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American College of Gastroenterology (ACG)A2018Gastroenterologie

Morbus Crohn: Leitlinie zur Therapie (ACG)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American College of Gastroenterology (ACG) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Fäkales Calprotectin hilft bei der Abgrenzung zum Reizdarmsyndrom.
  • MRE ist bei Patienten unter 35 Jahren zur Vermeidung von Strahlenbelastung der CTE vorzuziehen.
  • Orale Mesalamin-Präparate sind bei aktivem Morbus Crohn nicht wirksam und sollten nicht eingesetzt werden.
  • Budesonid (9 mg/Tag) ist Mittel der Wahl zur Induktionstherapie bei leichtem bis mittelschwerem ileozökalem Befall.
  • Eine Kombinationstherapie aus Infliximab und Thiopurinen ist wirksamer als eine Monotherapie.
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Hintergrund

Morbus Crohn ist eine chronische, fortschreitende und destruktive entzündliche Darmerkrankung. Die Leitsymptome umfassen Bauchschmerzen, Diarrhö und Fatigue. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben und kann zu Komplikationen wie Strikturen, Fisteln und Abszessen führen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf umfassen:

  • Junges Alter bei Erstdiagnose
  • Ausgedehnter Darmbefall
  • Ileale oder ileokolonische Beteiligung
  • Perianale Erkrankung
  • Penetrierender oder stenosierender Phänotyp

Diagnostik

Die Diagnose wird klinisch anhand einer Kombination aus Endoskopie, Radiologie und Histologie gestellt.

Diagnostik-ToolIndikation / BemerkungEvidenz / Empfehlung
Fäkales CalprotectinAbgrenzung von IBD zum ReizdarmsyndromStarke Empfehlung
IleokoloskopieStandard zur Erstdiagnose inkl. StufenbiopsienStandardverfahren
KapselendoskopieBei Verdacht auf Dünndarmbefall (vorab Patency-Kapsel bei Obstruktionsverdacht)Sinnvolle Ergänzung
ChromoendoskopieDysplasie-Surveillance bei hohem Risiko (z. B. PSC)Bedingte Empfehlung

Bildgebung des Dünndarms

ModalitätEinsatzgebietBesonderheit
CTE (CT-Enterographie)Standard-DünndarmbildgebungHohe Sensitivität, aber Strahlenbelastung
MRE (MR-Enterographie)Bevorzugt bei Patienten <35 Jahren und für serielle VerläufeKeine Strahlenbelastung
Becken-MRT / EndosonographiePerianaler Morbus Crohn, perirektale AbszesseHohe Genauigkeit (>90%)

Krankheitsmodifikatoren

  • NSAR: Können Krankheitsschübe auslösen und sollten vermieden werden (Starke Empfehlung).
  • Rauchen: Verschlechtert die Krankheitsaktivität und beschleunigt Rezidive. Raucherentwöhnung ist essenziell (Starke Empfehlung).
  • Stress und Depression: Führen zu verminderter Lebensqualität und schlechterer Therapieadhärenz. Ein entsprechendes Management sollte Teil der Behandlung sein.

Medikamentöse Therapie

Die Therapie richtet sich nach Befallsmuster, Schweregrad und Risikoprofil.

Leichte bis mittelschwere Erkrankung

WirkstoffIndikationEmpfehlung / Evidenz
Budesonid (9 mg/Tag)Induktionstherapie bei ileozökalem BefallStarke Empfehlung
SulfasalazinSymptomatische Therapie bei rein kolonischem BefallBedingte Empfehlung
Mesalamin (oral)Nicht konsistent wirksamSollte nicht verwendet werden
Metronidazol / CiprofloxacinNicht wirksam als Primärtherapie für luminale EntzündungenSollte nicht verwendet werden

Mittelschwere bis schwere Erkrankung

WirkstoffIndikationBemerkung
Systemische KortikosteroideKurzzeitige Symptomkontrolle bei SchübenStarke Empfehlung. Keine Schleimhautheilung, nicht zur Erhaltungstherapie.
Thiopurine (Azathioprin, 6-MP)Steroideinsparung und RemissionserhaltungStarke Empfehlung. Vorab TPMT-Testung empfohlen.
MethotrexatSteroidabhängiger Morbus Crohn, RemissionserhaltungBedingte Empfehlung. Teratogenität beachten.
Anti-TNF-Antikörper (Infliximab, Adalimumab, Certolizumab)Steroid- oder Thiopurin-refraktäre VerläufeStarke Empfehlung. Vorab TB- und Hepatitis-B-Screening.

Kernaussage zur Kombinationstherapie: Die Kombination von Infliximab mit Thiopurinen ist bei therapienaiven Patienten wirksamer als die jeweilige Monotherapie (Starke Empfehlung).

💡Praxis-Tipp

Führen Sie vor dem Einsatz von Thiopurinen (Azathioprin, 6-MP) stets eine TPMT-Testung durch. Bevorzugen Sie bei Patienten unter 35 Jahren die MR-Enterographie (MRE) gegenüber dem CT, um die kumulative Strahlenbelastung zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Nein, orale Mesalamin-Präparate haben keine konsistente Wirksamkeit zur Induktion einer Remission oder Schleimhautheilung gezeigt und sollten nicht verwendet werden.
Budesonid (mit kontrollierter ilealer Freisetzung) in einer Dosierung von 9 mg täglich ist stark empfohlen zur Induktion einer symptomatischen Remission.
Bei Patienten mit besonders hohem Risiko für kolorektale Neoplasien (z. B. bei primär sklerosierender Cholangitis oder Dysplasie-Anamnese).
Ja, die Kombination von Infliximab mit Immunmodulatoren (Thiopurinen) ist bei therapienaiven Patienten wirksamer als eine Monotherapie.
Ein Screening auf latente Tuberkulose (Röntgen-Thorax, IGRA/Tuberkulin-Test) sowie auf Hepatitis B (HBsAg, Anti-HBs, Anti-HBc).

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