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Nikotinabusus bei Jugendlichen: ATS-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Thoracic Society Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein routinemäßiges Screening auf Nikotin- und Tabakkonsum sollte bei allen Jugendlichen ab 10 Jahren erfolgen.
  • Verhaltensbasierte Beratung (Counseling) erhält als einzige Intervention eine starke Empfehlung.
  • Technologiebasierte Ansätze (z. B. SMS-Programme) werden bedingt empfohlen.
  • Für Vareniclin und Bupropion wird ein bedingter Therapieversuch empfohlen, während für Nikotinersatztherapien (NRT) kein Konsens gefunden wurde.
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Hintergrund

Der Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten bei Jugendlichen ist ein dringliches Gesundheitsproblem. Seit 2014 sind E-Zigaretten die am häufigsten genutzten Produkte in dieser Altersgruppe. Nikotin ist hochgradig abhängig machend, schädigt das sich entwickelnde Gehirn und erhöht das Risiko für einen späteren Konsum von brennbaren Zigaretten.

Die American Thoracic Society (ATS) hat 2025 eine Leitlinie zur Behandlung des Nikotinkonsums bei Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren veröffentlicht. Vorausgesetzt wird, dass ein routinemäßiges Screening auf alle Formen von Nikotin (inklusive E-Zigaretten und Nikotin-Pouches) sowie auf psychische Komorbiditäten ab dem 10. Lebensjahr stattfindet.

Übersicht der Therapieempfehlungen

Die Leitlinie bewertet fünf spezifische Interventionen (PICO-Fragen). Aufgrund der oft geringen Studienqualität bei Jugendlichen stützen sich die Empfehlungen stark auf die klinische Abwägung von Nutzen und Risiken.

InterventionEmpfehlungsgradBemerkung
Verhaltensberatung (Counseling)Starke EmpfehlungGeringes Schadensrisiko, hoher potenzieller Nutzen.
Technologiebasierte AnsätzeBedingte Empfehlungz. B. SMS-Dienste, Apps. Erreicht Jugendliche in ihrer Lebenswelt.
Nikotinersatztherapie (NRT)Keine EmpfehlungFehlender Konsens im Gremium (oft schlechte Adhärenz in Studien).
VareniclinBedingte EmpfehlungAls Therapieversuch. Potenzial für Abstinenz überwiegt Risiken.
BupropionBedingte EmpfehlungAls Therapieversuch. Kontraindiziert bei Krampfleiden/Essstörungen.

Nicht-medikamentöse Therapie

Verhaltensbasierte Beratung (Counseling)

Für Jugendliche von 10 bis 18 Jahren wird eine verhaltensbasierte Beratung stark empfohlen. Obwohl die Evidenzqualität sehr niedrig ist, überwiegen die Vorteile (erhöhte Abstinenzraten) die minimalen Risiken deutlich. Die Beratung kann synchron (persönlich oder virtuell) durch geschultes Personal erfolgen und beinhaltet oft motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing).

Technologiebasierte Interventionen

Asynchrone, technologiebasierte Interventionen (wie Textnachrichten-Programme oder Apps) erhalten eine bedingte Empfehlung. Sie bieten personalisierte Unterstützung, sind für Jugendliche leicht zugänglich und können einen wichtigen ersten Schritt im Entwöhnungsprozess darstellen.

Medikamentöse Therapie

Nikotinersatztherapie (NRT)

Für den Einsatz von NRT (Pflaster, Kaugummi etc.) konnte das Gremium keine Empfehlung (weder dafür noch dagegen) aussprechen. Zwar zeigten einige Studien kurzfristige Erfolge, jedoch waren die langfristigen Abstinenzraten nicht signifikant besser als unter Placebo. Zudem war die Adhärenz der Jugendlichen in den Studien oft sehr schlecht.

Vareniclin

Die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung für einen Therapieversuch mit Vareniclin aus. Studien zeigten eine verbesserte Wahrscheinlichkeit für Nikotinabstinenz bei einem relativ geringen Risiko für unerwünschte Ereignisse (am häufigsten gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit).

Bupropion

Auch für Bupropion wird eine bedingte Empfehlung für einen Therapieversuch ausgesprochen, insbesondere in Kombination mit nicht-medikamentösen Interventionen. Behandler müssen jedoch die Kontraindikationen (Krampfanfälle, Anorexie/Bulimie) und mögliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen streng beachten.

Implementierung im Praxisalltag

Die Behandlung von Jugendlichen erfordert besondere Beachtung der altersspezifischen Dynamiken:

  • Einverständnis: Die Einbeziehung der Eltern (Consent) und die Zustimmung des Jugendlichen (Assent) sind essenziell für den Erfolg.
  • Komorbiditäten: Nikotinentzug kann Angstzustände und Depressionen verstärken. Ein engmaschiges Monitoring auf psychiatrische Symptome ist bei medikamentöser Therapie zwingend erforderlich.
  • Multidisziplinärer Ansatz: Die Entwöhnung sollte idealerweise im Team (Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen) koordiniert werden.

💡Praxis-Tipp

Fragen Sie bei Jugendlichen ab 10 Jahren gezielt nach E-Zigaretten ('Vapes') und Nikotin-Pouches, da diese oft nicht als klassischer 'Tabakkonsum' wahrgenommen werden. Kombinieren Sie medikamentöse Therapieversuche immer mit Verhaltensberatung oder App-basierten Programmen.

Häufig gestellte Fragen

Ein routinemäßiges Screening auf alle Tabak- und Nikotinprodukte sollte bei Jugendlichen ab 10 Jahren beginnen.
Seit 2014 sind E-Zigaretten (Vapes) die am häufigsten genutzten Produkte, zunehmend ergänzt durch neuartige Produkte wie Nikotin-Pouches.
Die ATS-Leitlinie gibt hierfür keine Empfehlung ab, da im Gremium kein Konsens gefunden wurde. Studien zeigten oft eine sehr schlechte Adhärenz bei Jugendlichen.
Ja, die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung für einen Therapieversuch mit Vareniclin oder Bupropion aus, sofern Nutzen und Risiken (insbesondere psychiatrische Nebenwirkungen) individuell abgewogen werden.

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