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WHO2021

WHO-Leitlinie 2021: Wasserqualität von Badegewässern

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Fokus auf präventives Risikomanagement durch die Implementierung von Recreational Water Safety Plans (RWSPs).
  • Intestinale Enterokokken dienen als alleiniger Hauptindikator für fäkale Verunreinigungen in Süß- und Salzwasser.
  • Die Leitlinie definiert spezifische Grenzwerte für Cyanotoxine (z.B. Microcystin 24 µg/L) und ein dreistufiges Warnsystem für Algenblüten.
  • Für Strandsand wurde ein vorläufiger Richtwert von 60 KBE/g für intestinale Enterokokken festgelegt.
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Hintergrund

Die aktualisierte WHO-Leitlinie (2021) zur Qualität von Badegewässern (Küsten- und Süßwasser) fokussiert sich ausschließlich auf die Wasserqualität. Andere Risiken wie Ertrinken oder Sonnenexposition sind in dieser spezifischen Richtlinie ausgeschlossen. Im Zentrum der Empfehlungen steht das präventive Risikomanagement durch sogenannte Recreational Water Safety Plans (RWSPs). Diese Pläne umfassen die Systembewertung, kontinuierliche Überwachung sowie Management- und Kommunikationsstrategien.

Mikrobielle Wasserqualität und fäkale Verunreinigung

Als primärer Indikator für fäkale Verunreinigungen in marinen und Süßgewässern dienen intestinale Enterokokken. Die WHO empfiehlt die Nutzung dieses einzelnen Indikators, um die Analyse und Interpretation im operativen Alltag zu vereinfachen. Die Einstufung der Gewässerqualität erfolgt in vier Kategorien basierend auf dem 95. Perzentil der intestinalen Enterokokken pro 100 ml:

KategorieIntestinale Enterokokken (95. Perzentil/100 ml)Geschätztes Risiko pro Exposition
A<= 40Geringes Risiko: <1 % Risiko für gastrointestinale (GI) Erkrankungen, <0,3 % für akute fieberhafte Atemwegserkrankungen (AFRI).
B41–200Schwellenwert: 1–5 % GI-Risiko, 0,3–1,9 % AFRI-Risiko.
C201–500Erhöhtes Risiko: 5–10 % GI-Risiko, 1,9–3,9 % AFRI-Risiko.
D> 500Signifikantes Risiko: >10 % GI-Risiko, >3,9 % AFRI-Risiko.

Schädliche Algenblüten (Cyanobakterien)

Für Süß- und Brackwasser etabliert die Leitlinie ein dreistufiges Warnsystem (Vigilance, Alert 1, Alert 2) basierend auf Biovolumen, Chlorophyll-a und Sichttiefe. Zudem wurden vorläufige Richtwerte für spezifische Cyanotoxine definiert, um die Gesundheit der Badenden zu schützen:

CyanotoxinRichtwert (Süßwasser)Bemerkung
Microcystin24 µg/LVorläufiger Richtwert
Cylindrospermopsin6 µg/LVorläufiger Richtwert
Anatoxin-a60 µg/LKonservativer gesundheitsbasierter Referenzwert
Saxitoxin30 µg/LRichtwert

Strandsand und Chemikalien

Neben dem Wasser selbst werden auch Strandsand und chemische Verunreinigungen in die Risikobewertung einbezogen:

  • Strandsand: Es gilt ein vorläufiger Richtwert von 60 KBE/g (Koloniebildende Einheiten pro Gramm) für intestinale Enterokokken. Präventive Maßnahmen wie das Fernhalten von Hunden und Vögeln sowie ein striktes Abfallmanagement werden dringend empfohlen.
  • Chemikalien: Als Screening-Ansatz sollten Substanzen untersucht werden, deren Konzentration im Badewasser den Richtwert der WHO-Trinkwasserleitlinie um das 20-Fache übersteigt.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie intestinale Enterokokken als primären Indikator für fäkale Verunreinigungen in Süß- und Salzwasser, um die Überwachung zu vereinfachen. Achten Sie bei Verdacht auf Algenblüten auf die Sichttiefe: Ein Wert von < 0,5–1 m deutet auf ein kritisches Level (Alert Level 2) hin.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt intestinale Enterokokken als primären Indikator für sowohl Süß- als auch Salzwasser.
Bei einem 95. Perzentil von >500 intestinalen Enterokokken pro 100 ml (Kategorie D) liegt das Risiko für gastrointestinale Erkrankungen bei über 10 % pro Exposition.
Der vorläufige Richtwert für Microcystin in Erholungsgewässern liegt bei 24 µg/L.
Ja, die Leitlinie nennt einen vorläufigen Richtwert von 60 KBE/g für intestinale Enterokokken im Strandsand.

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