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Abdomineller Ultraschall bei HIV-Tuberkulose: Cochrane

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Diagnosestellung einer Tuberkulose bei Menschen mit HIV gestaltet sich oft schwierig. Laut einem Cochrane Review weisen HIV-positive Personen häufiger extrapulmonale Tuberkuloseformen auf, weshalb sich die Diagnose oft auf bildgebende Verfahren stützen muss.

Der abdominelle Ultraschall wird in diesem Kontext häufig als diagnostisches Werkzeug eingesetzt. Dies schließt auch den Point-of-Care-Ultraschall bei Personen ein, bei denen der Verdacht auf eine abdominelle Tuberkulose oder eine disseminierte Tuberkulose mit abdomineller Beteiligung besteht.

Der Review untersucht die diagnostische Genauigkeit dieses Verfahrens bei HIV-positiven Personen ab 15 Jahren. Dabei wurden Studien ausgewertet, die den Ultraschall mit verschiedenen Referenzstandards (bakteriologische Bestätigung oder rein klinische Diagnose) verglichen haben.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus 11 eingeschlossenen Studien zusammen und formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur diagnostischen Genauigkeit:

Diagnostische Genauigkeit

Die Auswertung zeigt, dass die diagnostische Genauigkeit des Ultraschalls vom verwendeten Referenzstandard abhängt. Die zugrundeliegende Evidenz wird in beiden Fällen als sehr niedrig (very low-certainty) eingestuft.

ReferenzstandardSensitivitätSpezifität
Bakteriologische Bestätigung (höhere Qualität)63 %68 %
Klinische Diagnose (niedrigere Qualität)68 %73 %

Klinische Konsequenzen

Basierend auf einer hypothetischen Kohorte von 1000 HIV-positiven Personen mit einer Tuberkulose-Prävalenz von 20 % ergeben sich laut Review folgende Vorhersagewerte:

  • Von 382 Personen mit einem positiven Ultraschallbefund wären 256 (67 %) falsch-positiv.

  • Von 618 Personen mit einem unauffälligen Ultraschallbefund wären 74 (12 %) falsch-negativ.

Diagnostischer Algorithmus

Die Autoren schlussfolgern, dass ein negativer Ultraschallbefund nicht ausreicht, um eine Tuberkuloseerkrankung sicher auszuschließen.

Es wird empfohlen, die Ultraschallergebnisse immer in Kombination mit anderen diagnostischen Strategien zu bewerten. Dazu zählen klinische Zeichen, Röntgen-Thorax, der LF-LAM-Urintest sowie der Xpert MTB/RIF-Test.

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💡Praxis-Tipp

Aufgrund der niedrigen Sensitivität von 63 % warnt der Review davor, eine abdominelle Tuberkulose bei HIV-positiven Personen allein aufgrund eines unauffälligen Ultraschallbefundes auszuschließen. Es wird betont, dass die Sonographie stets in einen breiteren diagnostischen Algorithmus eingebettet werden sollte, der klinische Zeichen und spezifische Erregernachweise umfasst.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review liegt die gepoolte Sensitivität des abdominellen Ultraschalls bei 63 %, wenn eine bakteriologisch bestätigte Tuberkulose als Referenz dient. Die Spezifität wird in diesem Fall mit 68 % angegeben.

Nein, der Review schlussfolgert, dass die Sensitivität zu gering ist, um die Erkrankung sicher auszuschließen. Ein negativer Befund muss immer mit weiteren diagnostischen Tests kombiniert werden.

Die Autoren empfehlen die Kombination des Ultraschalls mit klinischen Zeichen und Röntgenaufnahmen des Thorax. Zudem wird auf spezifische Tests wie den LF-LAM-Urintest und Xpert MTB/RIF verwiesen.

Die Evidenz wird im Review als sehr niedrig eingestuft. Die eingeschlossenen Studien weisen häufig ein hohes oder unklares Verzerrungsrisiko auf.

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Quelle: Cochrane Review: Abdominal ultrasound for diagnosing abdominal tuberculosis or disseminated tuberculosis with abdominal involvement in HIV-positive individuals (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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