CochraneIa2024

Brustkrebs-Früherkennung: Shared Decision Making (SDM)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Brustkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Frauen. Früherkennungsprogramme können die Mortalität senken, bergen jedoch auch Risiken wie Überdiagnosen und falsch-positive Befunde.

Shared Decision Making (SDM) wird zunehmend in klinischen Leitlinien empfohlen, um Frauen bei der Entscheidung für oder gegen ein Screening zu unterstützen. Dabei sollen evidenzbasierte Informationen mit den persönlichen Werten der Frauen verknüpft werden.

Der vorliegende Cochrane Review (2024) untersucht die Auswirkungen verschiedener SDM-Interventionen auf Zufriedenheit, Vertrauen und Wissen. Es wurden 19 Studien mit über 64.000 asymptomatischen Frauen mit durchschnittlichem oder leicht erhöhtem Risiko eingeschlossen.

Empfehlungen

Der systematische Review teilt die untersuchten Interventionen in drei Kategorien ein und bewertet deren Effekte.

InterventionsartEffekt auf WissenEinfluss auf EntscheidungskonfliktPsychologische Effekte
SDM (alle Komponenten)Ungewiss (sehr niedrige Evidenz)Nicht gemessenNicht gemessen
Verkürztes SDM (mit Werteklärung)Mögliche Verbesserung (niedrige Evidenz)Mögliche Reduktion (niedrige Evidenz)Kein Unterschied bei Ängsten
Erweiterte Kommunikation (ohne Werteklärung)Erhöhtes Wissen (hohe Evidenz)Möglicherweise geringeres VertrauenReduzierte Sorge vor Krebs

Vollständiges Shared Decision Making

Laut Review ist die Evidenz für Interventionen, die alle SDM-Komponenten umfassen, stark limitiert. Es zeigt sich ein ungewisser Effekt auf das Wissen der Frauen bezüglich des Startalters und der Häufigkeit des Screenings (sehr niedrige Evidenz).

Verkürzte SDM-Formen mit Werteklärung

Der Einsatz von Entscheidungshilfen, die persönliche Werte und Präferenzen einbeziehen, zeigt laut den Autoren folgende Tendenzen:

  • Mögliche Reduktion von Entscheidungskonflikten bei den Frauen

  • Wahrscheinliche Verbesserung des Wissens über alle Optionen

  • Möglicherweise höhere Raten an informierten Entscheidungen

  • Kein relevanter Unterschied bezüglich Ängsten oder Sorgen vor Krebs

Erweiterte Risikokommunikation

Interventionen, die Risiken kommunizieren, aber keine Werteklärung beinhalten, führen laut Review zu einem erhöhten Wissen (hohe Evidenz). Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass diese Form der Kommunikation zu einem geringeren Vertrauen in die getroffene Entscheidung führen kann.

Zudem wird bei dieser Form der Intervention eine reduzierte Sorge vor einer Krebserkrankung beobachtet. Ein signifikanter Unterschied bezüglich Depressionen oder generellen Ängsten konnte nicht festgestellt werden.

Forschungslücken

Die Autoren betonen, dass in den meisten Studien wichtige Endpunkte wie die Zufriedenheit mit dem Entscheidungsprozess oder die Arzt-Frau-Kommunikation nicht gemessen wurden. Es wird die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger randomisierter Studien hervorgehoben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review zeigt, dass eine reine Informationsvermittlung über Risiken ohne die Klärung persönlicher Werte das Vertrauen in die getroffene Entscheidung verringern kann. Es wird daher nahegelegt, bei der Aufklärung zur Brustkrebsfrüherkennung nicht nur Fakten zu vermitteln, sondern aktiv die individuellen Präferenzen der Frauen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review umfasst Shared Decision Making einen Prozess, bei dem Arzt und Frau gemeinsam auf Basis von Evidenz und persönlichen Werten eine Entscheidung treffen. Dies beinhaltet die Kommunikation von Risiken und Nutzen sowie die Klärung individueller Präferenzen.

Der Review zeigt, dass verkürzte Formen des Shared Decision Making sowie erweiterte Kommunikationsstrategien das Wissen der Frauen über die Screening-Optionen erhöhen können. Dies führt häufiger zu einer informierten Entscheidungsfindung.

Gemäß den ausgewerteten Studien führt die Nutzung von Entscheidungshilfen mit Werteklärung zu keinem relevanten Unterschied bei Ängsten. Erweiterte Risikokommunikation kann die generelle Sorge vor Krebs sogar reduzieren (hohe Evidenz).

Die Autoren des Reviews bemängeln, dass viele Interventionen lediglich auf Wissensvermittlung fokussieren. Die aktive Klärung von Werten und Präferenzen sowie die Messung der Zufriedenheit mit dem Entscheidungsprozess werden oft vernachlässigt.

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Quelle: Cochrane Review: Shared decision-making for supporting women's decisions about breast cancer screening (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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