Amöbiasis: Diagnostik, Therapie und Leberabszess

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Amöbiasis ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Entamoeba histolytica ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch die Aufnahme von Zysten, meist unter unzureichenden hygienischen Bedingungen wie verunreinigtem Trinkwasser.

Etwa 90 Prozent der Infektionen verlaufen asymptomatisch. Bei invasiven Verläufen kommt es zu einer intestinalen Manifestation in Form der Amöbenruhr, die sich durch blutig-schleimige Durchfälle äußert.

Als schwere Komplikation kann eine extraintestinale Streuung auftreten, die in über 90 Prozent der Fälle zu einem Amöbenleberabszess führt. Hiervon sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren aufgrund einer hormonell-immunologischen Prädisposition besonders häufig betroffen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor endoskopischen Untersuchungen des Dickdarms bei Verdacht auf eine Amöbenkolitis, da hierbei ein stark erhöhtes Perforationsrisiko besteht. Zudem wird betont, dass die Sonographie zur kurzfristigen Verlaufskontrolle eines Leberabszesses ungeeignet ist, da die Läsionen oft noch Monate bis Jahre nach erfolgreicher klinischer Heilung sichtbar bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine morphologische Unterscheidung in der Mikroskopie nur möglich, wenn Trophozoiten mit phagozytierten Erythrozyten ("Magna-Formen") nachgewiesen werden. Ansonsten wird ein spezifischer Kopro-Antigen-ELISA oder eine PCR zur Differenzierung von Entamoeba histolytica und apathogenen Arten empfohlen.

Es wird empfohlen, einen Amöbenleberabszess primär rein medikamentös zu behandeln. Eine Punktion ist laut Leitlinie nur in Ausnahmefällen indiziert, beispielsweise bei Abszessen über 10 cm Durchmesser, drohender Ruptur oder unklarer Differenzialdiagnose.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Metronidazol nicht ausreichend gegen die Amöbenformen im Darmlumen wirkt. Daher wird im Anschluss zwingend eine Therapie mit einem Kontaktamöbizid wie Paromomycin empfohlen, um Rezidive und eine weitere Erregerausscheidung zu verhindern.

Gemäß der Leitlinie kann es bis zu 20 Monate dauern, bis sich der Abszess sonographisch vollständig zurückgebildet hat. Bei 5 bis 10 Prozent der Behandelten können sogar dauerhaft inaktive Restzustände in der Leber persistieren.

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Quelle: Diagnostik und Therapie der Amöbiasis (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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