkt am Krankenbett und kann auch von geschultem Pflegepersonal angelegt werden.

Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2025 untersucht die diagnostische Genauigkeit des aEEG im Vergleich zum cEEG. Ziel der Auswertung war es, die Zuverlässigkeit bei der Erkennung von betroffenen Neugeborenen sowie von einzelnen Anfallsepisoden zu bewerten.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Metaanalyse folgende Erkenntnisse:

Diagnostische Genauigkeit

Es wird berichtet, dass das aEEG zur Erkennung von Neugeborenen mit Krampfanfällen nur eine moderate diagnostische Genauigkeit aufweist. Die Erkennungsrate für einzelne Anfallsepisoden variiert laut den eingeschlossenen Studien stark und liegt zwischen 0 und 86 Prozent.

Die Metaanalyse liefert folgende gepoolte Werte für die Erkennung betroffener Neugeborener:

ParameterGepoolter Wert95%-Konfidenzintervall
Sensitivität (alle Studien)0,710,57 bis 0,83
Spezifität (alle Studien)0,840,59 bis 0,95
Sensitivität (geringes Bias-Risiko)0,560,02 bis 0,99
Spezifität (geringes Bias-Risiko)0,780,60 bis 0,90

Ursachen für Fehldiagnosen

Die Autoren des Reviews identifizieren verschiedene Faktoren, die zu falsch-negativen oder falsch-positiven Ergebnissen im aEEG führen können. Zu den häufigsten Ursachen für verpasste Krampfanfälle (falsch-negativ) zählen:

  • Eine kurze Dauer der Krampfanfälle

  • Eine Lokalisation der Anfälle abseits der aEEG-Ableitungen

  • Eine niedrige elektrische Spannung (Low Voltage)

  • Mangelnde Erfahrung der auswertenden Person

Falsch-positive Ergebnisse treten laut Review häufig bei einer Live-Auswertung am Krankenbett oder durch unerfahrene Auswerter auf. Zudem werden Artefakte durch Muskelbewegungen, Klopfen, Schluckauf oder unzureichend befestigte Elektroden als häufige Fehlerquellen genannt.

Klinische Einordnung

Der Review schlussfolgert, dass das aEEG möglicherweise nicht genau genug ist, um neonatale Krampfanfälle sicher zu diagnostizieren. Es wird darauf hingewiesen, dass eine alleinige Diagnose mittels aEEG zu einer Unter- oder Überdiagnostik führen kann. Dies birgt das Risiko einer unangemessenen oder unnötigen medikamentösen Therapie.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Auswertung eines aEEG am Krankenbett wird empfohlen, besonders auf Artefakte durch Muskelbewegungen, Schluckauf oder Pflegehandlungen zu achten. Der Cochrane Review warnt davor, dass diese Faktoren häufig zu falsch-positiven Befunden führen, was eine unnötige antikonvulsive Therapie zur Folge haben kann. Es wird betont, dass das aEEG das konventionelle EEG aufgrund der moderaten Sensitivität nicht gleichwertig ersetzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review liegt die gepoolte Sensitivität des aEEG zur Erkennung von Neugeborenen mit Krampfanfällen bei 71 Prozent. In Studien mit einem geringen Verzerrungsrisiko fällt dieser Wert sogar auf 56 Prozent ab.

Der Review nennt als häufige Gründe für falsch-negative Befunde eine kurze Anfallsdauer sowie eine Lokalisation der Anfälle abseits der wenigen aEEG-Elektroden. Auch eine niedrige elektrische Spannung und mangelnde Erfahrung der auswertenden Person können dazu führen, dass Anfälle nicht erkannt werden.

Falsch-positive Ergebnisse entstehen laut den Studiendaten häufig durch Bewegungsartefakte, Schluckauf oder Pflegehandlungen wie das Klopfen des Säuglings. Auch unzureichend befestigte Elektroden werden als häufige Fehlerquelle genannt.

Der Cochrane Review schlussfolgert, dass das aEEG aufgrund seiner nur moderaten Sensitivität und Spezifität nicht ausreichend genau ist. Es wird darauf hingewiesen, dass eine alleinige Nutzung des aEEG zu einer Über- oder Unterdiagnostik von Krampfanfällen führen kann.

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Quelle: Cochrane Review: Amplitude-integrated electroencephalography compared with conventional video-electroencephalography for detection of neonatal seizures (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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