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Strahlentherapie bei CIED: Risikostratifizierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die gemeinsame Leitlinie der DEGRO und DGK thematisiert das Management von Patienten mit kardialen implantierten elektronischen Geräten (CIEDs) unter Strahlentherapie. Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl der Patienten, die sowohl eine Tumorbestrahlung als auch einen Herzschrittmacher (PM) oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) benötigen.

Ionisierende Strahlung kann zu vorübergehenden oder permanenten Schäden an den Geräten führen. Moderne CIEDs nutzen Halbleiterbauelemente (CMOS) und Arbeitsspeicher (RAM), die besonders anfällig für strahleninduzierte Defekte durch Streustrahlung und sekundäre Neutronen sind.

Mögliche klinische Konsequenzen reichen von einer veränderten Wahrnehmung (Sensing) über Batterieerschöpfung bis hin zum kompletten Funktionsverlust. Dies kann je nach kardialer Vorerkrankung lebensbedrohliche Folgen wie Asystolie, inadäquate Schockabgaben oder Kammerflimmern haben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Verwendung eines Magneten zur Deaktivierung der ICD-Schocktherapie sicherer sein kann als eine Umprogrammierung. Wird der Magnet entfernt, ist die Therapie bei Kammerflimmern sofort wieder aktiv, während ein umprogrammierter ICD nach der Sitzung versehentlich deaktiviert bleiben könnte. Es wird jedoch betont, dass das Personal die unterschiedliche Magnetfunktion bei Schrittmachern (asynchrone Stimulation) und ICDs (Deaktivierung der Schocktherapie) genau kennen muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gilt eine kumulative Streustrahlendosis von unter 2 Gy am Gerät als risikoarm. Es gibt jedoch keine absolute Schwellendosis, weshalb das Risiko immer individuell bewertet werden sollte.

Es wird empfohlen, die antitachyarrhythmische Therapie (Schockabgabe) des ICDs während der Bestrahlungssitzung zu pausieren. Dies verhindert eine inadäquate Schockabgabe durch strahleninduziertes Oversensing.

Die Leitlinie empfiehlt, die Photonenenergie auf 6 Megavolt (maximal 10 Megavolt) zu begrenzen. Höhere Energien erzeugen sekundäre Neutronen, die das Risiko für Speicherfehler im Gerät drastisch erhöhen.

Es werden Nachkontrollen des Geräts 1, 3 und 6 Monate nach der letzten Bestrahlung empfohlen. Die Leitlinie begründet dies mit dem Risiko für verspätet auftretende Geräteschäden.

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Quelle: DEGRO/DGK guideline for radiotherapy in patients with cardiac implantable electronic devices (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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