Akute Otitis media: Antibiotika-Therapie und Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG91 befasst sich mit der antimikrobiellen Verschreibungspraxis bei akuter Otitis media (Mittelohrentzündung) bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Es wird betont, dass es sich meist um eine selbstlimitierende Infektion handelt, die sowohl viral als auch bakteriell bedingt sein kann.

Laut Leitlinie klingen die Symptome bei den meisten Kindern innerhalb von drei Tagen ohne Antibiotika ab, können aber bis zu einer Woche andauern. Schwere Komplikationen wie eine Mastoiditis treten nur selten auf.

Eine routinemäßige Antibiotikagabe bietet bei den meisten Betroffenen nur einen geringen klinischen Nutzen. Der Fokus liegt daher auf einer adäquaten Schmerztherapie und dem gezielten Einsatz von Antibiotika bei definierten Risikogruppen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Behandlung der akuten Otitis media:

Symptomatische Therapie

Es wird die regelmäßige Gabe von Paracetamol oder Ibuprofen zur Schmerzlinderung empfohlen. Die Dosierung sollte alters- und gewichtsadäquat erfolgen, wobei bei starken Schmerzen die Maximaldosis ausgeschöpft werden kann.

Zusätzlich können Ohrentropfen mit einem Lokalanästhetikum und Analgetikum in Betracht gezogen werden. Dies gilt laut Leitlinie nur, wenn keine sofortige orale Antibiotikagabe erfolgt und weder eine Trommelfellperforation noch eine Otorrhö vorliegen.

Von der Anwendung von Dekongestiva und Antihistaminika wird abgeraten. Die Evidenz zeigt, dass diese Medikamente die Symptome nicht verbessern.

Antibiotika-Strategien

Für die meisten Kinder wird empfohlen, auf ein Antibiotikum zu verzichten oder ein Reserve-Rezept (Back-up-Rezept) auszustellen. Eltern sollten darüber aufgeklärt werden, dass Antibiotika bei der Vorbeugung von Komplikationen oder der Schmerzlinderung kaum einen Unterschied machen.

Bei bestimmten Patientengruppen kann zwischen dem Verzicht auf Antibiotika, einem Reserve-Rezept oder einer sofortigen Antibiotikagabe abgewogen werden:

  • Kinder unter 2 Jahren mit beidseitiger Infektion

  • Kinder jeden Alters mit Otorrhö

Eine sofortige Antibiotikagabe wird zwingend für Kinder empfohlen, die systemisch sehr krank sind oder ein hohes Risiko für Komplikationen aufweisen.

Überweisung in die Klinik

Eine sofortige Krankenhauseinweisung wird bei Verdacht auf schwere systemische Infektionen wie Sepsis empfohlen.

Zudem wird eine Überweisung bei akuten Komplikationen angeraten. Dazu zählen:

  • Mastoiditis

  • Meningitis

  • Intrakranieller Abszess

  • Sinusthrombose

  • Fazialisparese

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt folgende Dosierungsschemata für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren:

TherapieoptionWirkstoffDosierungDauer
Lokale SchmerztherapiePhenazon 40 mg/g + Lidocain 10 mg/g (Ohrentropfen)4 Tropfen 2- bis 3-mal täglichbis zu 7 Tage
1. Wahl (oral)Amoxicillin1-11 Monate: 125 mg 3x/Tag; 1-4 Jahre: 250 mg 3x/Tag; 5-17 Jahre: 500 mg 3x/Tag5-7 Tage
Alternative (Penicillinallergie)Clarithromycin<8 kg: 7,5 mg/kg 2x/Tag; 8-11 kg: 62,5 mg 2x/Tag; 12-19 kg: 125 mg 2x/Tag; 20-29 kg: 187,5 mg 2x/Tag; 30-40 kg: 250 mg 2x/Tag; 12-17 Jahre: 250-500 mg 2x/Tag5-7 Tage
Alternative (Allergie in Schwangerschaft)Erythromycin8-17 Jahre: 250-500 mg 4x/Tag oder 500-1000 mg 2x/Tag5-7 Tage
2. Wahl (bei Therapieversagen nach 2-3 Tagen)Amoxicillin/Clavulansäure1-11 Monate: 0,25 ml/kg (125/31) 3x/Tag; 1-5 Jahre: 5 ml (125/31) oder 0,25 ml/kg 3x/Tag; 6-11 Jahre: 5 ml (250/62) oder 0,15 ml/kg 3x/Tag; 12-17 Jahre: 250/125 mg oder 500/125 mg 3x/Tag5-7 Tage

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen für bestimmte Therapieoptionen:

Ohrentropfen mit Lokalanästhetikum (Phenazon/Lidocain) dürfen nicht angewendet werden, wenn eine Trommelfellperforation oder eine Otorrhö vorliegt.

Bei einer bekannten Penicillinallergie ist Amoxicillin kontraindiziert. In diesem Fall wird auf Makrolide wie Clarithromycin verwiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei der Verordnung von analgetischen Ohrentropfen stets sicherzustellen, dass das Trommelfell intakt ist und keine Otorrhö vorliegt. Zudem rät die Leitlinie von der gleichzeitigen Verordnung dieser Tropfen und einem sofortigen oralen Antibiotikum ab.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie klingen die Symptome bei den meisten Kindern innerhalb von drei Tagen ab. Sie können jedoch in einigen Fällen bis zu einer Woche andauern.

Eine sofortige Antibiotikagabe wird empfohlen, wenn das Kind systemisch sehr krank ist oder ein hohes Risiko für Komplikationen besteht. Bei Kindern unter zwei Jahren mit beidseitiger Infektion oder bei Otorrhö kann eine sofortige Gabe ebenfalls erwogen werden.

Die Leitlinie rät von der Anwendung von Dekongestiva und Antihistaminika ab. Die Evidenz zeigt, dass diese Medikamente die Symptome der akuten Otitis media nicht verbessern.

Als Erstlinientherapie wird Amoxicillin für 5 bis 7 Tage empfohlen. Bei einer Penicillinallergie sollte auf Clarithromycin ausgewichen werden.

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Quelle: NG91: Sinusitis (acute): antimicrobial prescribing (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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