Beckenbodendysfunktion: Prävention und Diagnostik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG210 befasst sich mit der Prävention, Beurteilung und nicht-operativen Behandlung der Beckenbodendysfunktion bei Frauen ab 12 Jahren. Sie zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und Risiken durch gezielte Maßnahmen zu minimieren.

Unter dem Begriff werden verschiedene Symptome zusammengefasst, bei denen die Beckenbodenmuskulatur nicht richtig funktioniert. Zu den häufigsten und am besten definierbaren Beschwerden zählen Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und der Beckenorganprolaps.

Weitere assoziierte Störungen umfassen Entleerungsstörungen von Blase und Darm, sexuelle Dysfunktion sowie chronische Beckenschmerzen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen Aufklärung und einer strukturierten konservativen Therapie.

Empfehlungen

Risikofaktoren

Die Leitlinie teilt die Risikofaktoren für eine Beckenbodendysfunktion in verschiedene Kategorien ein, über die Frauen aufgeklärt werden sollten:

KategorieSpezifische Risikofaktoren
ModifizierbarBMI > 25 kg/m², Rauchen, Bewegungsmangel, Obstipation, Diabetes
Nicht-modifizierbarAlter, familiäre Vorbelastung, gynäkologische Krebserkrankungen/Operationen, Fibromyalgie, chronische Atemwegserkrankungen
SchwangerschaftsbedingtAlter über 30 Jahre bei Geburt, vorangegangene Geburten
GeburtsbedingtVaginal-operative Entbindung, hintere Hinterhauptslage, aktive Austrittsphase > 1 Stunde, Analspinkterverletzung

Prävention

Zur Prävention wird eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und angepasster Flüssigkeitszufuhr empfohlen. Zudem wird allen Frauen ein lebenslanges Beckenbodentraining angeraten, um Symptomen vorzubeugen.

Für schwangere Frauen mit bestimmten Risikofaktoren (z. B. familiäre Vorbelastung) wird ein dreimonatiges, überwachtes Beckenbodentraining ab der 20. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Diagnostik in der Primärversorgung

Bei der Erstbeurteilung wird eine allgemeine Anamnese zu aktuellen und vergangenen Symptomen empfohlen. Darauf aufbauend sollte eine gezielte Untersuchung erfolgen, um andere Ursachen wie neurologische Erkrankungen, Infektionen oder Tumore auszuschließen.

Laut Leitlinie ist bei Frauen, die mehrere Medikamente einnehmen, eine strukturierte Überprüfung der Medikation durchzuführen.

Nicht-operative Therapie

Es wird ein gemeindebasiertes, multidisziplinäres Team-Konzept für das Management der Beckenbodendysfunktion empfohlen. Die Therapieplanung sollte gemeinsam mit der betroffenen Frau erfolgen.

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur konservativen Therapie:

  • Gewichtsreduktion bei einem BMI über 30 kg/m² zur Linderung von Harninkontinenz und Prolaps-Symptomen.

  • Reduktion des Koffeinkonsums bei überaktiver Blase oder Harninkontinenz.

  • Ein überwachtes Beckenbodentraining für mindestens 3 bis 4 Monate, abhängig von der spezifischen Symptomatik.

  • Unterstützendes Blasentraining bei Dranginkontinenz oder gemischter Inkontinenz.

Hilfsmittel

Ein Versuch mit intravaginalen Geräten bei Harninkontinenz wird nur dann empfohlen, wenn andere nicht-operative Optionen erfolglos waren.

Bei einem symptomatischen Beckenorganprolaps wird der Einsatz von Pessaren empfohlen. Dabei ist auf mögliche neu auftretende Belastungsinkontinenzen durch die Reposition des Prolapses zu achten.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, vaginales Diazepam zur Behandlung einer Beckenbodendysfunktion einzusetzen. Dies gilt laut Leitlinie auch für Frauen mit hohem Muskeltonus.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass mit anderen Therapieoptionen der Beckenbodendysfunktion nicht gewartet werden sollte, bis eine empfohlene Gewichtsreduktion erreicht ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Reposition eines Prolapses durch ein Pessar eine neue Belastungsinkontinenz demaskieren oder verursachen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei Belastungs- oder Mischinkontinenz ein überwachtes Training für mindestens 3 Monate empfohlen. Bei einem symptomatischen Beckenorganprolaps oder Stuhlinkontinenz sollte das Programm für mindestens 4 Monate angesetzt werden.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und angepasster Flüssigkeitszufuhr wird empfohlen, um die Stuhlkonsistenz zu verbessern und Verstopfungen zu vermeiden. Bei überaktiver Blase rät die Leitlinie zudem zu einer Reduktion des Koffeinkonsums.

Die Leitlinie gibt an, dass überwachte körperliche Aktivitäten wie Yoga oder Pilates die Symptome verbessern können. Es gibt keine Evidenz dafür, dass unüberwachter Sport wie Schwimmen oder Gehen die Beschwerden verschlechtert.

Ein Pessar wird für Frauen mit einem symptomatischen Beckenorganprolaps empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Pessar nur wirkt, solange es getragen wird, und dass es nicht zwingend bei begleitenden Blasen- oder Darmbeschwerden hilft.

Nein, die Leitlinie rät explizit vom Einsatz von vaginalem Diazepam ab. Dies gilt auch bei Patientinnen, die einen erhöhten Beckenbodenmuskeltonus aufweisen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Pelvic floor dysfunction (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.