ClariMedClariMed
American Thoracic Society (ATS)2019PneumologieSleep MedicineInnere Medizin

Angio-Seal-Versagen: Endovaskuläre Therapie (Fallserie)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Thoracic Society (ATS) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Angio-Seal-Verschlusssysteme verursachen in ca. 0,06 % der Fälle einen Verschluss der Arteria femoralis.
  • Ursachen sind meist ein zu kleines Gefäßkaliber, kalzifizierte Plaques oder intravaskuläres Kollagen.
  • Die offene chirurgische Revaskularisation birgt bei multimorbiden Patienten hohe perioperative Risiken.
  • Die endovaskuläre Überstentung der Okklusion bietet eine sichere und schnelle Alternative in Lokalanästhesie.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Arterielle Verschlusssysteme wie Angio-Seal werden häufig eingesetzt, um nach endovaskulären Eingriffen eine schnelle Hämostase und Frühmobilisation zu erreichen. Das System besteht aus drei bioabsorbierbaren Komponenten: einem Kollagenpfropfen, einem Polymeranker (Fußplatte) und einem verbindenden Faden. Obwohl die Fehlerraten gering sind, kann ein Versagen des Systems zu unkontrollierten Blutungen oder einem Verschluss der Arteria femoralis mit schwerer Beinischämie führen. Die Inzidenz eines Femoralisverschlusses durch ein solches Versagen liegt bei etwa 0,06 %.

Ursachen des Angio-Seal-Versagens

Das Angio-Seal-System ist für den Einsatz in stark erkrankten oder kleinlumigen Gefäßen kontraindiziert. Ein Gefäßverschluss entsteht primär durch folgende Mechanismen:

MechanismusBeschreibung
Unzureichendes GefäßkaliberDie Fußplatte wird in einem Lumen entfaltet, das zu klein ist, um den arteriellen Blutfluss an der Platte vorbei zu gewährleisten.
Kalzifizierte PlaquesDie Fußplatte verhakt sich an einem kalzifizierten Atherom an der Gefäßhinterwand und verursacht so eine Lumenokklusion.
Intravaskuläres KollagenDer Kollagenpfropfen wird versehentlich in den intravaskulären Raum statt in den perivaskulären Raum abgegeben.

Therapieoptionen im Vergleich

Historisch gesehen ist die offene chirurgische Revaskularisation der Goldstandard zur Behandlung von Verschlüssen der Arteria femoralis communis (CFA). Diese geht jedoch insbesondere bei älteren und multimorbiden Patienten mit signifikanten Risiken einher.

TherapieansatzVorteileNachteile / Risiken
Offene ChirurgieEtablierter Goldstandard für CFA-LäsionenMeist Vollnarkose erforderlich, Mortalität ca. 3,4 %, Wundkomplikationen ca. 8 %, Revisionsrate bis zu 10 %
Endovaskuläres StentingIn Lokalanästhesie durchführbar, schnelle Wiederherstellung des Blutflusses, geringere perioperative MorbiditätTheoretisches Risiko einer Stentfraktur durch externe Kompression über dem mobilen Hüftgelenk

Endovaskuläres Vorgehen (Stent-Implantation)

Als minimalinvasive Alternative zur offenen Operation beschreibt die vorliegende Fallserie die erfolgreiche endovaskuläre Behandlung mittels Stent-Implantation.

Das Vorgehen umfasst folgende Schritte:

  • Zugang: Retrograder Zugang über die kontralaterale Extremität oder die ipsilaterale Arteria profunda femoris.
  • Passage: Die durch die Fußplatte verursachte Okklusion wird mit einem Führungsdraht (z. B. 0,018-Zoll) und einem Katheter passiert.
  • Stenting: Implantation eines ballonexpandierbaren Bare-Metal-Stents (z. B. Nitinol-Stent). Der Stent drückt die Angio-Seal-Fußplatte gegen die Arterienwand, stellt das Lumen wieder her und sichert gleichzeitig die Hämostase.

Dieses Vorgehen bietet eine sichere und effektive Methode zur Revaskularisation, ohne die Notwendigkeit einer Vollnarkose oder der sofortigen Verfügbarkeit eines Gefäßchirurgen und eines Operationssaals.

💡Praxis-Tipp

Erwägen Sie bei einem Femoralisverschluss nach Angio-Seal-Einsatz primär einen endovaskulären Rettungsversuch mittels Stenting, um multimorbiden Patienten die Risiken einer offenen Operation in Vollnarkose zu ersparen.

Häufig gestellte Fragen

Die Inzidenz eines Femoralisverschlusses nach einem Angio-Seal-Einsatz liegt bei etwa 0,06 %.
Eine Entfaltung der Fußplatte in zu kleinen Gefäßen, das Verhaken an kalzifizierten Plaques oder die versehentliche intravaskuläre Freisetzung des Kollagenpfropfens.
In der Fallserie wurden ballonexpandierbare Bare-Metal-Stents (z. B. Nitinol-Stents) erfolgreich eingesetzt, um die Fußplatte gegen die Gefäßwand zu drücken.
Die offene Operation erfordert meist eine Vollnarkose und birgt bei älteren, multimorbiden Patienten signifikante Risiken, darunter eine Mortalität von 3,4 % und Wundkomplikationen in 8 % der Fälle.

Verwandte Leitlinien