Sacubitril-Valsartan bei Herzinsuffizienz: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt Sacubitril-Valsartan als den ersten zugelassenen Vertreter der Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI). Das Medikament wird zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz eingesetzt.
Die Wirkung beruht auf einem dualen Mechanismus. Sacubitril hemmt das Enzym Neprilysin, was den Abbau natriuretischer Peptide verhindert und günstige kardiovaskuläre Effekte verlängert.
Valsartan blockiert als Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Da die Neprilysin-Hemmung zu einer Akkumulation von Angiotensin II führt, ist die Kombination mit Valsartan zwingend erforderlich.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von Sacubitril-Valsartan:
Indikationen
Laut Leitlinie wird das Medikament bei chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) der NYHA-Klassen II, III oder IV empfohlen. Es soll anstelle eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blockers (ARB) eingesetzt werden.
Zusätzlich wird der Einsatz bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) beschrieben. Auch bei pädiatrischen Patienten ab einem Jahr mit linksventrikulärer systolischer Dysfunktion ist die Therapie zugelassen.
Therapieumstellung und Kombinationen
Die Leitlinie betont, dass Patienten vor der Initiierung von Sacubitril-Valsartan einen ACE-Hemmer oder ARB toleriert haben müssen. Die Therapie erfolgt in Kombination mit anderen Standardmedikamenten der Herzinsuffizienz, wie Betablockern oder Aldosteron-Antagonisten.
Bei einem Wechsel von einem ACE-Hemmer auf Sacubitril-Valsartan wird eine Auswaschphase von 36 Stunden zwingend empfohlen. Dies dient der Minimierung des Angioödem-Risikos.
Monitoring
Es wird empfohlen, die klinischen Symptome, den Volumenstatus und das Gewicht regelmäßig zu überwachen. Da Sacubitril den Abbau von BNP hemmt, steigen die BNP-Werte unter der Therapie an und sind nicht mehr als Biomarker geeignet.
Stattdessen wird die Bestimmung von NT-proBNP empfohlen, wenn der Verdacht auf eine Exazerbation der Herzinsuffizienz besteht. Zudem wird eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion und der Serumkaliumwerte angeraten.
Dosierung
Sacubitril-Valsartan wird zweimal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Die Dosis kann alle 2 bis 4 Wochen verdoppelt werden, sofern sie toleriert wird.
| Patientengruppe | Startdosis (Sacubitril/Valsartan) | Zieldosis (Sacubitril/Valsartan) |
|---|---|---|
| Niedrige ACE-Hemmer/ARB-Dosis oder naiv | 24 mg / 26 mg zweimal täglich | 97 mg / 103 mg zweimal täglich |
| Moderate bis hohe ACE-Hemmer/ARB-Dosis | 49 mg / 51 mg zweimal täglich | 97 mg / 103 mg zweimal täglich |
| Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min) | 24 mg / 26 mg zweimal täglich | Nach Verträglichkeit hochtitrieren |
| Moderate Leberinsuffizienz (Child-Pugh B) | 24 mg / 26 mg zweimal täglich | Nach Verträglichkeit hochtitrieren |
| Kinder < 40 kg | 1,6 mg/kg zweimal täglich | 3,1 mg/kg zweimal täglich |
| Kinder 40 bis 50 kg | 24 mg / 26 mg zweimal täglich | 72 mg / 78 mg zweimal täglich |
| Kinder ≥ 50 kg | 49 mg / 51 mg zweimal täglich | 97 mg / 103 mg zweimal täglich |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Schwangerschaft: Es besteht eine Box-Warnung, da Medikamente, die auf das Renin-Angiotensin-System wirken, den Fötus schädigen oder töten können.
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Gleichzeitige ACE-Hemmer-Gabe: Kontraindiziert aufgrund eines erhöhten Angioödem-Risikos (36 Stunden Abstand erforderlich).
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Angioödem in der Anamnese: Kontraindiziert bei vorherigem Angioödem durch ACE-Hemmer oder ARB.
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Aliskiren-Gabe bei Diabetes mellitus: Kontraindiziert wegen erhöhter Gefahr für Hypotonie, Hyperkaliämie und Nierenversagen.
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Schwere Leberinsuffizienz: Bei Child-Pugh-Klasse C wird der Einsatz nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Fallstrick in der Praxis ist die Interpretation von Herzinsuffizienz-Biomarkern unter ARNI-Therapie. Da Sacubitril den Abbau von BNP hemmt, sind die BNP-Werte bei diesen Patienten medikamentös bedingt erhöht und nicht verwertbar. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, zur Beurteilung einer Herzinsuffizienz-Exazerbation ausschließlich NT-proBNP zu bestimmen, da dieser Wert nicht von Sacubitril beeinflusst wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine Auswaschphase von 36 Stunden zwingend erforderlich. Dies minimiert das Risiko für ein lebensbedrohliches Angioödem.
Bei einer eGFR unter 30 ml/min/1,73 m² wird eine reduzierte Startdosis empfohlen. Die Leitlinie rät zu Beginn zu 24 mg/26 mg zweimal täglich.
Die Leitlinie empfiehlt ausschließlich die Bestimmung von NT-proBNP. Reguläres BNP ist unter der Therapie künstlich erhöht und verliert seine Aussagekraft.
Nein, es besteht eine strenge Kontraindikation mit einer Box-Warnung. Die Therapie muss bei Feststellung einer Schwangerschaft sofort beendet werden, da fetale Schäden drohen.
Die Dosierung bei Kindern ab einem Jahr erfolgt laut Leitlinie gewichtsadaptiert. Bei einem Körpergewicht unter 40 kg wird beispielsweise mit 1,6 mg/kg zweimal täglich gestartet.
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Quelle: StatPearls: Sacubitril-Valsartan (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.