VTE-Prophylaxe: Prävention und Dosierung im Krankenhaus

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Im Krankenhaus erworbene venöse Thromboembolien (VTE) stellen eine häufige und potenziell vermeidbare Ursache für Morbidität und Mortalität dar. Sie umfassen alle VTE-Ereignisse, die während eines Klinikaufenthalts oder innerhalb von 90 Tagen nach der Entlassung auftreten.

Die NICE-Leitlinie NG89 liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur Reduktion des Risikos für tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Die Zielgruppe umfasst Personen über 16 Jahre, die stationär aufgenommen oder tagesklinisch behandelt werden.

Ein zentrales Element ist die systematische Risikobewertung. Es wird betont, dass bei jeder Person das individuelle Thromboserisiko sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden muss, um eine sichere Prophylaxe-Strategie festzulegen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Prävention venöser Thromboembolien:

Risikobewertung

Es wird eine VTE- und Blutungsrisikobewertung für alle aufgenommenen Patienten empfohlen. Diese sollte so bald wie möglich nach der Aufnahme oder spätestens innerhalb von 14 Stunden nach der Aufnahmeentscheidung erfolgen.

Das individuelle VTE-Risiko muss stets gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden. Bei einer Veränderung des klinischen Zustands wird eine erneute Risikobewertung empfohlen.

Mechanische Prophylaxe

Wenn Antithrombosestrümpfe indiziert sind, werden Modelle mit graduierter Kompression und einem Waden-Druck von 14 bis 15 mmHg empfohlen.

Es wird geraten, die Strümpfe Tag und Nacht zu tragen, bis die Mobilität nicht mehr signifikant eingeschränkt ist. Zur Körperpflege und Hautinspektion sollten sie täglich entfernt werden.

Als Alternative bei Kontraindikationen oder Hautproblemen wird die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) empfohlen.

Medikamentöse Prophylaxe bei internistischen Patienten

Für akut erkrankte medizinische Patienten wird eine medikamentöse Prophylaxe für mindestens 7 Tage empfohlen:

  • Niedermolekulares Heparin (NMH) als Erstlinientherapie

  • Fondaparinux als Alternative bei NMH-Kontraindikation

Bei Niereninsuffizienz wird NMH oder unfraktioniertes Heparin (UFH) empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Dosisanpassung erforderlich sein kann.

Für onkologische Patienten unter Chemotherapie wird routinemäßig keine Prophylaxe empfohlen, sofern sie mobil sind. Ausnahmen bilden Personen mit Myelom unter spezifischer Therapie sowie solche mit Pankreaskarzinom.

Chirurgische Patienten

Für die meisten großen chirurgischen Eingriffe (z. B. abdominal, bariatrisch, thorakal) wird eine Kombination aus mechanischer und medikamentöser Prophylaxe empfohlen. Die medikamentöse Prophylaxe sollte in der Regel für mindestens 7 Tage erfolgen.

Bei großen abdominalen Tumoroperationen wird eine Verlängerung der medikamentösen Prophylaxe auf 28 Tage postoperativ empfohlen.

Bei neurochirurgischen oder spinalen Eingriffen wird primär eine mechanische Prophylaxe empfohlen. Eine medikamentöse Prophylaxe kann 24 bis 48 Stunden postoperativ hinzugefügt werden, wenn das VTE-Risiko überwiegt.

Dosierung

Es werden spezifische Dosierungsschemata und Behandlungsdauern für bestimmte Indikationen empfohlen:

IndikationMedikamentDosierung / Dauer
Elektiver HüftgelenkersatzNMH + AspirinNMH für 10 Tage, gefolgt von Aspirin (75 mg oder 150 mg) für weitere 28 Tage
Elektiver Hüftgelenkersatz (Alternative)NMH + AntithrombosestrümpfeNMH für 28 Tage kombiniert mit Strümpfen bis zur Entlassung
Elektiver KniegelenkersatzAspirinAspirin (75 mg oder 150 mg) für 14 Tage
Elektiver Kniegelenkersatz (Alternative)NMH + AntithrombosestrümpfeNMH für 14 Tage kombiniert mit Strümpfen bis zur Entlassung
Becken-, Hüft- oder proximale FemurfrakturNMH oder FondaparinuxFür 1 Monat (Beginn 6-12h postoperativ bei NMH)
Myelom (unter Thalidomid/Lenalidomid + Steroide)Aspirin oder NMHAspirin (75 mg oder 150 mg) oder NMH für die Dauer der Chemotherapie

Kontraindikationen

Es werden spezifische Kontraindikationen für mechanische und medikamentöse Maßnahmen genannt:

Antithrombosestrümpfe

Antithrombosestrümpfe dürfen bei folgenden Bedingungen nicht eingesetzt werden:

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder arterielle Bypässe

  • Periphere Neuropathie oder andere sensorische Störungen

  • Lokale Hauterkrankungen (z. B. Dermatitis, Gangrän, frische Hauttransplantate)

  • Schwere Beinödeme oder ausgeprägte Deformitäten, die eine korrekte Passform verhindern

  • Bekannte Allergie gegen das Material

Spezifische klinische Situationen

Es wird explizit davon abgeraten, Antithrombosestrümpfe bei akutem Schlaganfall einzusetzen.

Bei Frauen in der aktiven Wehenphase wird keine VTE-Prophylaxe empfohlen. Eine laufende medikamentöse Prophylaxe sollte gestoppt werden.

In den letzten Lebenstagen (Palliativsituation) wird keine VTE-Prophylaxe mehr empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird besonders darauf hingewiesen, dass bei Patienten mit akutem Schlaganfall keine Antithrombosestrümpfe zur VTE-Prophylaxe eingesetzt werden sollen, sondern stattdessen eine intermittierende pneumatische Kompression (IPK) erwogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Risikobewertung wird so bald wie möglich nach der Aufnahme empfohlen. Spätestens sollte sie innerhalb von 14 Stunden nach der Aufnahmeentscheidung durchgeführt werden.

Für akut erkrankte medizinische Patienten wird eine medikamentöse Prophylaxe für mindestens 7 Tage empfohlen. Als Erstlinientherapie wird niedermolekulares Heparin (NMH) eingesetzt.

Es werden Modelle mit graduierter Kompression empfohlen. Der Waden-Druck sollte dabei 14 bis 15 mmHg betragen.

Bei mobilen Krebspatienten unter Chemotherapie wird routinemäßig keine VTE-Prophylaxe empfohlen. Ausnahmen bilden Personen mit Myelom unter spezifischer Therapie sowie Patienten mit Pankreaskarzinom.

Es wird primär niedermolekulares Heparin (NMH) für 10 Tage empfohlen, gefolgt von Aspirin für weitere 28 Tage. Alternativ kann NMH für 28 Tage in Kombination mit Antithrombosestrümpfen eingesetzt werden.

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Quelle: NG89: Pelvic floor dysfunction: prevention and management (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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