StatPearls2026

Trauma Erstversorgung: ABCDE-Schema und Diagnostik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Publikation beschreibt den Primary Survey als standardisiertes Verfahren zur schnellen Beurteilung und Behandlung lebensbedrohlicher Verletzungen bei Traumapatienten. Die Haupttodesursachen in diesem Kontext sind Atemwegsobstruktionen, respiratorisches Versagen, hämorrhagischer Schock und Schädel-Hirn-Traumata.

Laut Leitlinie ist die Durchführung bei allen Traumapatienten indiziert, unabhängig vom initialen Stabilitätsgrad. Selbst bei scheinbar stabilen Personen mit einem entsprechenden Unfallmechanismus wird die Untersuchung empfohlen, um okkulte Verletzungen nicht zu übersehen.

Es gibt keine Kontraindikationen für den Primary Survey. Wenn eine betroffene Person aufgrund von Panik oder Intoxikation zu unkooperativ für die Untersuchung ist, wird eine Sedierung und Intubation empfohlen, um eine effektive Beurteilung zu ermöglichen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Publikation empfiehlt für die Erstversorgung das standardisierte ABCDE-Schema. Jede identifizierte lebensbedrohliche Störung muss laut Leitlinie behoben werden, bevor der nächste Schritt im Algorithmus erfolgt.

A: Airway (Atemweg und Halswirbelsäule)

Es wird empfohlen, die Durchgängigkeit der Atemwege initial durch einfache Ansprache zu prüfen. Bei einer Obstruktion sollte der Atemweg freigemacht werden, wobei bei Verdacht auf eine Halswirbelsäulenverletzung der Esmarch-Handgriff (Jaw Thrust) bevorzugt wird.

Die Leitlinie betont die strikte Immobilisation der Halswirbelsäule. Es wird eine Zwei-Personen-Technik zur manuellen Stabilisierung in Neutralposition empfohlen, gefolgt von der Anlage einer Zervikalstütze.

B: Breathing (Beatmung)

Die Beurteilung der Atmung erfolgt durch Inspektion und Auskultation. Es wird empfohlen, auf Trachealdeviation, asymmetrische Thoraxbewegungen und offene Wunden zu achten.

Folgende spezifische Interventionen werden genannt:

  • Spannungspneumothorax: Nadeldekompression mit anschließender Thoraxdrainage.

  • Offener Pneumothorax: Abdeckung mit einem an drei Seiten fixierten Verband.

  • Instabiler Thorax (Flail Chest): Einleitung einer Überdruckbeatmung bei respiratorischer Insuffizienz.

Grundsätzlich wird für alle Traumapatienten die Gabe von Sauerstoff empfohlen.

C: Circulation (Kreislauf und Blutungskontrolle)

Die Leitlinie nennt massiven Blutverlust als häufigste Schockursache. Zur schnellen Beurteilung des Bewusstseinszustandes wird das AVPU-Schema empfohlen:

StufeBedeutungReaktion
AAlertWach und ansprechbar
VVerbalReaktion auf verbale Reize
PPainReaktion auf Schmerzreize
UUnresponsiveKeine Reaktion auf Reize

Offensichtliche Blutungen sollten durch direkten Druck oder den Einsatz von Tourniquets kontrolliert werden. Bei Hypovolämie wird eine initiale Volumentherapie mit 1 bis 2 Litern isotoner kristalloider Lösung (z. B. Ringer-Laktat) empfohlen, gefolgt von Blutprodukten.

D: Disability (Neurologischer Status)

Es wird eine rasche neurologische Beurteilung mittels Pupillenreaktion, Lateralisationszeichen und der Glasgow Coma Scale (GCS) gefordert. Bei einem GCS-Wert unter 8 wird die Etablierung eines definitiven Atemwegs empfohlen.

Die Leitlinie führt folgende GCS-Punktevergabe auf:

KategorieKriteriumPunkte
MotorikBefolgt Aufforderungen6
MotorikGezielte Schmerzabwehr5
MotorikUngezielte Schmerzabwehr4
MotorikBeugesynergismen (Dekortikationshaltung)3
MotorikStrecksynergismen (Dezerebrationshaltung)2
MotorikKeine Reaktion1
Verbale ReaktionKonversationsfähig, orientiert5
Verbale ReaktionVerwirrt4
Verbale ReaktionInadäquate Worte3
Verbale ReaktionUnverständliche Laute2
Verbale ReaktionKeine Reaktion (oder 1T bei Intubation)1
AugenöffnungSpontan4
AugenöffnungAuf Ansprache / Geräusch3
AugenöffnungAuf Schmerzreiz2
AugenöffnungKeine Reaktion1

E: Exposure (Exposition und Umfeldschutz)

Es wird empfohlen, die behandelte Person vollständig zu entkleiden, um keine Verletzungen zu übersehen. Anschließend muss laut Leitlinie eine Abdeckung mit warmen Decken erfolgen, um das Risiko einer Hypothermie zu minimieren.

Diagnostische Ergänzungen (Adjuncts)

Im Anschluss an das ABCDE-Schema werden weitere diagnostische Maßnahmen empfohlen. Dazu gehören ein EKG, eine Röntgen-Thorax- und Beckenaufnahme sowie eine FAST-Sonographie zur Erkennung freier intraabdomineller Flüssigkeit oder einer Perikardtamponade.

Die Anlage eines Blasenkatheters wird zur Überwachung des Flüssigkeitsstatus empfohlen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Ein Magenkatheter kann zur Dekompression eingesetzt werden, wobei bei Gesichtstraumata eine nasale Anlage vermieden werden sollte.

Kontraindikationen

Die Leitlinie betont, dass es keine Kontraindikationen für die Durchführung des Primary Survey gibt.

Für spezifische diagnostische und therapeutische Maßnahmen werden jedoch folgende Warnhinweise genannt:

  • Blasenkatheter: Kontraindiziert bei Blut am Meatus, perinealer Ekchymose oder einer hochstehenden Prostata.

  • Nasaler Magenkatheter: Kontraindiziert bei Gesichtstraumata oder dem Verdacht auf eine Schädelbasisfraktur.

  • Thoraxverband: Ein an allen vier Seiten geschlossener Verband bei einem offenen Pneumothorax kann einen lebensbedrohlichen Spannungspneumothorax auslösen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass ein normaler Blutdruck einen signifikanten Blutverlust nicht ausschließt, da insbesondere bei Kindern bis zu 30 Prozent des Blutvolumens verloren gehen können, bevor der Blutdruck abfällt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass blasse und kalte Extremitäten immer als Zeichen eines Schocks gewertet werden sollten, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die Untersuchung bei allen Traumapatienten indiziert. Auch bei scheinbar stabilen Personen mit einem traumatischen Unfallmechanismus wird sie empfohlen, um okkulte Verletzungen sicher auszuschließen.

Es wird eine Zwei-Personen-Technik empfohlen, bei der eine Person die Halswirbelsäule manuell in Neutralposition stabilisiert, während die zweite Person den Atemweg sichert. Anschließend sollte eine Zervikalstütze angelegt werden.

Die Leitlinie empfiehlt die initiale Gabe von 1 bis 2 Litern einer isotonen kristalloiden Lösung wie Ringer-Laktat oder physiologischer Kochsalzlösung. Im Anschluss wird die Verabreichung von Blutprodukten empfohlen.

Bei einem Glasgow Coma Scale (GCS) von unter 8 wird die Etablierung eines definitiven Atemwegs empfohlen. Die Leitlinie begründet dies mit den reduzierten Atemwegsreflexen und der fehlenden Schutzfunktion der Atemwege.

Es wird empfohlen, die Wunde sofort mit einem Verband abzudecken, der nur an drei Seiten fixiert wird. Die Leitlinie warnt davor, den Verband an allen vier Seiten abzukleben, da dies einen Spannungspneumothorax verursachen kann.

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Quelle: StatPearls: Trauma Primary Survey (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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