IQWiG2022

Zystische Fibrose: Ivacaftor-Zusatznutzen bei Kindern

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die vorliegende Dossierbewertung des IQWiG untersucht den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung der zystischen Fibrose (Mukoviszidose).

Die spezifische Zielpopulation umfasst Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren. Voraussetzung ist, dass diese heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind und auf dem zweiten Allel eine Minimalfunktions-Mutation (MF-Mutation) aufweisen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die bestmögliche unterstützende Behandlung (Best supportive Care, BSC) festgelegt. Diese umfasst unter anderem Antibiotika, Mukolytika, Pankreasenzyme und Physiotherapie.

Empfehlungen

Die IQWiG-Nutzenbewertung formuliert basierend auf der Studie VX19-445-116 folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen im Vergleich zur bestmöglichen unterstützenden Therapie (BSC).

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Der Bericht stellt fest, dass es für die untersuchte Patientengruppe einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen der Kombinationstherapie gibt. In der Gesamtschau der Studienergebnisse zeigten sich ausschließlich positive Effekte gegenüber der Vergleichstherapie.

Morbidität und Symptomatik

Laut Dossierbewertung ergeben sich folgende Vorteile im Bereich der Morbidität:

  • Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen bezüglich der Reduktion von pulmonalen Exazerbationen.

  • Für schwerwiegende pulmonale Exazerbationen ist ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt.

  • Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität lässt sich kein relevanter Zusatznutzen ableiten.

Nebenwirkungen

Bezüglich der unerwünschten Ereignisse kommt die Bewertung zu folgendem Schluss:

  • Es gibt einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden (Ausmaß: beträchtlich) im Hinblick auf Abdominalschmerzen.

  • Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) oder Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen ist ein höherer oder geringerer Schaden nicht belegt.

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformationen für die Dosierung bei Kindern von 6 bis unter 12 Jahren. Die Einnahme wird im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit empfohlen.

KörpergewichtMorgendosis (Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor)Abenddosis (Ivacaftor)
Unter 30 kg2 Tabletten (je 37,5 mg / 25 mg / 50 mg)1 Tablette (75 mg)
Ab 30 kg2 Tabletten (je 75 mg / 50 mg / 100 mg)1 Tablette (150 mg)

Dosisanpassungen

Bei eingeschränkter Leberfunktion oder gleichzeitiger Gabe von CYP3A-Inhibitoren wird eine Dosisreduktion beschrieben:

  • Bei mäßigen CYP3A-Inhibitoren (z. B. Fluconazol) wird ein alternierendes Einnahmeschema empfohlen.

  • Bei starken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) wird die Einnahme auf zweimal wöchentlich reduziert.

  • Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh A) ist keine Anpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Laut den zitierten Fachinformationen bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) sollen die Arzneimittel nicht angewendet werden.

  • Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird die Anwendung nicht empfohlen, es sei denn, der medizinische Nutzen übersteigt die Risiken eindeutig.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Tabletten zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden sollen, um eine adäquate Resorption zu gewährleisten. Zudem wird betont, dass während der gesamten Behandlungsdauer auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit enthalten, verzichtet werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dieser basiert vor allem auf einer signifikanten Reduktion von pulmonalen Exazerbationen im Vergleich zur bestmöglichen unterstützenden Therapie.

Laut Bericht ist bei der gleichzeitigen Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren, wie beispielsweise Clarithromycin, eine Dosisreduktion erforderlich. Die Einnahme wird in diesen Fällen auf zweimal wöchentlich umgestellt.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt werden sollen. Ein Zerkauen, Zerdrücken oder Zerbrechen wird nicht empfohlen, da hierfür keine klinischen Daten vorliegen.

Bei einer stark eingeschränkten Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) darf die Therapie nicht angewendet werden. Bei mäßiger Einschränkung (Child-Pugh B) wird eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung sowie eine Dosisreduktion empfohlen.

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Quelle: IQWiG A22-21: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor; zystische Fibrose, 6 bis 11 Jahre, F508del-Mutation, MF-Mutation, heterozygot) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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