StatPearls2026

Wirbelkörperfraktur: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie behandelt die Ätiologie, Diagnostik und Therapie von Wirbelkörperfrakturen. Osteoporose wird als häufigste Ursache genannt, gefolgt von Traumata, Tumoren und Infektionen.

Schätzungen zufolge sind jährlich über 1,5 Millionen US-Amerikaner von osteoporotischen Kompressionsfrakturen betroffen. Traumatische Frakturen treten häufiger bei jüngeren Männern auf, wobei 50 % den thorakolumbalen Übergang betreffen.

Die Leitlinie betont, dass eine frühzeitige Erkennung entscheidend ist. Unbehandelte Frakturen können zu chronischen Schmerzen, kyphotischen Deformitäten und einer erhöhten Mortalität führen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Diagnostik

Laut Leitlinie gilt die Computertomografie (CT) als Goldstandard zur Beurteilung von Wirbelsäulenfrakturen. Sie ermöglicht die Beurteilung der Pathomorphologie in drei Ebenen.

Zusätzlich wird die Magnetresonanztomografie (MRT) empfohlen, um Weichteile, Bandscheiben und Bänder zu evaluieren. Zur Diagnose einer zugrundeliegenden Osteoporose wird eine DEXA-Messung herangezogen.

Klassifikationssysteme

Die Leitlinie beschreibt mehrere etablierte Scores zur Einteilung von Frakturen und zur Operationsindikation. Für die subaxiale Halswirbelsäule (C3-C7) wird der SLICS-Score (Subaxial Injury Classification and Severity Scale) verwendet.

KriteriumAusprägungPunkte
MorphologieKompression / Burst / Distraktion / Rotation1 / 2 / 3 / 4
Diskoligamentärer KomplexIntakt / Unbestimmt / Zerrissen0 / 1 / 2
Neurologischer StatusIntakt / Wurzel / Komplett / Inkomplett0 / 1 / 2 / 3 (+1 bei Kompression)

Für den thorakolumbalen Übergang wird der TLICS-Score (Thoracolumbar Injury Classification and Severity) herangezogen. Ein Score von 5 oder höher spricht laut Leitlinie stark für eine chirurgische Stabilisierung.

KriteriumAusprägungPunkte
MorphologieKompression/Burst / Distraktion / Translation1 / 2 / 3
Neurologischer StatusIntakt / Wurzel/Komplett / Inkomplett/Cauda0 / 2 / 3
Posteriorer BandkomplexIntakt / Verdacht auf Verletzung / Definitiv verletzt0 / 2 / 3

Konservative Therapie

Bei akuten osteoporotischen Kompressionsfrakturen nennt die Leitlinie folgende konservative Maßnahmen:

  • Analgesie mit Paracetamol, Ibuprofen oder Opioiden

  • Physiotherapie und Rehabilitationsprogramme

  • Bettruhe und gegebenenfalls der Einsatz von Orthesen zur Schmerzlinderung

Operative Therapie

Bei persistierenden Schmerzen oder Versagen der konservativen Therapie wird eine chirurgische Intervention beschrieben. Die Leitlinie diskutiert Vertebroplastie und Kyphoplastie, weist jedoch auf eine Cochrane-Review von 2018 hin, die den Nutzen der Vertebroplastie nicht eindeutig stützen konnte.

Andere zitierte Studien zeigen jedoch eine signifikant reduzierte Mortalität nach operativer Augmentation. Bei traumatischen Frakturen mit inkomplettem Querschnittsyndrom wird eine Dekompression innerhalb von 24 Stunden empfohlen.

Hämodynamisches Management

Bei Personen mit Rückenmarksverletzungen wird eine intensivmedizinische Überwachung empfohlen. Zur Vermeidung einer Hypotonie durch unzureichende sympathische Stimulation wird der Einsatz von Vasopressoren wie Noradrenalin oder Dopamin beschrieben.

Es wird ein mittlerer arterieller Druck (MAP) von über 85 mmHg für sieben Tage angestrebt. Dies dient der Aufrechterhaltung der spinalen Perfusion.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der unkritischen Langzeiteinnahme von NSAR aufgrund des Risikos für Magenulzera und gastrointestinale Blutungen. Ebenso wird auf die Gefahr von Bewusstseinsveränderungen und Abhängigkeit bei der Anwendung von Opioiden hingewiesen.

Bei der Kyphoplastie werden Zementleckagen, intradiskale Extravasation und Zementembolien als mögliche Komplikationen aufgeführt. Chirurgische Eingriffe bergen zudem das Risiko von Materialversagen und Wundinfektionen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird bei älteren Personen, die nach einem leichten Sturz oder Niedrigenergietrauma über akute Rückenschmerzen klagen, eine sofortige CT-Bildgebung zum Ausschluss einer Kompressionsfraktur empfohlen. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass bei jeder Fraktur, die sich durch das Foramen vertebrale erstreckt, eine CT-Angiografie (CTA) erfolgen sollte, um eine Verletzung der Arteria vertebralis auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie spricht bei traumatischen Frakturen ein SLICS- oder TLICS-Score von 5 oder höher stark für eine chirurgische Stabilisierung. Zudem wird bei inkompletten Rückenmarksverletzungen eine Operation innerhalb von 24 Stunden empfohlen.

Die Computertomografie (CT) wird in der Leitlinie als Goldstandard zur Beurteilung von Wirbelsäulenfrakturen bezeichnet. Die MRT wird ergänzend eingesetzt, um Bänder- und Weichteilverletzungen darzustellen.

Die Leitlinie empfiehlt, den mittleren arteriellen Druck (MAP) mithilfe von Vasopressoren für sieben Tage bei über 85 mmHg zu halten. Dies dient der Aufrechterhaltung der spinalen Perfusion und verhindert sekundäre Schäden.

Der Leitlinie zufolge werden Orthesen hauptsächlich zur Schmerzlinderung und für den Komfort eingesetzt. Es wird jedoch angemerkt, dass sie die spinale Stabilität wahrscheinlich nicht wesentlich beeinflussen.

Die Genant-Klassifikation bewertet den Höhenverlust des Wirbelkörpers. Grad 1 entspricht einem Höhenverlust von 20-25 %, Grad 2 von 25-40 % und Grad 3 einem schweren Verlust von über 40 %.

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Quelle: StatPearls: Vertebral Fracture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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