International Rare Disease Consortium2024NeurologiePädiatrie

Tyrosinhydroxylase-Mangel (THD): Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: International Rare Disease Consortium (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Tyrosinhydroxylase-Mangel (THD) ist eine extrem seltene, autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung. Das Enzym Tyrosinhydroxylase ist für den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Dopaminbiosynthese verantwortlich.

Ein Mangel führt zu einem zentralen Defizit an Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Das klinische Spektrum reicht von leichten bis zu sehr schweren Verläufen und äußert sich typischerweise durch Dystonie, axiale Hypotonie, Bradykinesie und okulogyre Krisen.

Die Leitlinie der International Working Group on Neurotransmitter related Disorders (iNTD) betont, dass die bisherige strikte Einteilung in Typ A und Typ B nicht mehr angewendet werden sollte (starke Empfehlung). Stattdessen wird die Erkrankung als kontinuierliches phänotypisches Spektrum betrachtet.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sind Dyskinesien bei der Einleitung einer L-Dopa-Therapie aufgrund der zerebralen Dopamin-Hypersensitivität zu erwarten und stellen keinen Grund für einen sofortigen Therapieabbruch dar. Es wird geraten, in solchen Fällen die Tagesgesamtdosis temporär zu reduzieren, die Gaben auf kleinere Einzeldosen zu verteilen oder die Titrationsgeschwindigkeit zu verlangsamen.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose stützt sich laut Leitlinie auf eine Liquoruntersuchung, die eine niedrige Homovanillinsäure (HVA) bei normaler 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) zeigt. Zur endgültigen Bestätigung wird eine genetische Untersuchung des TH-Gens empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt L-Dopa in Kombination mit einem peripheren Decarboxylase-Inhibitor (wie Carbidopa oder Benserazid) als primäre Behandlung. Die Therapie wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und schrittweise gesteigert.

Es wird empfohlen, die Dosissteigerung zu verlangsamen, die Tagesdosis auf mehrere kleine Gaben zu verteilen oder die Gesamtdosis vorübergehend zu senken. Bei anhaltenden Problemen kann gemäß Leitlinie ein MAO-B-Hemmer wie Selegilin ergänzt werden.

Eine routinemäßige Bildgebung des Gehirns ist zur Diagnosestellung nicht erforderlich. Ein MRT wird nur bei unklaren klinischen Symptomen empfohlen, die nicht zum typischen THD-Phänotyp passen.

Es wird dringend davon abgeraten, zentral wirksame Dopaminantagonisten wie bestimmte Antiemetika (z. B. Metoclopramid) oder Antipsychotika einzusetzen. Diese können die dopaminergen Mangelsymptome massiv verschlechtern.

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Quelle: Consensus Guideline for the Diagnosis and Treatment of Tyrosine Hydroxylase Deficiency (International Rare Disease Consortium, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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