IQWiG2021Onkologie

Alpelisib: Therapie bei PIK3CA-mutiertem Mammakarzinom

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zum Auftrag A20-81. Er bewertet ergänzende Daten zur Nutzenbewertung von Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant.

Die Bewertung basiert auf Daten der SOLAR-1-Studie. Untersucht werden postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom, das eine PIK3CA-Mutation aufweist.

Der Bericht differenziert zwischen zwei klinischen Situationen: der Erstlinientherapie nach (neo-)adjuvanter endokriner Therapie (Fragestellung A1) und der Zweit- oder Folgelinientherapie nach endokriner Therapie im fortgeschrittenen Stadium (Fragestellung B1).

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf den nachgereichten Daten folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Erstlinientherapie (Fragestellung A1)

Für die Erstlinientherapie zeigt der Bericht überwiegend negative Effekte für die Kombination aus Alpelisib und Fulvestrant im Vergleich zu Placebo und Fulvestrant. Es zeigen sich Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Appetitverlust.

Zudem dokumentiert das IQWiG einen Hinweis auf einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse. Hierzu zählen insbesondere schwere Hyperglykämien und Stoffwechselstörungen.

Zweit- und Folgelinientherapie (Fragestellung B1)

In der Zweit- und Folgelinientherapie wird ein positiver Effekt bezüglich der Dyspnoe beschrieben. Diesem stehen jedoch zahlreiche negative Effekte gegenüber.

Laut Bericht treten auch hier vermehrt schwere unerwünschte Ereignisse auf. Dazu gehören Hyperglykämien, gastrointestinale Erkrankungen und Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Das IQWiG fasst die Ergebnisse für beide Fragestellungen in einer Gesamtaussage zusammen. Die nachgereichten Daten führen zu einer Herabstufung der bisherigen Bewertung.

FragestellungTherapiesituationPositive EffekteNegative EffekteGesamtaussage
A1ErstlinientherapieGGT-Erhöhung seltenerHyperglykämie, Diarrhö, HautausschlagHinweis auf geringeren Nutzen
B1Zweit- und FolgelinieDyspnoe verbessertHyperglykämie, Übelkeit, TherapieabbrücheHinweis auf geringeren Nutzen

Kontraindikationen

Der IQWiG-Bericht dokumentiert signifikante Warnhinweise bezüglich schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad 3/4) unter Alpelisib. Folgende Risiken werden besonders hervorgehoben:

  • Schwere Hyperglykämien und Stoffwechselstörungen

  • Schwere Hautausschläge (z.B. makulöser Ausschlag)

  • Gastrointestinale Erkrankungen, insbesondere schwere Diarrhö

  • Erhöhte Raten an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass unter der Kombinationstherapie mit Alpelisib und Fulvestrant signifikant häufiger schwere unerwünschte Ereignisse wie Hyperglykämien und Hautausschläge auftreten. Diese Nebenwirkungen manifestieren sich oft bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Studienverlauf. Es wird daher eine engmaschige klinische und laborchemische Überwachung nahegelegt, um frühzeitig intervenieren zu können.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht zeigt Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zur alleinigen Fulvestrant-Therapie. Dies gilt sowohl für die Erstlinien- als auch für die Zweitlinientherapie.

Der Bericht dokumentiert ein signifikant erhöhtes Risiko für schwere Hyperglykämien, Hautausschläge sowie gastrointestinale Beschwerden wie Diarrhö und Übelkeit. Diese unerwünschten Ereignisse führten in den Studien häufiger zu Therapieabbrüchen.

Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen mit einem HR-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom. Voraussetzung ist zudem das Vorliegen einer PIK3CA-Mutation nach vorheriger endokriner Therapie.

In der Zweit- und Folgelinientherapie zeigt sich laut IQWiG ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bezüglich der Symptomatik Dyspnoe. Dem stehen jedoch zahlreiche negative Effekte bei den Nebenwirkungen gegenüber.

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Quelle: IQWiG A21-05: Alpelisib (Mammakarzinom) - Addendum zum Auftrag A20-81 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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