Zöliakie: Diagnostik, Biopsie und Ernährungstherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF / DGVS (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF 021-021) beschreibt die Zöliakie als eine systemische, immunvermittelte Erkrankung, die bei genetisch prädisponierten Personen durch den Verzehr von Gluten ausgelöst wird. Aufgrund ihres sehr variablen klinischen Erscheinungsbildes mit gastrointestinalen und extraintestinalen Symptomen wird sie oft als das "Chamäleon der Gastroenterologie" bezeichnet.

Wegen der vielfältigen Symptomatik wird die Diagnose in der Praxis häufig verzögert oder gar nicht gestellt. Die Leitlinie betont daher die Wichtigkeit einer niederschwelligen serologischen Diagnostik bei unklaren Beschwerden sowie bei definierten Risikogruppen.

In der aktuellen Fassung wird die Rolle der Serologie weiter gestärkt. Zudem werden klare Kriterien definiert, unter denen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen eine Diagnosestellung auch ohne duodenale Biopsie sicher möglich ist.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die häufigste Fehlerquelle in der Zöliakie-Diagnostik eine bereits begonnene glutenfreie oder glutenreduzierte Ernährung zum Zeitpunkt der Antikörperbestimmung oder Biopsie. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass für eine zuverlässige Diagnostik eine tägliche Glutenzufuhr (ca. 10 g, z. B. vier Scheiben Weizenbrot) über idealerweise drei Monate im Vorfeld zwingend erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie ermöglicht eine Diagnose ohne Biopsie bei Kindern, wenn der tTG-IgA-Wert das 10-fache des oberen Normwertes überschreitet. Zur Sicherung muss in einer zweiten, unabhängigen Blutprobe ein positiver EMA-IgA-Test vorliegen.

Es wird initial die Bestimmung von Gewebstransglutaminase-IgA-Antikörpern (tTG-IgA) in Kombination mit dem Gesamt-IgA im Serum empfohlen. Nur bei einem nachgewiesenen IgA-Mangel wird auf IgG-basierte Tests ausgewichen.

Gemäß Leitlinie sollen mindestens sechs Biopsien aus dem Duodenum entnommen werden. Davon sollten zwei aus dem Bulbus duodeni und vier aus dem mittleren bis distalen Duodenum stammen.

Als potenzielle Zöliakie wird eine Konstellation bezeichnet, bei der Zöliakie-spezifische Antikörper positiv sind, die Dünndarmhistologie jedoch unauffällig ist (Marsh 0 oder 1). Eine glutenfreie Diät wird hier bei asymptomatischen Personen nicht generell empfohlen, jedoch ein regelmäßiges Monitoring.

Die Leitlinie empfiehlt die erste serologische Kontrolle sechs Monate nach Beginn der Diät. Danach sollten die Kontrollen jährlich erfolgen, bei sehr stabilem Verlauf im Erwachsenenalter auch alle zwei Jahre.

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Quelle: S2k-Leitlinie Zöliakie (AWMF 021-021, 2022) (AWMF / DGVS, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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