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American Academy of Neurology (AAN)2018NeurologieEpilepsy

Neue Antiepileptika bei Epilepsie: AAN-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Academy of Neurology (AAN) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Lamotrigin (Level B) wird zur Reduktion der Anfallsfrequenz bei Erwachsenen mit neu aufgetretener fokaler Epilepsie empfohlen.
  • Für Patienten ab 60 Jahren mit fokaler Epilepsie gelten Lamotrigin (Level B) und Gabapentin (Level C) als Therapieoptionen.
  • Bei kindlichen Absencen sollten Ethosuximid oder Valproinsäure (Level B) vor Lamotrigin erwogen werden.
  • Es mangelt an qualitativ hochwertigen Studien zur Wirksamkeit von Antiepileptika der dritten Generation bei neu aufgetretener Epilepsie.
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Hintergrund

Dieses Update der American Academy of Neurology (AAN) aktualisiert die Leitlinie von 2004 zur Behandlung der neu aufgetretenen fokalen oder generalisierten Epilepsie mit Antiepileptika der zweiten und dritten Generation. Während für einige Antiepileptika der zweiten Generation eine Wirksamkeit bei neu aufgetretener fokaler Epilepsie belegt ist, fehlen ausreichende Daten für neu aufgetretene generalisierte tonisch-klonische Anfälle, juvenile myoklonische Epilepsie oder juvenile Absencen-Epilepsie. Ebenso mangelt es an Evidenz für Antiepileptika der dritten Generation bei neu aufgetretener Epilepsie.

Therapie der neu aufgetretenen fokalen Epilepsie

Für die Behandlung der neu aufgetretenen fokalen Epilepsie ergeben sich je nach Altersgruppe unterschiedliche Empfehlungsgrade für die Reduktion der Anfallsfrequenz:

PatientengruppeWirkstoffEmpfehlungsgrad
ErwachseneLamotrigin (LTG)Level B (sollte erwogen werden)
ErwachseneLevetiracetam (LEV)Level C (kann erwogen werden)
ErwachseneZonisamid (ZNS)Level C (kann erwogen werden)
≥ 60 JahreLamotrigin (LTG)Level B (sollte erwogen werden)
≥ 60 JahreGabapentin (GBP)Level C (kann erwogen werden)

Therapie von kindlichen Absencen

Bei der Behandlung von kindlichen Absencen (Childhood Absence Epilepsy) gibt es klare Präferenzen in der Wirkstoffauswahl:

  • Ethosuximid (ETS) oder Valproinsäure (VPA) sollten vor Lamotrigin erwogen werden (Level B).
  • Eine Ausnahme besteht nur, wenn zwingende Bedenken bezüglich unerwünschter Nebenwirkungen vorliegen.

Fehlende Evidenz und FDA-Zulassungen

Für eine Vielzahl von Wirkstoffen existieren keine qualitativ hochwertigen Studien bei Erwachsenen unterschiedlichen Alters, die eine Wirksamkeit bei neu aufgetretener Epilepsie belegen. Dazu gehören unter anderem Clobazam, Eslicarbazepin, Ezogabin, Felbamat, Gabapentin (bei < 60 J.), Lacosamid, Levetiracetam (höhere Evidenz fehlt), Lamotrigin (für andere Indikationen), Oxcarbazepin, Perampanel, Pregabalin, Rufinamid, Tiagabin, Topiramat, Vigabatrin und Zonisamid.

FDA-Extrapolationsstrategie: Aufgrund einer neueren Strategie der FDA, die eine Extrapolation der Wirksamkeit über verschiedene Populationen hinweg erlaubt, erhielten folgende Wirkstoffe eine FDA-Zulassung für die fokale Epilepsie (als Monotherapie oder Add-on bei Personen ≥ 4 Jahre):

  • Eslicarbazepin
  • Lacosamid (oral, nur für pädiatrische Anwendung)
  • Perampanel (als Monotherapie)

💡Praxis-Tipp

Bevorzugen Sie bei Erwachsenen mit neu aufgetretener fokaler Epilepsie primär Lamotrigin (Level B). Bei kindlichen Absencen sind Ethosuximid oder Valproinsäure die Mittel der ersten Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Lamotrigin sollte erwogen werden (Level B). Levetiracetam und Zonisamid können als Alternativen erwogen werden (Level C).
Bei Patienten ab 60 Jahren sollte Lamotrigin (Level B) oder Gabapentin (Level C) zur Reduktion der Anfallsfrequenz eingesetzt werden.
Ethosuximid oder Valproinsäure sollten vor Lamotrigin erwogen werden (Level B), sofern keine zwingenden Bedenken wegen Nebenwirkungen bestehen.
Nein, laut Leitlinie mangelt es an qualitativ hochwertigen Studien zur Wirksamkeit von Antiepileptika der dritten Generation bei neu aufgetretener Epilepsie.

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