Zystische Fibrose: Kaftrio-Zusatznutzen bei Kindern
Hintergrund
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der IQWiG-Nutzenbewertung (A23-122) aus dem Jahr 2024. Gegenstand ist die Wirkstoffkombination Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor.
Das Anwendungsgebiet umfasst Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose). Spezifisch geht es um Patientinnen und Patienten, die heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind und auf dem zweiten Allel eine Minimalfunktions-Mutation (MF-Mutation) aufweisen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen.
Empfehlungen
Das IQWiG kommt in seiner Bewertung zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
Für die Bewertung des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best supportive Care) lagen laut Dossier keine geeigneten Daten vor.
Fehlende vergleichende Studiendaten
Der pharmazeutische Unternehmer legte primär Ergebnisse der einarmigen, offenen Studie VX20-445-111 sowie der zugehörigen Verlängerungsstudie VX20-445-112 vor.
Da es sich um einarmige Studien handelt, ermöglichen diese keinen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Unzureichende Übertragbarkeit
Der Versuch des Herstellers, Studienergebnisse von älteren Altersgruppen (6 bis 11 Jahre sowie ab 12 Jahren) auf die Zielpopulation der 2- bis 5-Jährigen zu übertragen, wurde vom Institut als nicht geeignet eingestuft.
Die Begründung hierfür lautet:
-
Es wurde keine Informationsbeschaffung zu nicht vergleichenden Studien für die zweckmäßige Vergleichstherapie durchgeführt.
-
Der Verlauf der Erkrankung unter Best supportive Care in dieser Altersgruppe kann somit nicht eingeschätzt werden.
-
Eine vollständige Gegenüberstellung aller relevanten Daten zu Interventions- und Vergleichsseite fehlt für alle Altersgruppen.
Dosierung
Die Dosierung des Granulats erfolgt körpergewichtsadaptiert. Die Morgen- und Abenddosis sollten im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden.
| Körpergewicht | Morgendosis (IVA/TEZ/ELX) | Abenddosis (IVA) |
|---|---|---|
| 10 kg bis < 14 kg | 1 Beutel (60 mg / 40 mg / 80 mg) | 1 Beutel (59,5 mg) |
| ≥ 14 kg | 1 Beutel (75 mg / 50 mg / 100 mg) | 1 Beutel (75 mg) |
Der gesamte Inhalt eines Granulatbeutels wird mit einem Teelöffel (5 ml) altersgerechter weicher Nahrung oder Flüssigkeit vermischt. Die Mischung muss vollständig verzehrt werden.
Bei leicht oder mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren ist eine Dosisreduktion notwendig.
Kontraindikationen
Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.
Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) sollen betroffene Kinder nicht mit der Kombination behandelt werden. Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird die Behandlung nicht empfohlen, es sei denn, der medizinische Nutzen übersteigt die Risiken deutlich.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die Einnahme des Granulats zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit erfolgen muss, um eine adäquate Resorption zu gewährleisten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass vor Therapiebeginn das Vorliegen der F508del-Mutation durch eine Genotypisierungsmethode bestätigt sein sollte, falls der Genotyp nicht bereits bekannt ist.
Häufig gestellte Fragen
Das Institut bemängelt das Fehlen von vergleichenden Studien gegenüber der Best supportive Care (BSC). Die vorgelegten einarmigen Studien lassen laut Bewertung keinen direkten Rückschluss auf einen Zusatznutzen zu.
Der Beutelinhalt wird mit einem Teelöffel weicher Nahrung oder Flüssigkeit vermischt und muss sofort vollständig eingenommen werden. Unmittelbar davor oder danach ist eine fetthaltige Mahlzeit erforderlich.
Bei einer leichten oder mäßigen Einschränkung der Nierenfunktion ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung notwendig. Für eine stark eingeschränkte Nierenfunktion liegen keine Daten vor.
Bei einer leichten Einschränkung (Child-Pugh A) ist keine Anpassung nötig. Bei mäßiger (Child-Pugh B) oder starker (Child-Pugh C) Einschränkung wird von einer Behandlung abgeraten beziehungsweise davor gewarnt.
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Quelle: IQWiG A23-122: Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor (zystische Fibrose, 2 bis 5 Jahre, F508del-Mutation, MF-Mutation, heterozygot) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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