Terbinafin bei Onychomykose: StatPearls
Hintergrund
Terbinafin ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Allylamine. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wirkt es durch die nicht-kompetitive Hemmung des Enzyms Squalen-Epoxidase.
Dies führt zu einer intrazellulären Akkumulation von Squalen. Obwohl das Medikament nicht direkt fungizid wirkt, resultiert dieser Prozess letztendlich im Zelltod der Pilze.
Der Wirkstoff wird primär zur Behandlung von Dermatophyten-Infektionen eingesetzt. Die Clearance erfolgt sowohl über die Leber als auch über die Nieren.
Empfehlungen
Zugelassene Indikationen
Die Leitlinie beschreibt die FDA-Zulassung von Terbinafin für die durch Dermatophyten verursachte Onychomykose. Eine orale Therapie wird bei folgenden Kriterien empfohlen:
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Proximale subunguale Onychomykose
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Distale laterale subunguale Onychomykose mit Befall von über 50 % der Nagelplatte, Matrixbeteiligung und einer Nageldicke von mehr als zwei Millimetern
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Befall von drei oder mehr Nägeln
Off-Label-Anwendungen
Für die pädiatrische Onychomykose besteht keine FDA-Zulassung, jedoch wird der Wirkstoff von der British Association of Dermatologists als Erstlinientherapie empfohlen. Bei der Tinea capitis zeigt Terbinafin eine Überlegenheit gegenüber Griseofulvin, wenn die Infektion durch Trichophyton spp. verursacht wird.
Monitoring und Überwachung
Es existieren keine standardisierten Leitlinien für das Labormonitoring. Die FDA empfiehlt jedoch die Bestimmung der Serumtransaminasen vor Beginn der Therapie.
Da medikamenteninduzierte Leberschäden durchschnittlich nach knapp 30 Tagen und meist innerhalb von drei Monaten auftreten, wird eine Überwachung in diesem Zeitraum als sinnvoll erachtet. Zudem wird gelegentlich ein komplettes Blutbild zur Erkennung seltener Blutdyskrasien empfohlen.
Dosierung
Die Einnahme erfolgt oral und ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Folgende Dosierungsschemata werden im Text beschrieben:
| Indikation | Dosierung | Dauer | Zulassungsstatus |
|---|---|---|---|
| Onychomykose (Fingernägel) | 250 mg täglich | 6 Wochen | FDA-zugelassen |
| Onychomykose (Zehennägel) | 250 mg täglich | 12 Wochen | FDA-zugelassen |
| Onychomykose (Puls-Therapie) | 250 mg täglich (4 Wochen Einnahme, 4 Wochen Pause, 4 Wochen Einnahme) | Variabel | Off-Label |
Kontraindikationen
Kontraindikationen
Eine Therapie mit Terbinafin ist bei chronischer oder aktiver Lebererkrankung sowie bei einer bekannten Allergie gegen das Medikament kontraindiziert. In der Schwangerschaft (Kategorie B) und Stillzeit wird die systemische Anwendung nicht empfohlen.
Warnhinweise und Interaktionen
Terbinafin hemmt das hepatische Enzym CYP2D6, was zu zahlreichen Arzneimittelinteraktionen führt. Betroffen sind unter anderem Cimetidin, Fluconazol, Cyclosporin, Rifampicin, Coffein, Paroxetin, Codein, Metoprolol, Simvastatin, Nifedipin und Digoxin.
Es wird vor schweren Nebenwirkungen wie fulminantem Leberversagen, Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermaler Nekrolyse und der Entwicklung eines Lupus erythematodes gewarnt. Bei einem Anstieg der Leberenzyme auf das mehr als Zweifache des Normalwerts wird ein sofortiger Therapieabbruch gefordert.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis der Autoren betrifft die Hepatotoxizität, welche asymptomatisch verlaufen und nur durch eine Transaminasenerhöhung im Labor auffallen kann. Zudem wird betont, dass Geschmacksstörungen (Dysgeusie) unter der Therapie in seltenen Fällen schwerwiegend oder sogar dauerhaft bestehen bleiben können.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls beträgt die Therapiedauer bei einem Befall der Fingernägel sechs Wochen. Bei einer Onychomykose der Zehennägel wird eine Behandlungsdauer von bis zu zwölf Wochen empfohlen.
Die FDA empfiehlt die Bestimmung der Serumtransaminasen vor Beginn der Therapie. Da Leberschäden meist innerhalb der ersten drei Monate auftreten, wird eine Überwachung in diesem Zeitraum als sinnvoll erachtet.
Obwohl es sich um ein Medikament der Schwangerschaftskategorie B handelt, wird die systemische Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Als Alternative wird auf topische Präparate verwiesen.
Der Wirkstoff ist ein Inhibitor des Enzyms CYP2D6. Daher kommt es zu Interaktionen mit Medikamenten wie Metoprolol, Paroxetin, Codein, Simvastatin und vielen weiteren.
Die Anwendung ist zwar Off-Label, zeigt aber eine hohe Wirksamkeit. Besonders bei Infektionen durch Trichophyton-Arten wird eine Überlegenheit gegenüber Griseofulvin beschrieben.
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Quelle: StatPearls: Terbinafine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.