IQWiG2019Pneumologie

Zystische Fibrose (CF): Ivacaftor/Tezacaftor Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor in Kombination mit Tezacaftor/Ivacaftor. Die Zielgruppe sind Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose, die homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Kombination Lumacaftor/Ivacaftor festgelegt. Beide Therapien werden zusätzlich zu einer individualisierten, bestmöglichen symptomatischen Therapie angewandt.

Da keine direkten Vergleichsstudien vorlagen, basiert die Bewertung auf einem adjustierten indirekten Vergleich über den Brückenkomparator Placebo. Hierfür wurden drei randomisierte kontrollierte Studien herangezogen.

Empfehlungen

Methodik der Nutzenbewertung

Der Bericht analysiert Endpunkte aus den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen. Die Daten stammen aus der Studie VX14-661-106 für die Intervention sowie den Studien VX12-809-103 und VX12-809-104 für die Vergleichstherapie.

Ergebnisse zu Morbidität und Lebensqualität

Für die Gesamtmortalität sowie für pulmonale Exazerbationen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Symptomatik (gemessen über den CFQ-R-Fragebogen) ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt.

Bei der Hospitalisierung wegen pulmonaler Exazerbationen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil der neuen Kombination. Daraus ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen (Ausmaß: gering).

Ergebnisse zu Nebenwirkungen

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) waren aufgrund der Miterfassung von Krankheitssymptomen nicht verwertbar. Für den Endpunkt Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse liegt ein hohes Verzerrungspotenzial vor.

Bei spezifischen Nebenwirkungen zeigt sich ein positiver Effekt:

  • Für den Endpunkt Ausschlag ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden (Ausmaß: beträchtlich)

  • Dies stellt den einzigen positiven Effekt in der Gesamtschau dar

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtabwägung der positiven und negativen Effekte formuliert das IQWiG ein klares Fazit. Es ergibt sich insgesamt ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Ivacaftor + Tezacaftor/Ivacaftor gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Lumacaftor/Ivacaftor.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungen für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren vor:

MedikamentDosisEinnahmezeitpunkt
Tezacaftor/Ivacaftor (100 mg/150 mg)1 TabletteMorgens, mit fetthaltiger Mahlzeit
Ivacaftor (150 mg)1 TabletteAbends, mit fetthaltiger Mahlzeit (ca. 12h Abstand)

Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren sowie bei eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Die Anwendung bei Patientinnen und Patienten nach einer Organtransplantation wird nicht empfohlen, da hierzu keine Untersuchungen vorliegen.

Bei stark eingeschränkter Leberfunktion wird die Anwendung nur empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig übersteigt. Zudem wird bei stark eingeschränkter Nierenfunktion zur Vorsicht geraten.

Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin) wird nicht empfohlen, da dies zu einem Wirksamkeitsverlust führen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass bei der Erfassung von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) in den Zulassungsstudien häufig Symptome der Grunderkrankung, wie infektiöse pulmonale Exazerbationen, miterfasst wurden. Dies führt dazu, dass die Sicherheitsdaten zu SUEs in der Nutzenbewertung als nicht verwertbar eingestuft werden. Es wird in der Praxis empfohlen, bei der Beurteilung der Verträglichkeit streng zwischen echten Medikamentennebenwirkungen und krankheitsbedingten Exazerbationen zu differenzieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ergibt sich in der Gesamtschau ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Lumacaftor/Ivacaftor. Dies liegt vor allem an einem negativen Effekt bei Hospitalisierungen wegen pulmonaler Exazerbationen.

Die Einnahme erfolgt morgens (Kombinationstablette) und abends (Ivacaftor) im Abstand von etwa 12 Stunden. Es wird betont, dass die Tabletten zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden müssen.

Bei gleichzeitiger Gabe von starken oder mäßigen CYP3A-Inhibitoren ist eine Dosisreduktion zwingend erforderlich. Die genauen Anpassungsschemata sind der Fachinformation zu entnehmen.

Der Bericht stellt fest, dass unter Ivacaftor + Tezacaftor/Ivacaftor seltener Hautausschläge auftraten als unter der Vergleichstherapie. Dies wird als Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden gewertet.

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Quelle: IQWiG A19-70: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor, zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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