IQWiG2018

Zystische Fibrose: Lumacaftor/Ivacaftor-Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor beauftragt. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose) im Alter zwischen 6 und 11 Jahren, die homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die bestmögliche symptomatische Therapie festgelegt. Diese umfasst unter anderem Antibiotika bei pulmonalen Infektionen, Mukolytika, Pankreasenzyme bei Pankreasinsuffizienz sowie Physiotherapie und diätetische Maßnahmen.

Grundlage der Bewertung ist die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie VX14-809-109 mit einer Dauer von 24 Wochen. In dieser erhielten die Kinder entweder Lumacaftor/Ivacaftor oder Placebo, jeweils zusätzlich zu ihrer individuellen Basismedikation.

Empfehlungen

Das IQWiG leitet aus den vorliegenden Daten ab, dass ein Zusatznutzen von Lumacaftor/Ivacaftor gegenüber der bestmöglichen symptomatischen Therapie nicht belegt ist.

Mortalität und Morbidität

Laut IQWiG-Bericht verstarb während der 24-wöchigen Studiendauer kein Kind, sodass sich für die Gesamtmortalität kein Unterschied ergibt.

Bezüglich der Morbidität zeigt die Auswertung:

  • Bei pulmonalen Exazerbationen ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

  • Auch bei Hospitalisierungen wegen pulmonaler Exazerbationen zeigte sich kein signifikanter Unterschied.

  • Für die Symptomatik (gemessen über den CFQ-R-Fragebogen) ließ sich kein klinisch relevanter Effekt zugunsten der Wirkstoffkombination ableiten.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde ebenfalls über verschiedene Domänen des CFQ-R-Fragebogens (Patientenversion) erfasst. Laut Bericht ergab sich in keiner der Domänen ein statistisch signifikanter Unterschied gegenüber dem Studienbeginn.

Nebenwirkungen

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt laut IQWiG keinen Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden:

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied.

  • Auch bei Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse unterschieden sich die Gruppen nicht signifikant.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Standarddosierung für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren vor:

AlterEinzeldosisHäufigkeitGesamttagesdosis
6 bis 11 Jahre2 Tabletten (je 100 mg Lumacaftor / 125 mg Ivacaftor)alle 12 Stunden400 mg Lumacaftor / 500 mg Ivacaftor

Laut Fachinformation ist eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Leberfunktion erforderlich:

LeberfunktionDosisanpassung (6 bis 11 Jahre)
Leicht (Child-Pugh A)Keine Anpassung erforderlich
Mittelschwer (Child-Pugh B)2 Tabletten morgens, 1 Tablette abends (12 Stunden später)
Stark (Child-Pugh C)1 Tablette alle 12 Stunden (oder niedriger), Anwendung mit Vorsicht

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen soll.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe (Lumacaftor, Ivacaftor) oder einen der sonstigen Bestandteile.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren in der ersten Behandlungswoche eine Dosisreduktion auf eine Tablette täglich erfolgen muss. Dies ist notwendig, um die Induktionswirkung von Lumacaftor im Steady State zu berücksichtigen. Nach dieser ersten Woche wird die Behandlung mit der empfohlenen Tagesdosis fortgesetzt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren mit homozygoter F508del-Mutation kein Zusatznutzen gegenüber der bestmöglichen symptomatischen Therapie belegt. Es zeigten sich keine signifikanten Vorteile bei Exazerbationen oder der Lebensqualität.

Für Kinder von 6 bis 11 Jahren wird eine Dosis von zwei Tabletten (100 mg Lumacaftor / 125 mg Ivacaftor) alle 12 Stunden empfohlen. Die Einnahme soll zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen.

Ja, bei mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B) wird eine reduzierte Dosis empfohlen. Bei starker Einschränkung (Child-Pugh C) ist eine weitere Reduktion und eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Wenn weniger als 6 Stunden vergangen sind, sollte die Dosis mit einer fetthaltigen Mahlzeit nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, wird empfohlen, bis zur nächsten regulären Dosis zu warten und keine doppelte Dosis einzunehmen.

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Quelle: IQWiG A18-08: Lumacaftor/Ivacaftor (zystische Fibrose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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