Trichomoniasis: Diagnostik und Leitlinien-Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die CDC-Leitlinie (2021) adressiert die Trichomoniasis als die weltweit am häufigsten auftretende nicht-virale sexuell übertragbare Infektion (STI). Ein Großteil der Infizierten, schätzungsweise 70 bis 85 Prozent, weist keine oder nur minimale genitale Symptome auf.

Unbehandelte Infektionen können über Monate bis Jahre bestehen bleiben. Die Erkrankung ist mit einer erhöhten Rate an Frühgeburten, einem gesteigerten Risiko für die Übertragung von HIV sowie entzündlichen Beckenerkrankungen (PID) assoziiert.

Die Übertragung erfolgt primär durch vaginalen Geschlechtsverkehr oder durch den Austausch von infizierten Vaginalsekreten. Die konsequente Nutzung von Kondomen wird als beste Präventionsmaßnahme beschrieben.

Empfehlungen

Diagnostik und Screening

Laut Leitlinie wird eine Diagnostik bei Frauen mit vaginalem Ausfluss empfohlen.

Ein routinemäßiges jährliches Screening wird für asymptomatische Frauen mit einer HIV-Infektion empfohlen.

Für asymptomatische Frauen in Hochprävalenz-Settings, wie beispielsweise STI-Kliniken, kann ein jährliches Screening erwogen werden.

Ein extragenitales Screening, etwa rektal oder oral, wird aufgrund fehlender Evidenz und fehlender Zulassungen der Tests nicht empfohlen.

Testverfahren

Für die Diagnostik werden folgende Verfahren bewertet:

  • Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAATs) werden aufgrund ihrer hohen Sensitivität und Spezifität bevorzugt.

  • Die Nativpräparat-Mikroskopie weist eine geringe Sensitivität auf und sollte innerhalb einer Stunde nach der Probenentnahme ausgewertet werden.

  • Ein Pap-Abstrich gilt nicht als diagnostischer Test, erfordert aber bei einem Zufallsbefund von Trichomonaden eine Bestätigungsdiagnostik.

Therapieprinzipien

Die Behandlung zielt auf die Linderung der Symptome und die Reduktion der Transmission ab.

Es wird empfohlen, dass infizierte Personen und deren Sexualpartner bis zum Abschluss der Therapie und dem vollständigen Abklingen der Symptome auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Eine zeitgleiche Behandlung aller Sexualpartner ist zur Vermeidung von Reinfektionen essenziell.

Nachsorge

Für alle sexuell aktiven Frauen wird eine erneute Testung etwa drei Monate nach der initialen Behandlung empfohlen.

Für Männer gibt es laut Leitlinie keine ausreichenden Daten, um eine routinemäßige Nachtestung zu empfehlen.

Besondere Patientengruppen

Bei symptomatischen Schwangeren wird eine Testung und Behandlung unabhängig vom Schwangerschaftsstadium empfohlen.

Frauen mit einer HIV-Infektion sollten aufgrund der hohen Koinfektionsrate bei Eintritt in die Versorgung und danach mindestens jährlich auf Trichomoniasis gescreent werden.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt Nitroimidazole als einzige Medikamentenklasse mit klinisch nachgewiesener Wirksamkeit. Metronidazol-Gel erreicht keine therapeutischen Spiegel in der Urethra und wird nicht empfohlen.

PatientengruppeMedikamentDosierungDauer
Frauen (ohne HIV)Metronidazol500 mg oral, 2-mal täglich7 Tage
MännerMetronidazol2 g oralEinmaldosis
Frauen mit HIVMetronidazol500 mg oral, 2-mal täglich7 Tage
Alternative (Männer & Frauen)Tinidazol2 g oralEinmaldosis

Kontraindikationen

Tinidazol sollte laut Leitlinie in der Schwangerschaft vermieden werden.

Bei einer IgE-vermittelten Überempfindlichkeit gegen 5-Nitroimidazole wird eine Desensibilisierung in Zusammenarbeit mit einem Allergologen empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, sich bei der Diagnostik ausschließlich auf die Nativpräparat-Mikroskopie zu verlassen, da deren Sensitivität nach der Probenentnahme rapide abfällt. Es wird betont, dass bei Frauen mit einer HIV-Infektion eine Einmaldosis Metronidazol weniger wirksam ist und stattdessen zwingend die siebentägige Therapie angewendet werden sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die meisten vermeintlichen Therapieversager in der Praxis auf Reinfektionen durch unbehandelte Partner zurückzuführen sind.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für Männer eine orale Einmaldosis von 2 g Metronidazol. Alternativ kann eine Einmaldosis von 2 g Tinidazol verabreicht werden.

Bei Frauen wird eine erneute Testung etwa drei Monate nach der initialen Behandlung empfohlen, unabhängig davon, ob der Partner mitbehandelt wurde. Für Männer gibt es keine generelle Empfehlung zur Nachtestung.

Ja, laut Leitlinie weist Metronidazol ein geringes Risiko für den Fötus auf und wird zur Behandlung symptomatischer Schwangerer empfohlen. Tinidazol hingegen sollte in der Schwangerschaft vermieden werden.

Bei Frauen mit einer HIV-Infektion ist eine Einmaldosis Metronidazol weniger effektiv. Es wird eine Therapie mit 500 mg Metronidazol zweimal täglich über sieben Tage empfohlen.

Nein, die Leitlinie rät von der Verwendung von Metronidazol-Gel ab. Es erreicht keine ausreichenden therapeutischen Spiegel in der Urethra und den perivaginalen Drüsen.

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Quelle: CDC Trichomoniasis Treatment Guidelines (CDC, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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