Anaphylaxie: Beobachtungszeiten und Entlassmanagement

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Anaphylaxie ist eine schwere, lebensbedrohliche und generalisierte Überempfindlichkeitsreaktion. Sie ist durch sich rasch entwickelnde Probleme der Atemwege, der Atmung oder des Kreislaufs gekennzeichnet. In den meisten Fällen treten begleitende Haut- und Schleimhautveränderungen auf.

Häufige Auslöser sind Nahrungsmittel (besonders bei Kindern), Insektengifte und Medikamente (häufiger bei älteren Menschen). Ein signifikanter Anteil der Reaktionen wird als idiopathisch eingestuft, wenn kein eindeutiger Auslöser identifiziert werden kann.

Die NICE-Leitlinie CG134 fokussiert sich auf die Beurteilung und Überweisung von Personen, die bereits eine Notfallbehandlung aufgrund einer vermuteten Anaphylaxie erhalten haben. Ziel ist es, die Versorgungsqualität zu verbessern, eine korrekte Diagnostik einzuleiten und wiederkehrende Reaktionen zu vermeiden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Versorgung nach einer Notfallbehandlung:

Akutdokumentation und Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt die genaue Dokumentation der akuten klinischen Symptome, des Zeitpunkts des Auftretens sowie der Begleitumstände zur Identifikation möglicher Auslöser. Zur Diagnostik wird die Bestimmung der Mastzell-Tryptase im Blut empfohlen.

Für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren sieht die Leitlinie folgendes Vorgehen vor:

  • Erste Blutprobe so schnell wie möglich nach Beginn der Notfallbehandlung

  • Zweite Blutprobe idealerweise 1 bis 2 Stunden (maximal 4 Stunden) nach Symptombeginn

Bei Kindern unter 16 Jahren sollte laut Leitlinie eine Tryptase-Bestimmung im gleichen Zeitfenster erwogen werden, wenn als Ursache Insektengifte, Medikamente oder idiopathische Auslöser vermutet werden. Patienten sind darüber aufzuklären, dass bei der allergologischen Nachkontrolle eine weitere Blutprobe zur Bestimmung des Basiswertes erforderlich sein kann.

Beobachtung und stationäre Aufnahme

Die empfohlenen Beobachtungszeiten nach einer Notfallbehandlung richten sich nach dem Alter und dem klinischen Verlauf.

  • Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren: Beobachtung für 6 bis 12 Stunden nach Symptombeginn

  • Verkürzte Beobachtung bei Erwachsenen: Erwägbar bei rascher und unkomplizierter Symptomkontrolle

  • Kinder unter 16 Jahren: Stationäre Aufnahme unter der Betreuung eines pädiatrischen Teams

Entlassungsmanagement und Verordnung

Vor der Entlassung wird die Bereitstellung eines Adrenalin-Autoinjektors zur Überbrückung bis zum Facharzttermin empfohlen. Die Leitlinie fordert zudem die Ausstellung eines Rezeptes für zwei weitere Adrenalin-Autoinjektoren, die der Patient stets bei sich tragen soll.

Das medizinische Personal sollte vor der Entlassung folgende Informationen und Schulungen anbieten:

  • Aufklärung über Anaphylaxie-Symptome und das Risiko einer biphasischen Reaktion

  • Markenspezifische Demonstration der korrekten Anwendung des Adrenalin-Injektors

  • Verhaltensanweisung: Nach der Injektion hinlegen (oder aufsetzen bei Atemnot) und nicht plötzlich aufstehen

  • Beratung zur Vermeidung vermuteter Auslöser und Informationen zu Selbsthilfegruppen

Fachärztliche Überweisung

Es wird empfohlen, allen Patienten nach einer Notfallbehandlung eine Überweisung an eine spezialisierte allergologische Einrichtung anzubieten. Krankenhäuser sollten laut Leitlinie über getrennte Überweisungswege für Erwachsene und Kinder verfügen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass Patienten nach der Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors plötzlich aufstehen oder ihre Position verändern. Es wird dringend empfohlen, dass Betroffene sich nach der Injektion hinlegen oder bei bestehender Atemnot eine sitzende Position einnehmen, auch wenn sie sich bereits besser fühlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die erste Blutprobe zur Tryptase-Bestimmung so schnell wie möglich nach Beginn der Notfallbehandlung. Eine zweite Probe sollte idealerweise 1 bis 2 Stunden, spätestens jedoch 4 Stunden nach Symptombeginn entnommen werden.

Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren wird eine Beobachtungszeit von 6 bis 12 Stunden nach Symptombeginn empfohlen. Bei Kindern unter 16 Jahren sieht die Leitlinie eine stationäre Aufnahme durch ein pädiatrisches Team vor.

Laut Leitlinie sollte bei der Entlassung ein Rezept für zwei weitere Adrenalin-Autoinjektoren ausgestellt werden. Den Patienten wird empfohlen, diese Injektoren jederzeit bei sich zu tragen.

Die Leitlinie definiert eine biphasische Reaktion als das erneute Auftreten von Symptomen innerhalb von 72 Stunden nach vollständiger Erholung, ohne dass ein erneuter Kontakt mit dem Allergen stattfand. Patienten sollten vor der Entlassung über dieses Risiko aufgeklärt werden.

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Quelle: NICE Guideline on Anaphylaxis (NICE, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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