Chlamydia trachomatis: NAAT-Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von Infektionen mit Chlamydia trachomatis. Diese Bakterien verursachen weltweit die häufigsten bakteriellen sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
Ein Großteil der urogenitalen Infektionen verläuft asymptomatisch. Bei Frauen bleiben bis zu 90 Prozent, bei Männern etwa 70 Prozent der Fälle klinisch stumm.
Unbehandelt können aufsteigende Infektionen zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Dazu zählen bei Frauen die Pelvic Inflammatory Disease (PID), tubare Sterilität und extrauterine Schwangerschaften, sowie bei Männern Epididymitis und chronische Prostatitis.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von gepoolten Urinproben im Rahmen des Chlamydien-Screenings, da dies zu einem Sensitivitätsverlust von etwa 10 Prozent führt. Zudem wird vom Einsatz von CE-zertifizierten Point-of-Care-Schnelltests abgeraten, da deren diagnostische Genauigkeit für eine verlässliche klinische Entscheidung unzureichend ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Erststrahlurin das Material der ersten Wahl für den NAAT. Der Abstand zur letzten Blasenentleerung sollte dabei mindestens eine Stunde betragen.
Es wird eine Einmalgabe von 1,0 g oder 1,5 g Azithromycin oral empfohlen. Alternativ kann gemäß Leitlinie auf Erythromycin oder Amoxicillin ausgewichen werden.
Ein Kontroll-Abstrich mittels NAAT wird frühestens 8 Wochen nach Therapiebeginn empfohlen. Eine frühere Testung kann durch tote Bakterien-DNA falsch-positiv ausfallen.
Ja, die Leitlinie empfiehlt zwingend die Einbeziehung und Testung der Sexualpartner der letzten 6 Monate. Ist eine Testung nicht möglich, sollte eine blinde antibiotische Mitbehandlung erfolgen.
Nein, serologische Antikörpertests sind für akute urogenitale Infektionen ungeeignet. Sie werden laut Leitlinie nur bei Verdacht auf chronisch-invasive Verläufe wie das Lymphogranuloma venereum eingesetzt.
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Quelle: Infektionen mit Chlamydia Trachomatis (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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