IQWiG2023Onkologie

Trastuzumab-Deruxtecan (HER2+ Magenkarzinom): Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung (A23-08) untersucht den Zusatznutzen von Trastuzumab-Deruxtecan. Das Medikament ist als Monotherapie für Erwachsene mit fortgeschrittenem HER2-positivem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) zugelassen. Voraussetzung ist eine vorherige Trastuzumab-basierte Therapie.

Die Bewertung unterscheidet zwei klinische Situationen. Fragestellung 1 betrifft Patienten in der Zweitlinientherapie. Fragestellung 2 richtet sich an Patienten ab der Drittlinientherapie, die bereits mindestens zwei Vortherapien erhalten haben.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat für beide Gruppen spezifische zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt. Für die Zweitlinie ist dies eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe, für die Drittlinie der Wirkstoff Trifluridin/Tipiracil.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Zweitlinientherapie (Fragestellung 1)

Für Patienten mit genau einer Trastuzumab-basierten Vortherapie legte der pharmazeutische Unternehmer die Studien DESTINY-Gastric01 und DESTINY-Gastric02 vor. Laut IQWiG sind diese Daten nicht zur Ableitung eines Zusatznutzens geeignet:

  • Die randomisierte Studie DESTINY-Gastric01 schloss ausschließlich Patienten ab der Drittlinie ein.

  • Die Studie DESTINY-Gastric02 ist einarmig und ermöglicht keinen Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

  • Ein Zusatznutzen ist für diese Patientengruppe somit nicht belegt.

Drittlinientherapie (Fragestellung 2)

Für Patienten mit mindestens zwei Vortherapien wurde vom G-BA Trifluridin/Tipiracil als Vergleichstherapie festgelegt. Die vorgelegte Evidenz wird vom IQWiG wie folgt bewertet:

  • In der Studie DESTINY-Gastric01 erhielten die Patienten im Kontrollarm Irinotecan oder Paclitaxel.

  • Die zwingend vorgegebene Vergleichstherapie Trifluridin/Tipiracil wurde somit nicht umgesetzt.

  • Aufgrund der fehlenden Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist ein Zusatznutzen auch für diese Gruppe nicht belegt.

Dosierung

Gemäß den im Bericht zitierten Vorgaben der Fachinformation wird folgende Dosierung empfohlen:

WirkstoffDosisZyklusIndikation
Trastuzumab-Deruxtecan6,4 mg/kg KG i.v.Alle 3 Wochen (21 Tage)HER2-positives Magenkarzinom

Die intravenöse Infusion wird bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Bei Nebenwirkungen kann laut Fachinformation eine Dosisreduktion erforderlich sein. Eine einmal reduzierte Dosis darf nicht wieder erhöht werden.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen aus der Fachinformation:

  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis: Es wird eine Überwachung auf Symptome wie Husten, Dyspnoe oder Fieber empfohlen. Bei Verdacht sollte eine CT-Untersuchung erfolgen.

  • Neutropenie: Vor jeder Dosis wird die Kontrolle des großen Blutbildes empfohlen.

  • Kardiotoxizität: Unter Anti-HER2-Therapien wurde eine Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) beobachtet. Eine regelmäßige echokardiografische Überwachung wird empfohlen.

  • Embryofetale Toxizität: Das Medikament kann den Fetus schädigen. Eine zuverlässige Empfängnisverhütung wird für Frauen (bis 7 Monate nach Therapieende) und Männer (bis 4 Monate nach Therapieende) empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt für die Praxis ist das Risiko einer interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) unter Trastuzumab-Deruxtecan. Laut Bericht wird bei Auftreten einer symptomatischer ILD ab Grad 2 ein sofortiger Beginn einer Kortikosteroidtherapie sowie ein dauerhaftes Absetzen des Medikaments empfohlen. Eine bloße Dosisreduktion ist in diesem Fall nicht ausreichend.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen weder für die Zweit- noch für die Drittlinientherapie belegt. Der Grund hierfür sind fehlende geeignete Studiendaten, die einen direkten Vergleich mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie erlauben.

Gemäß den im Bericht zitierten Vorgaben beträgt die Dosis 6,4 mg/kg Körpergewicht. Die Gabe erfolgt als intravenöse Infusion alle 3 Wochen.

Es wird empfohlen, Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Pneumonitis oder interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) zu überwachen. Bei Verdacht sollte laut Bericht umgehend eine CT-Untersuchung und bei Bestätigung ggf. eine Kortikosteroidgabe erfolgen.

Das Anwendungsgebiet umfasst Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positivem Magenkarzinom, die bereits ein Trastuzumab-basiertes Therapieschema erhalten haben. Die IQWiG-Bewertung unterscheidet dabei zwischen Patienten in der Zweitlinie und solchen ab der Drittlinie.

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Quelle: IQWiG A23-08: Trastuzumab-Deruxtecan (Magenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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