WHO2019

After Action Review (AAR): Planung und Durchführung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie "Guidance for after action review (AAR)" aus dem Jahr 2019 bietet einen strukturierten Rahmen zur Auswertung von Maßnahmen nach einem Ereignis von öffentlicher gesundheitlicher Bedeutung. Ein AAR ist ein qualitatives Instrument zur Identifikation von Best Practices und Herausforderungen.

Es ist Teil des Monitoring- und Evaluationsrahmens der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR). Ziel ist es, die funktionale Kapazität von Gesundheitssystemen zu überprüfen und kollektives Lernen zu fördern.

Die Leitlinie betont, dass ein AAR nicht der Bewertung individueller Leistungen dient. Vielmehr sollen systemische Lücken analysiert und in umsetzbare Verbesserungspläne für zukünftige Krisen überführt werden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Planung und Umsetzung:

Planung und Vorbereitung

Laut Leitlinie sollte ein AAR idealerweise innerhalb von drei Monaten nach dem offiziellen Ende eines Ausbruchs oder Ereignisses durchgeführt werden. Es wird empfohlen, klare Ziele und den genauen Umfang (Scope) frühzeitig zu definieren.

Die Leitlinie rät zur Einbindung einer breiten Gruppe von Stakeholdern. Dies schließt Akteure aus dem Gesundheitsministerium, Partnerorganisationen und bei Bedarf auch Vertreter anderer Sektoren ein.

Formate des AAR

Gemäß der Leitlinie stehen vier verschiedene Formate zur Verfügung. Die Auswahl sollte basierend auf der Komplexität des Ereignisses und den verfügbaren Ressourcen getroffen werden:

AAR-FormatZielgruppe / EinsatzgebietDauer
Debrief-AARKleine Teams, begrenzte Funktionen, informellUnter einem halben Tag
Working-Group-AARGrößere, diverse Gruppen, mehrere Themenbereiche2 bis 3 Tage
Key-Informant-Interview-AARKomplexe Ereignisse, erfordert VertraulichkeitBis zu 6 Wochen
Mixed-Method-AARKombination aus Interviews und GruppenarbeitVariabel

Durchführung

Während des AAR wird laut Leitlinie eine systematische Analyse empfohlen. Diese umfasst typischerweise folgende Schritte:

  • Die Erstellung einer chronologischen Zeitachse der wichtigsten Meilensteine.

  • Die Identifikation von Stärken, Herausforderungen und neu entwickelten Kapazitäten.

  • Eine Ursachenanalyse (Root Cause Analysis), um die zugrunde liegenden Faktoren für Erfolge oder Misserfolge zu ermitteln.

Nachbereitung und Aktionsplan

Die Leitlinie betont, dass das wichtigste Ergebnis eines AAR ein konkreter Aktionsplan ist. Es wird empfohlen, die identifizierten Maßnahmen mit Verantwortlichkeiten, Kosten und Zeitplänen zu versehen.

Zudem wird geraten, die Ergebnisse in einem Abschlussbericht zusammenzufassen und mit dem Senior Management zu teilen. Dies dient der Sicherstellung von Ressourcen für die Umsetzung der Empfehlungen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass ein After Action Review niemals zur Bewertung individueller Kompetenzen oder Fehler genutzt werden darf. Es wird betont, dass der Fokus stets auf der funktionalen Systemebene und dem kollektiven Lernen liegen sollte, um eine offene und vertrauensvolle Diskussionskultur zu gewährleisten. Zudem wird geraten, das AAR zeitnah, idealerweise innerhalb von drei Monaten nach Ereignisende, durchzuführen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird empfohlen, ein AAR so bald wie möglich, idealerweise innerhalb von drei Monaten nach dem offiziellen Ende eines Public-Health-Ereignisses, durchzuführen. Bei länger andauernden Krisen können auch nach bestimmten Phasen Zwischen-AARs erfolgen.

Die Leitlinie beschreibt vier Formate: das kurze Debrief-AAR, das interaktive Working-Group-AAR, das Key-Informant-Interview-AAR für vertrauliche Tiefenanalysen sowie das Mixed-Method-AAR als Kombination. Die Wahl hängt von der Gruppengröße und Komplexität des Ereignisses ab.

Es wird empfohlen, eine breite Palette von Stakeholdern einzubinden. Dazu gehören laut Leitlinie technische Fachkräfte, Entscheidungsträger, Partnerorganisationen und gegebenenfalls Vertreter anderer Sektoren, die an der Reaktion beteiligt waren.

Das fundamentale Endprodukt ist gemäß der Leitlinie ein konkreter Aktionsplan. Dieser sollte spezifische Aktivitäten zur Behebung von Lücken und zur Verankerung von Best Practices enthalten, inklusive Verantwortlichkeiten und Zeitplänen.

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Quelle: Guidance for after action review (‎‎AAR) (WHO, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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