Zahnimplantate bei Diabetes: Risiko und Prophylaxe
Hintergrund
Diabetes mellitus ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die zu mikro- und makroangiopathischen Veränderungen führt. Bekanntermaßen sind Menschen mit Diabetes häufiger und schwerer von Parodontitis betroffen, was einen bedeutenden Risikoindikator für periimplantäre Entzündungen darstellt.
Lange Zeit galt Diabetes mellitus als relative Kontraindikation für die dentale Implantologie. Es wurde von Störungen der Wundheilung, einer verminderten knöchernen Integration sowie einer erhöhten Rate an Implantatversagen ausgegangen.
Aktuelle Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die dentale Rehabilitation mit Zahnimplantaten auch bei Diabetikern ein sicheres und vorhersagbares Verfahren ist. Voraussetzung hierfür sind eine korrekte Indikationsstellung sowie ein strikt risikoorientiertes Vorgehen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus mit einer deutlich verzögerten Osseointegration in den ersten Wochen nach dem Eingriff zu rechnen. Es wird daher angeraten, die Indikation für eine Sofort- oder Frühbelastung der Implantate in dieser Patientengruppe äußerst kritisch zu stellen. Zudem wird die Wichtigkeit einer konsequenten präoperativen Parodontaltherapie betont.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie gibt an, dass die kurzfristigen Überlebensraten von Implantaten bei Diabetikern vergleichbar mit denen gesunder Patienten sind. Im Langzeitverlauf scheint das Risiko für einen Implantatverlust jedoch leicht erhöht zu sein.
Es wird eine prophylaktische präoperative Einmalgabe eines Antibiotikums (Single-Shot) empfohlen. Zusätzlich rät die Leitlinie zur perioperativen Anwendung einer desinfizierenden Mundspülung.
Laut Leitlinie gibt es keine Hinweise auf höhere Komplikationsraten bei Augmentationsverfahren wie dem Sinuslift, sofern der Diabetes gut eingestellt ist. Die Erfolgsraten sind hierbei mit denen gesunder Patienten vergleichbar.
Die Leitlinie verweist auf den Zielkorridor der Nationalen Versorgungsleitlinie, der einen HbA1c-Wert zwischen 6,5 % und 7,5 % vorsieht. Vor Behandlungsbeginn sollte der aktuelle Wert ärztlich überprüft werden.
Die Leitlinie stuft Diabetes mellitus als Risikofaktor für die Entstehung periimplantärer Entzündungen ein. Es wird empfohlen, Patienten vorab darüber aufzuklären und eine engmaschige, risikoorientierte Nachsorge durchzuführen.
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Quelle: Zahnimplantate bei Diabetes mellitus (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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