Allergische Rhinitis: Diagnostik und Stufentherapie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die allergische Rhinitis als eine IgE-vermittelte Immunantwort gegen inhalative Antigene. Sie betrifft etwa jeden sechsten Menschen und wird in saisonale (intermittierende) und ganzjährige (chronische) Formen unterteilt.
Gemäß der "Unified Airway"-Theorie wird die Erkrankung als Teil einer systemischen allergischen Reaktion verstanden. Sie teilt sich eine zugrundeliegende Pathologie mit anderen atopischen Erkrankungen wie Asthma und atopischer Dermatitis.
Die allergische Reaktion gliedert sich in eine frühe Phase durch Mastzelldegranulation und Histaminfreisetzung sowie eine späte, durch Zytokine und Eosinophile vermittelte Phase. Dies führt zu einer nasalen Hyperreagibilität, bei der die Schleimhaut auch auf normale Reize wie kalte Luft oder Tabakrauch reagiert.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt, die Diagnose primär klinisch anhand von Anamnese und körperlicher Untersuchung zu stellen. Ein positives Ansprechen auf eine empirische Therapie mit nasalen Glukokortikoiden kann die Diagnose laut Leitlinie unterstützen.
Allergietests (spezifisches IgE im Serum oder Hauttests) werden für Personen empfohlen, die nicht auf eine empirische Therapie ansprechen. Sie sind ebenfalls indiziert, wenn die Identifikation eines spezifischen Allergens für eine gezielte Therapie erforderlich ist.
Eine routinemäßige radiologische Bildgebung wird nicht empfohlen. Sie dient primär dem Ausschluss anderer Erkrankungen wie einer chronischen Rhinosinusitis.
Therapie
Als Erstlinientherapie empfiehlt die Leitlinie topische intranasale Kortikosteroide. Diese haben sich als überlegen gegenüber Antihistaminika bei der Reduktion der nasalen Entzündung erwiesen.
Für die medikamentöse Behandlung werden folgende Optionen aufgeführt:
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Intranasale Kortikosteroide als Monotherapie oder in Kombination mit oralen Antihistaminika
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Intranasale Antihistaminika als Erst- oder Zweitlinientherapie, auch synergistisch mit nasalen Steroiden
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Orale Antihistaminika der zweiten Generation aufgrund des geringeren Sedierungspotenzials
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Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten als Kombinationstherapie bei schweren oder refraktären Symptomen
Eine Allergen-Immuntherapie (subkutan oder sublingual) wird für Personen empfohlen, bei denen Allergenkarenz und medikamentöse Kombinationstherapien nicht ausreichend wirken.
Orale und injizierbare Steroide werden aufgrund ihres systemischen Nebenwirkungsprofils nicht für den routinemäßigen Einsatz empfohlen. Intranasale Dekongestiva sollten zur Vermeidung einer Rebound-Verstopfung (Rhinitis medicamentosa) nicht länger als eine Woche angewendet werden.
Dosierung
Die Leitlinie vergleicht die Eigenschaften und den Stellenwert der verschiedenen Medikamentenklassen:
| Medikamentenklasse | Wirksamkeit / Stellenwert | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Intranasale Kortikosteroide | Erstlinientherapie, höchste Wirksamkeit | Regelmäßige Anwendung erforderlich, Wirkungseintritt verzögert |
| Orale Antihistaminika (2. Gen.) | Wirksam zur Symptomkontrolle | Weniger sedierend als 1. Generation, Fexofenadin nicht sedierend |
| Intranasale Antihistaminika | Erst- oder Zweitlinientherapie | Schneller Wirkeintritt, synergistisch mit nasalen Steroiden |
| Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten | Geringer als nasale Steroide | Einsatz als Kombinationstherapie bei refraktären Symptomen |
| Intranasale Dekongestiva | Kurzfristige Symptomlinderung | Maximal 1 Woche anwenden (Gefahr der Rhinitis medicamentosa) |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie bestehen folgende Kontraindikationen für die Durchführung von Haut-Allergietests:
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Unkontrolliertes oder schweres Asthma
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Instabile kardiovaskuläre Erkrankungen
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Schwangerschaft
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Gleichzeitige Therapie mit Beta-Blockern
Zudem wird darauf hingewiesen, dass H2-Rezeptor-Antagonisten, trizyklische Antidepressiva und Omalizumab das Testergebnis verfälschen können und vor der Testung abgesetzt werden sollten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der korrekten Anwendung von Nasensprays zur Vermeidung von Epistaxis: Die Sprühspitze sollte leicht nach außen in Richtung des ipsilateralen Auges gerichtet werden, um den Kontakt mit dem Nasenseptum zu minimieren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass einseitige Nasenpolypen ein Warnsignal darstellen und eine dringende Überweisung zur HNO-ärztlichen Abklärung zum Ausschluss einer Malignität erfordern.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Budesonid das einzige von der FDA zugelassene Präparat für schwangere Personen mit Symptomen einer allergischen Rhinitis.
Eine routinemäßige radiologische Bildgebung wird nicht empfohlen. Sie wird gemäß Leitlinie primär eingesetzt, um andere Erkrankungen wie eine Rhinosinusitis auszuschließen.
Die Leitlinie warnt davor, intranasale Dekongestiva länger als eine Woche anzuwenden. Bei längerer Nutzung besteht das Risiko einer Rebound-Verstopfung, der sogenannten Rhinitis medicamentosa.
Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten wie Montelukast sind weniger wirksam als intranasale Kortikosteroide. Sie werden laut Leitlinie meist als Kombinationstherapie bei schweren oder refraktären Symptomen eingesetzt.
Eine Immuntherapie wird für Personen empfohlen, bei denen Allergenkarenz und medikamentöse Kombinationstherapien keine ausreichende Linderung erzielen. Sie stellt laut Leitlinie die einzige krankheitsmodifizierende Intervention dar.
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Quelle: StatPearls: Allergic Rhinitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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