Zustandsverschlechterung: NEWS-Score und Management
Hintergrund
Die SIGN-Leitlinie 139 befasst sich mit der Versorgung von erwachsenen Patienten, deren klinischer Zustand sich im akuten Krankenhausumfeld verschlechtert. Ziel ist es, eine zuverlässige Erkennung und eine angemessene Reaktion auf physiologische Veränderungen zu gewährleisten.
Die Empfehlungen basieren auf einem Expertenkonsens und sollen Krankenhäuser bei der Implementierung strukturierter Überwachungssysteme unterstützen. Ein zentrales Element ist dabei die standardisierte Erfassung von Vitalparametern.
Durch die frühzeitige Identifikation kritischer Patienten sollen schwerwiegende Komplikationen und die Krankenhausmortalität gesenkt werden. Die Leitlinie betont zudem die Wichtigkeit einer klaren Kommunikation und strukturierter Eskalationspfade.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei jedem Patienten, dessen National Early Warning Score (NEWS) einen Schwellenwert erreicht, zwingend ein Screening auf Sepsis und Delir erfolgen sollte. Wird eine Sepsis festgestellt, wird die vollständige Umsetzung des "Sepsis Six"-Pfades innerhalb von nur einer Stunde empfohlen, um die Prognose des Patienten maßgeblich zu verbessern.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Erhebung des National Early Warning Score (NEWS) mindestens alle vier Stunden nach der Krankenhausaufnahme. Eine seltenere Überwachung muss ärztlich auf Senior-Ebene entschieden und dokumentiert werden.
Es wird empfohlen, standardmäßig Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck, Bewusstseinsgrad, Sauerstoffsättigung und Temperatur zu erfassen. Bei mittlerem oder hohem NEWS-Wert sollte laut Leitlinie zusätzlich der Hydratationszustand beurteilt werden.
Gemäß Leitlinie wird bei einem mittleren Score eine Reaktion innerhalb von 30 Minuten empfohlen. Es sollte ein dringender Ruf an das primär zuständige Ärzteteam erfolgen und eine Person mit Kompetenzen für akute Erkrankungen hinzugezogen werden.
Im Rahmen des "Sepsis Six"-Pfades empfiehlt die Leitlinie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) einen Zielbereich für die Sauerstoffsättigung (SpO2) von 88 bis 92 Prozent. Bei Patienten ohne COPD liegt der Zielbereich bei 94 bis 98 Prozent.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: SIGN 139: Care of Deteriorating Patients (SIGN, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
SIGN 167: Care of deteriorating patients
SIGN: Assessment, diagnosis, care and support for people with dementia and their carers
SIGN 150: Cardiac Rehabilitation
SIGN: Assessment, diagnosis and interventions for autism spectrum disorders
SIGN: Management of diabetes
SIGN: Cardiac rehabilitation
SIGN: Pharmacological management of glycaemic control in people with type 2 diabetes
SIGN: Management of chronic heart failure
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen