NICE2025Pneumologie

Asthma bronchiale: Diagnostik und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG245, die in Zusammenarbeit mit BTS und SIGN entwickelt wurde, behandelt die Diagnostik, das Monitoring und das chronische Management von Asthma. Sie richtet sich an medizinische Fachkräfte und umfasst Empfehlungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder.

Ein zentraler Fokus liegt auf der objektiven Diagnosesicherung durch Lungenfunktionstests und Biomarker sowie auf der Vermeidung von Monotherapien mit kurzwirksamen Bronchodilatatoren. Die Leitlinie zielt darauf ab, die Asthmakontrolle zu verbessern und Exazerbationen zu reduzieren.

Das Management von akuten Asthmaanfällen sowie die Therapie von schwerem Asthma mit Biologika sind nicht Gegenstand dieses Dokuments.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik bei Erwachsenen und Jugendlichen

Laut Leitlinie darf eine Asthmadiagnose nicht allein auf Basis der klinischen Anamnese gestellt werden. Es wird eine stufenweise objektive Testung empfohlen.

  • Zunächst wird die Bestimmung von FeNO (Cut-off 50 ppb) oder der Blut-Eosinophilen empfohlen.

  • Bei unauffälligen Werten sollte eine Spirometrie mit Bronchodilatator-Reversibilität (BDR) erfolgen (Zunahme der FEV1 um mindestens 12 Prozent und 200 ml).

  • Ist keine Spirometrie verfügbar, wird eine zweiwöchige Messung der Peak-Flow-Variabilität (PEF) empfohlen (Cut-off 20 Prozent).

  • Bei weiterhin bestehendem Verdacht wird die Überweisung zu einem bronchialen Provokationstest angeraten.

Diagnostik bei Kindern

Für Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren wird als erster Schritt eine FeNO-Messung (Cut-off 35 ppb) empfohlen. Bei unauffälligem Ergebnis oder fehlender Verfügbarkeit sollte eine Spirometrie mit BDR durchgeführt werden.

Bei Kindern unter 5 Jahren ist die objektive Diagnostik erschwert. Hier wird ein pragmatischer Therapieversuch mit einem niedrig dosierten inhalativen Kortikosteroid (ICS) über 8 bis 12 Wochen empfohlen.

Prinzipien der medikamentösen Therapie

Vor einer Therapieeskalation wird empfohlen, Faktoren wie Inhalationstechnik, Adhärenz, Rauchen oder Umweltauslöser zu überprüfen. Die Leitlinie betont, dass kurzwirksame Beta-2-Mimetika (SABA) niemals ohne begleitendes ICS verschrieben werden dürfen.

Therapie ab 12 Jahren

Für Personen ab 12 Jahren mit neu diagnostiziertem Asthma empfiehlt die Leitlinie:

  • Als Erstlinientherapie eine bedarfsweise Inhalation mit einer niedrig dosierten ICS/Formoterol-Kombination (AIR-Therapie).

  • Bei unzureichender Kontrolle: Wechsel auf eine niedrig dosierte MART (Maintenance and Reliever Therapy).

  • Bei weiterem Bedarf: Eskalation auf eine mittel dosierte MART.

  • Im nächsten Schritt kann ein Therapieversuch mit einem Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (LTRA) oder einem langwirksamen Muskarin-Rezeptor-Antagonisten (LAMA) erwogen werden.

Therapie bei Kindern (5 bis 11 Jahre)

Bei Kindern von 5 bis 11 Jahren wird als initiale Therapie ein regelmäßiges, niedrig dosiertes pädiatrisches ICS mit einem SABA bei Bedarf empfohlen. Bei unzureichender Kontrolle sollte gemäß Leitlinie eine pädiatrische niedrig dosierte MART erwogen werden.

Monitoring und Selbstmanagement

Es wird empfohlen, die Asthmakontrolle bei jeder Konsultation zu überprüfen. Dabei können validierte Fragebögen eingesetzt werden.

Von einem routinemäßigen Peak-Flow-Monitoring wird abgeraten, es sei denn, es gibt spezifische Gründe dafür. Stattdessen wird die FeNO-Messung zur Überwachung und vor Therapieänderungen bei Erwachsenen empfohlen.

Allen Personen mit Asthma sollte ein schriftlicher, personalisierter Aktionsplan zur Verfügung gestellt werden.

Kontraindikationen

Warnhinweise und Kontraindikationen

  • Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, SABA-Inhalatoren ohne begleitendes ICS zu verschreiben.

  • Digitale Inhalatoren werden für den routinemäßigen Einsatz nicht empfohlen.

  • Bei der Verordnung von Montelukast (LTRA) wird auf das Risiko neuropsychiatrischer Reaktionen hingewiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, kurzwirksame Beta-2-Mimetika (SABA) als Monotherapie zu verschreiben, da dies mit schlechteren klinischen Verläufen assoziiert ist. Zudem wird betont, dass eine Asthmadiagnose nicht allein auf Basis der Symptome gestellt werden darf, sondern stets durch objektive Tests wie FeNO oder Spirometrie gesichert werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird zunächst die Bestimmung von FeNO (ab 50 ppb) oder der Blut-Eosinophilen empfohlen. Bei unauffälligen Werten sollte eine Spirometrie mit Reversibilitätstestung erfolgen.

Es wird eine bedarfsweise Inhalation mit einer niedrig dosierten ICS/Formoterol-Kombination (AIR-Therapie) empfohlen. Eine SABA-Monotherapie wird von der Leitlinie strikt abgelehnt.

Da objektive Tests in diesem Alter schwierig sind, empfiehlt die Leitlinie einen pragmatischen Therapieversuch mit einem niedrig dosierten ICS für 8 bis 12 Wochen. Bei Besserung und anschließendem Rückfall nach Absetzen wird die Diagnose erhärtet.

Die Leitlinie rät von einem routinemäßigen Peak-Flow-Monitoring zur Asthmakontrolle ab. Es sollte nur bei spezifischen Gründen, etwa als Teil eines individuellen Aktionsplans, eingesetzt werden.

Es wird auf die Warnhinweise der Arzneimittelbehörden bezüglich möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen bei der Einnahme von Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten hingewiesen.

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Quelle: Asthma: diagnosis, monitoring and chronic asthma management (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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