Casirivimab/Imdevimab: Zusatznutzen bei COVID-19-Risiko

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung A22-48 evaluiert den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Casirivimab/Imdevimab zur Behandlung von COVID-19. Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht.

Voraussetzung für die Anwendung ist, dass die Erkrankten keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf aufweisen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt.

Das IQWiG weist darauf hin, dass die Wirksamkeit stark von der zirkulierenden Virusvariante abhängt. Bei Vorliegen der Omikron-Variante wird von einer Anwendung abgeraten, da In-vitro-Daten eine deutlich verringerte Neutralisationsaktivität zeigen.

Empfehlungen

Die Dossierbewertung des IQWiG formuliert basierend auf der Studienlage folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Erwachsene Patienten

Für erwachsene Risikopatienten ohne vollständige Immunisierung sieht das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies basiert auf folgenden Endpunktergebnissen:

  • Gesamtmortalität: Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen

  • Hospitalisierung aufgrund von COVID-19: Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen

  • Abklingen von Symptomen bei Personen ab 65 Jahren: Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen

  • Aufnahme auf eine Intensivstation: Ein Zusatznutzen ist nicht belegt

Jugendliche Patienten

Für Jugendliche im Alter von 12 bis unter 18 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg lagen dem IQWiG keine verwertbaren Daten vor. Folglich gilt der Zusatznutzen als nicht belegt.

Einschränkungen der Zielpopulation

Der bewertete Zusatznutzen gilt laut Bericht ausschließlich für Personen, die keine vollständige Immunisierung gegen SARS-CoV-2 aufweisen oder trotz Impfung komplexe Risikofaktoren besitzen. Für vollständig immunisierte Personen ohne komplexe Risikofaktoren ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Zudem wird betont, dass die Therapie bei Virusvarianten mit nachweislich reduzierter Empfindlichkeit nicht vom bewerteten Anwendungsgebiet umfasst ist. Dies betrifft insbesondere die Omikron-Variante.

Dosierung

Der IQWiG-Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung wie folgt:

WirkstoffDosisIndikationApplikationsweg
Casirivimab/Imdevimab600 mg / 600 mg (Einmalgabe)Behandlung von COVID-19 (innerhalb von 7 Tagen nach Symptombeginn)Intravenöse Infusion (bevorzugt) oder subkutane Injektion
Casirivimab/Imdevimab600 mg / 600 mg (Einmalgabe)Postexpositionsprophylaxe (so bald wie möglich nach Kontakt)Intravenöse Infusion (bevorzugt) oder subkutane Injektion

Es wird darauf hingewiesen, dass die subkutane Anwendung nur dann gewählt werden sollte, wenn eine intravenöse Gabe nicht möglich ist und zu einer Verzögerung führen würde.

Kontraindikationen

Der Bericht führt basierend auf der Fachinformation folgende Warnhinweise auf:

  • Bei Anzeichen einer klinisch signifikanten Überempfindlichkeitsreaktion oder Anaphylaxie ist die Anwendung sofort abzubrechen.

  • Es wird auf das Risiko infusionsbedingter Reaktionen (z. B. Übelkeit, Schüttelfrost, Schwindel, Hautausschlag) hingewiesen.

  • Bei Auftreten einer infusionsbedingten Reaktion kann die Infusion unterbrochen, verlangsamt oder abgebrochen werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist vor der Gabe von Casirivimab/Imdevimab zwingend die aktuell vorherrschende Virusvariante zu berücksichtigen. Es wird explizit davor gewarnt, die Antikörperkombination bei einer Infektion mit der Omikron-Variante einzusetzen, da hier eine stark verminderte Neutralisationsaktivität vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen beträchtlichen Zusatznutzen für erwachsene COVID-19-Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen. Dies gilt primär für Personen ohne vollständige Immunisierung oder mit komplexen Risikofaktoren.

Laut Dossierbewertung zeigen In-vitro-Daten eine deutlich verringerte Neutralisationsaktivität gegenüber der Omikron-Variante. Daher wird von einer Anwendung bei dieser Virusvariante abgeraten.

Die empfohlene Dosis beträgt einmalig 600 mg Casirivimab und 600 mg Imdevimab. Die Gabe erfolgt bevorzugt als intravenöse Infusion, kann aber in Ausnahmefällen auch subkutan verabreicht werden.

Für die Altersgruppe der 12- bis unter 18-Jährigen lagen dem IQWiG keine verwertbaren Studiendaten vor. Aus diesem Grund gilt ein Zusatznutzen für Jugendliche als nicht belegt.

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Quelle: IQWiG A22-48: Casirivimab/Imdevimab (COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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