IQWiG2022

Zystische Fibrose (CF): Lumacaftor/Ivacaftor Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor nach Ablauf einer Befristung.

Die Bewertung bezieht sich auf Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren mit zystischer Fibrose, die homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt.

BSC umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen. Dazu gehören unter anderem Antibiotika bei pulmonalen Infektionen, Mukolytika, Pankreasenzyme bei Pankreasinsuffizienz sowie Physiotherapie.

Grundlage der aktuellen Nutzenbewertung ist die randomisierte, doppelblinde Studie VX16-809-121. In dieser wurde Lumacaftor/Ivacaftor in Kombination mit BSC über 48 Wochen gegen Placebo plus BSC verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG leitet aus der vorgelegten Evidenz folgende Kernbewertungen ab:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Lumacaftor/Ivacaftor gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (BSC) nicht belegt. In der bewerteten Studie zeigten sich weder statistisch signifikante Effekte zum Vorteil noch zum Nachteil der Wirkstoffkombination.

Mortalität und Morbidität

  • Im Studienverlauf traten keine Todesfälle auf, weshalb sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bezüglich der Gesamtmortalität ergibt.

  • Für den Endpunkt pulmonale Exazerbationen zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

  • Auch bei der Hospitalisierung wegen pulmonaler Exazerbationen konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden.

  • Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie nicht erhoben.

Nebenwirkungen

  • Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) ergab sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden durch die Therapie.

  • Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen traten im Studienverlauf nicht auf.

Dosierung

Die Dosierung von Lumacaftor/Ivacaftor (Granulat) bei Kindern von 2 bis 5 Jahren richtet sich laut Fachinformation nach dem Körpergewicht:

KörpergewichtDosis (alle 12 Stunden)
< 14 kg100 mg Lumacaftor / 125 mg Ivacaftor
≥ 14 kg150 mg Lumacaftor / 188 mg Ivacaftor

Die Einnahme wird zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit empfohlen. Das Granulat ist mit einem Teelöffel einer altersgerechten, weichen Speise (z. B. Joghurt, Apfelmus) oder Flüssigkeit zu vermischen.

Kontraindikationen

Gemäß Fachinformation werden folgende Kontraindikationen und Warnhinweise aufgeführt:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile ist eine absolute Kontraindikation.

  • Bei gleichzeitiger Einleitung einer Therapie mit starken CYP3A-Inhibitoren wird eine Dosisreduktion in der ersten Behandlungswoche empfohlen.

  • Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B) wird eine reduzierte Dosis angeraten.

  • Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) wird eine Anwendung nur nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung und in reduzierter Dosis empfohlen.

  • Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) ist Vorsicht geboten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist für eine ausreichende Resorption die Einnahme des Granulats zwingend mit einer fetthaltigen Mahlzeit zu kombinieren. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die weiche Speise oder Flüssigkeit zum Einmischen des Granulats maximal Raumtemperatur haben darf und die Mischung innerhalb einer Stunde verzehrt werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG kommt in seiner Bewertung zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber Best Supportive Care (BSC) nicht belegt ist. In der Zulassungsstudie zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei Exazerbationen oder Nebenwirkungen.

Der G-BA hat Best Supportive Care (BSC) als Vergleichstherapie festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte symptomatische Behandlung, wie etwa Antibiotika bei Infektionen, Mukolytika, Pankreasenzyme und Physiotherapie.

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Kinder unter 14 kg erhalten alle 12 Stunden 100 mg Lumacaftor / 125 mg Ivacaftor, ab 14 kg wird die Dosis auf 150 mg / 188 mg erhöht.

Laut Fachinformation ist bei leicht eingeschränkter Leberfunktion keine Anpassung nötig. Bei mäßiger bis starker Einschränkung (Child-Pugh B und C) wird eine Dosisreduktion beziehungsweise eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.

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Quelle: IQWiG A21-122: Lumacaftor/Ivacaftor (zystische Fibrose, homozygot F508del-Mutation im CFTR-Gen, 2-5 Jahre) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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