Wirkstärke im Medikationsplan: Dosierungsfehler-Risiko
Hintergrund
Der bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) und der elektronische Medikationsplan (eMP) sind zentrale Instrumente zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Laut einer aktuellen Sicherheitswarnung der AkdÄ bergen diese digitalen Hilfsmittel jedoch auch das Potenzial für neue Medikationsfehler.
Die gesetzlichen Vorgaben verlangen die Nutzung einer Referenzdatenbank für die Angaben zu Wirkstoff, Darreichungsform und Wirkstärke. Diese Daten basieren strikt auf den Zulassungsdaten der jeweiligen Fertigarzneimittel.
Dies führt in der Praxis zu regulatorischen Besonderheiten. Wenn ein Präparat nur über eine gemeinsame Zulassung für verschiedene Volumina verfügt, wird im Medikationsplan oft nur die Konzentration statt der absoluten Wirkstoffmasse angezeigt.
💡Praxis-Tipp
Ein besonders kritischer Fehler im Praxisalltag ist die unreflektierte Übernahme von Stückzahlen bei Hochrisikoarzneimitteln wie Methotrexat aus dem Medikationsplan. Die Publikation warnt davor, dass eine angezeigte Konzentration (z. B. 20 mg/ml) fälschlicherweise als absolute Dosis interpretiert werden kann. Es wird dringend angeraten, Dosierungen immer in absoluten Einheiten wie Milligramm zu dokumentieren.
Häufig gestellte Fragen
Dies beruht laut Publikation auf einer regulatorischen Besonderheit der Referenzdatenbank. Wenn ein Arzneimittel für verschiedene Spritzenvolumina nur eine gemeinsame Zulassung besitzt, wird die Wirkstärke im Plan einheitlich als Konzentration abgebildet.
Es wird die konsequente Nutzung von absoluten Einheiten wie Milligramm oder Milliliter in den Dosierungsangaben empfohlen. Die alleinige Angabe von Stückzahlen sollte bei solchen Hochrisikoarzneimitteln vermieden werden.
Auffälligkeiten und Fehlerkonstellationen können an die zuständigen Arzneimittelkommissionen gemeldet werden. Alternativ ist eine direkte Meldung an die zuständige Meldestelle im BfArM möglich.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Darstellung der Wirkstärke in Medikationsplänen – Probleme erkennen, melden und vermeiden (AkdÄ, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: MedSafetyWeek 2024: Internationale Kampagne zur Meldung von Nebenwirkungen
AkdÄ: Information zur MedSafetyWeek 2023
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Biotin: Risiko falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen durch Biotin-Interferenzen.
AkdÄ: Information des BfArM zu Chlorhexidin: Anhaltende Hornhautverletzungen und erhebliche Sehbehinderungen
AkdÄ: Information zu Otriven® gegen Schnupfen 0,025 %
AkdÄ: Information des BfArM: Atomoxetin (Handelsnamen: Agakalin, Atomoxe, Atomoxetin, Strattera): Aktualisierung der Fach- und Gebrauchsinformation
AkdÄ: Publikation des Paul-Ehrlich-Instituts: Verdachtsfälle
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Ausgabe 4/2010
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen