Asplenie und Hyposplenismus: Impfung und Prophylaxe
Hintergrund
Die Onkopedia-Leitlinie behandelt die Prävention von Infektionen und Thrombosen bei Personen mit Asplenie oder Hyposplenismus. Die Milz spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem, insbesondere bei der Abwehr von bekapselten Bakterien und Parasiten.
Ein Milzverlust oder eine Funktionseinschränkung geht mit einem lebenslang erhöhten Risiko für schwere bakterielle Infektionen einher. Besonders gefürchtet ist die Postsplenektomie-Sepsis (PSS), die eine Sterblichkeit von bis zu 50 Prozent aufweist.
Neben der Immuninkompetenz besteht laut Leitlinie auch ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen. Dies betrifft insbesondere venöse Thrombosen im Bereich der Hohlvenen und der Pfortader.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine Postsplenektomie-Sepsis (PSS) oft mit unspezifischen Symptomen wie Fieber und Unwohlsein beginnt, sich aber innerhalb von 24 bis 48 Stunden dramatisch verschlechtern kann. Es wird hervorgehoben, dass bei asplenischen Patienten jede Fieberepisode als potenzieller medizinischer Notfall betrachtet und umgehend mit einer empirischen Antibiotikatherapie behandelt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollten die empfohlenen Impfungen idealerweise spätestens zwei Wochen vor dem elektiven Eingriff durchgeführt werden. Ist dies nicht möglich, wird eine Impfung zwei Wochen nach der Splenektomie empfohlen.
Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) ist der mit Abstand häufigste Erreger und für über 40 Prozent der Fälle verantwortlich. Weitere relevante Erreger sind Neisseria meningitidis, Haemophilus influenzae sowie Capnocytophaga canimorsus nach Tierbissen.
Die Leitlinie empfiehlt bei Kindern eine Antibiotikaprophylaxe für mindestens drei Jahre nach der Splenektomie beziehungsweise bis zum Erreichen des fünften Lebensjahres.
Für die frühe präklinische Selbstbehandlung wird Amoxicillin-Clavulansäure empfohlen. Bei einer Penicillinallergie können Oralcephalosporine oder Makrolide eingesetzt werden.
Als Goldstandard gilt die Auszählung sogenannter "Pitted Erythrocytes" mittels Phasen-Interferenz-Mikroskopie. Alternativ kann der Nachweis von Howell-Jolly-Körperchen im Blutausstrich erfolgen.
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Quelle: Onkopedia: Asplenie und Hyposplenismus (früher: Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder funktioneller Asplenie) (Onkopedia).
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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