StatPearls2026

Verbrennung: Flüssigkeitstherapie und Parkland-Formel

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Verbrennungen führen zu einer systemischen Entzündungsreaktion, die eine Vasodilatation und eine erhöhte Kapillarpermeabilität auslöst. Dies verursacht einen massiven Flüssigkeitsverlust aus dem Intravasalraum und kann in einen hypovolämischen Schock münden.

Die frühzeitige und adäquate Flüssigkeitstherapie ist entscheidend, um die Gewebeperfusion aufrechtzuerhalten und Organschäden zu vermeiden. Die StatPearls-Leitlinie liefert hierfür evidenzbasierte Empfehlungen zur Volumensubstitution in der frühen Resuscitationsphase.

Empfehlungen

Indikation und Diagnostik

Gemäß der Leitlinie wird eine formelle Flüssigkeitstherapie bei Erwachsenen ab einer betroffenen Körperoberfläche (TBSA) von über 20 Prozent empfohlen. Bei Kindern liegt der Schwellenwert laut Leitlinie bei über 10 bis 15 Prozent TBSA.

Zur präzisen Bestimmung der verbrannten Körperoberfläche werden folgende Methoden empfohlen:

  • Die Lund-Browder-Tabelle als genaueste Methode für alle Altersgruppen

  • Die Neunerregel (Rule of Nines) zur schnellen Einschätzung bei Erwachsenen

  • Die Handflächenmethode (Palmar method) für kleinere Verbrennungen

Wahl der Infusionslösung

Als Mittel der ersten Wahl wird die Gabe von kristalloiden Lösungen, insbesondere Ringer-Laktat, empfohlen. Bei Säuglingen wird aufgrund der begrenzten Glykogenspeicher ein Zusatz von Glukose (Dextrose) empfohlen, um einer Hypoglykämie vorzubeugen.

Der Einsatz von Albumin kann laut Leitlinie erwogen werden, wenn die kristalloiden Flüssigkeitsmengen stark ansteigen oder die primäre Resuscitation ineffektiv bleibt.

Monitoring und Zielwerte

Die Leitlinie betont, dass die Urinausscheidung (UOP) ein zentraler Parameter zur Steuerung der Flüssigkeitstherapie ist. Es wird empfohlen, die Infusionsrate kontinuierlich an die Urinausscheidung und die klinische Reaktion anzupassen.

Zusätzlich wird empfohlen, bei Säuglingen weitere Parameter wie Sensorium, körperliche Untersuchung, Puls und systolischen Blutdruck zur Steuerung heranzuziehen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata und Zielwerte für die Flüssigkeitstherapie:

Formel / PatientengruppeDosierung / ZielwertBesonderheiten
Parkland-Formel (Erwachsene)4 ml Ringer-Laktat / kg / % TBSA50 % in den ersten 8 h, Rest in den folgenden 16 h
Parkland-Formel (Kinder)3 ml Ringer-Laktat / kg / % TBSA50 % in den ersten 8 h, Rest in den folgenden 16 h
Modifizierte Brooke-Formel (Erwachsene)2 ml Ringer-Laktat / kg / % TBSAAlternative zur Parkland-Formel
Urinausscheidung (Erwachsene)30-50 ml/h oder 0,5-1,0 ml/kg/hStandard-Zielwert
Urinausscheidung (Kinder < 30 kg)1,0 ml/kg/hStandard-Zielwert
Urinausscheidung (Kinder > 30 kg)0,5 ml/kg/hStandard-Zielwert
Urinausscheidung (Rhabdomyolyse)1,0 ml/kg/hBei Erwachsenen mit schweren Verbrennungen

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät ausdrücklich von der Verwendung hypotoner Lösungen ab, da diese die Ödembildung verschlimmern können. Zudem wird vor der routinemäßigen Verabreichung von Flüssigkeitsboli ohne nachgewiesene Hypovolämie gewarnt, da dies ebenfalls zu einer verstärkten Ödembildung führen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich vor dem sogenannten "Fluid Creep", einer Überwässerung durch zu aggressive Volumengabe. Es wird darauf hingewiesen, dass eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr lebensbedrohliche Komplikationen wie ein abdominelles Kompartmentsyndrom, Extremitäten-Kompartmentsyndrom oder Lungenödeme auslösen kann. Daher wird empfohlen, die Infusionsraten streng an den klinischen Zielwerten auszurichten und nicht starr an initial berechneten Formeln festzuhalten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine formelle Flüssigkeitstherapie bei Erwachsenen ab 20 Prozent und bei Kindern ab 10 bis 15 Prozent verbrannter Körperoberfläche (TBSA) empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt Ringer-Laktat als kristalloides Mittel der ersten Wahl für die initiale Resuscitation. Bei Säuglingen sollte aufgrund der Hypoglykämiegefahr zusätzlich Glukose verabreicht werden.

Gemäß der Parkland-Formel werden 4 ml Ringer-Laktat pro Kilogramm Körpergewicht pro Prozent verbrannter Körperoberfläche berechnet. Die Hälfte dieser berechneten Menge wird in den ersten 8 Stunden nach dem Trauma verabreicht.

Die Leitlinie empfiehlt bei Erwachsenen eine Urinausscheidung von 30 bis 50 ml pro Stunde oder 0,5 bis 1,0 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Bei Vorliegen einer Rhabdomyolyse wird ein Zielwert von 1,0 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde empfohlen.

Eine Überwässerung, auch "Fluid Creep" genannt, kann laut Leitlinie zu schweren Komplikationen führen. Dazu zählen Lungenödeme, Hirnödeme sowie ein Kompartmentsyndrom des Abdomens oder der Extremitäten.

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Quelle: StatPearls: Burn Fluid Resuscitation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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