Urothelkarzinom: Diagnostik, Stadien und Therapie
Hintergrund
Das Urothelkarzinom der Harnblase gehört zu den häufigsten malignen Tumoren, wobei Männer etwa dreimal häufiger erkranken als Frauen. Das mediane Erkrankungsalter liegt bei über 70 Jahren.
Als Hauptrisikofaktor gilt das Zigarettenrauchen, gefolgt von beruflicher Exposition gegenüber aromatischen Aminen. Auch genetische Faktoren wie das Lynch-Syndrom können das Risiko für die Entstehung eines Urothelkarzinoms signifikant erhöhen.
Klinisch und therapeutisch wird primär zwischen nicht-muskelinvasiven (NMIBC) und muskelinvasiven (MIBC) Tumoren unterschieden. Diese Unterscheidung ist laut Leitlinie essenziell für die weitere Therapieplanung, den Organerhalt und die Prognose.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die Urinzytologie als alleinige Ausschlussdiagnostik zu verwenden, da ihre Sensitivität bei hoch differenzierten Tumoren (G1) sehr gering ist. Zudem wird betont, dass eine neoadjuvante Chemotherapie vor einer Zystektomie bei Cisplatin-geeigneten Personen den aktuellen Standard darstellt und nicht zugunsten einer primären Operation übergangen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei einer Hämaturie eine Basisdiagnostik aus Urinsediment, Urinzytologie, Sonographie der Harnwege und einer Zystoskopie empfohlen. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine transurethrale Resektion (TURB) zur histologischen Sicherung.
Die Leitlinie empfiehlt eine neoadjuvante cisplatinbasierte Chemotherapie bei allen Cisplatin-geeigneten Personen mit einem lokalisierten muskelinvasiven Urothelkarzinom (Stadium ≥cT2N0). Diese sollte vor der geplanten radikalen Zystektomie durchgeführt werden.
Als neuer präferierter Standard in der Erstlinie wird die Kombination aus dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Enfortumab Vedotin und dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab empfohlen. Dies gilt laut Leitlinie unabhängig von der Eignung für eine platinbasierte Chemotherapie.
Eine Cisplatin-Therapie ist laut Leitlinie unter anderem bei einer Kreatininclearance ≤ 40 ml/min und einem ECOG-Status ≥ 2 kontraindiziert. Auch bei vorbestehendem Hörverlust oder einer Polyneuropathie ab Grad 2 wird von der Gabe abgeraten.
Ja, als Alternative zur radikalen Zystektomie kann eine trimodale Therapie durchgeführt werden. Diese besteht gemäß Leitlinie aus einer maximalen transurethralen Resektion (TURB), gefolgt von einer simultanen Radiochemotherapie.
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Quelle: Urothelkarzinom (Harnblasenkarzinom) (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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