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Journal of Oral Rehabilitation2025NeurologieZahnmedizinRehabilitation

Zahnmedizin in der Schlaganfall-Reha (J Oral Rehabil)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Journal of Oral Rehabilitation Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Zahnmedizinische Interventionen in der subakuten Schlaganfall-Rehabilitation verbessern die orale Funktion signifikant.
  • Der Anteil schlecht sitzender Zahnprothesen konnte durch gezielte Behandlung von 63 % auf 7 % gesenkt werden.
  • Der Anteil der Patienten mit regulärer Normalkost stieg während des Klinikaufenthalts von 45,5 % auf 75,5 %.
  • Maximaler Zungendruck und Lippen-Zungen-Motorik verbesserten sich durch die Kombination aus zahnärztlicher und logopädischer Therapie in allen Patientengruppen.
  • Patienten, die von einer Dysphagie- auf eine Normalkost wechselten, zeigten signifikante Verbesserungen der maximalen Beißkraft und des Skelettmuskelmasse-Index (SMI).
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Hintergrund

Eine Dysphagie ist eine häufige und schwerwiegende Komplikation nach einem Schlaganfall. Sie beeinträchtigt die Nahrungsaufnahme, mindert die Lebensqualität und erhöht das Risiko für eine schlaganfallassoziierte Pneumonie (SAP). In der subakuten Rehabilitationsphase verschiebt sich das therapeutische Ziel von der reinen Pneumonieprävention hin zur Wiederherstellung der oralen Nahrungsaufnahme. Eine schlechte Mundgesundheit – bedingt durch mangelnde Hygiene, Karies oder schlecht sitzende Prothesen – kann die orale Dysfunktion jedoch verschärfen und die Erholung behindern.

Studiendesign und Patienten

In einer prospektiven Multicenter-Studie wurden 237 Patienten in der subakuten Phase nach einem Schlaganfall (Median: 26 Tage nach Ereignis, medianes Alter: 75 Jahre) untersucht. Die Patienten erhielten während ihres Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik neben der routinemäßigen logopädischen Dysphagie-Therapie auch zahnärztliche Behandlungen (Median: 7 Sitzungen).

Die Einteilung der Patienten erfolgte anhand der Functional Oral Intake Scale (FOIS):

GruppeFOIS-ScoreErnährungsform
DYS (Dysphagie-Kost)1-5Sondenernährung oder speziell angepasste Dysphagie-Kost
NML (Normalkost)6-7Reguläre orale Ernährung ohne spezielle Aufbereitung

Ergebnisse der zahnmedizinischen Intervention

Zahnmedizinische Behandlungen wurden bei 92,4 % der Patienten durchgeführt. Zu den häufigsten Maßnahmen zählten Parodontalbehandlungen, professionelle Mundpflege, Kariestherapie sowie die Anpassung oder Neuanfertigung von Prothesen.

  • Prothesensitz: Bei Aufnahme wiesen 63 % der Prothesenträger schlecht sitzende Prothesen auf. Dieser Anteil konnte bis zur Entlassung auf 7 % signifikant reduziert werden.
  • Ernährungsstatus: Zu Beginn der Rehabilitation erhielten 45,5 % der Patienten eine Normalkost. Bis zur Entlassung stieg dieser Anteil auf 75,5 %.

Verbesserung der oralen Funktion

Die orale Funktion wurde zu Beginn (Baseline) und vor der Entlassung (Follow-up) anhand verschiedener Parameter gemessen. Beide Gruppen (DYS und NML) zeigten signifikante Verbesserungen:

ParameterMessmethodeKlinisches Ergebnis
Maximaler Zungendruck (MTP)ZungendrucksondeSignifikante Verbesserung in beiden Gruppen (p < 0,02)
Lippen-Zungen-Motorik (LTMF)Silbenwiederholung (/pa/, /ta/, /ka/)Signifikante Verbesserung in beiden Gruppen (p < 0,02)
Maximale Beißkraft (MOF)DruckindikatorfolieSignifikante Verbesserung bei Patienten, die von Dysphagie- auf Normalkost wechselten
Mundgesundheit (OHAT)Oral Health Assessment ToolSignifikante Verbesserung der Gesamtpunktzahl, insb. bei Zähnen und Prothesen

Klinische Relevanz und Allgemeinzustand

Die Studie zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen der oralen Nahrungsaufnahme und dem physischen Allgemeinzustand. Patienten, die im Verlauf der Rehabilitation von einer Dysphagie-Kost auf eine Normalkost wechseln konnten (DYS-NML-Gruppe), verzeichneten als einzige Gruppe einen signifikanten Anstieg des Skelettmuskelmasse-Index (SMI).

Am Ende der Rehabilitation wiesen Patienten mit Normalkost signifikant bessere Werte für den SMI und die Handkraft auf als Patienten, die weiterhin auf Dysphagie-Kost angewiesen waren. Dies unterstreicht, dass die Wiederherstellung der Kaufunktion und der Übergang zur Normalkost essenziell sind, um einer Sarkopenie entgegenzuwirken und die allgemeine funktionelle Erholung zu fördern.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie bei Schlaganfall-Patienten in der Rehabilitation routinemäßig den Sitz von Zahnprothesen. Eine zahnärztliche Anpassung kann die Beißkraft und Kaufunktion entscheidend verbessern und den Übergang zur Normalkost erleichtern.

Häufig gestellte Fragen

Sie verbessert die Mundgesundheit (z. B. durch Anpassung schlecht sitzender Prothesen), steigert die orale Funktion und fördert den Übergang von Dysphagie- auf Normalkost.
Die Studie verwendet die Functional Oral Intake Scale (FOIS). Werte von 1-5 entsprechen einer Dysphagie-Kost oder Sondenernährung, Werte von 6-7 einer Normalkost.
Es zeigen sich signifikante Verbesserungen beim maximalen Zungendruck (MTP), der Lippen-Zungen-Motorik (LTMF) und der maximalen Beißkraft (MOF).
Patienten, die auf eine Normalkost wechseln konnten, zeigten signifikante Verbesserungen beim Skelettmuskelmasse-Index (SMI) und der Handkraft, was auf einen Schutz vor Sarkopenie hindeutet.

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