Rechtsherzhypertrophie (RVH): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Rechtsherzhypertrophie (RVH) als eine pathologische Zunahme der rechtsventrikulären Muskelmasse. Dies entsteht als maladaptive Reaktion auf eine chronische Druckbelastung des rechten Herzens.
Als häufigste Ursache wird eine chronische, schwere Lungenerkrankung genannt. Weitere Auslöser umfassen pulmonale Hypertonie, angeborene Herzfehler, Trikuspidalklappenerkrankungen sowie eine chronische Linksherzinsuffizienz.
Klinisch präsentiert sich die Erkrankung oft schleichend mit Symptomen einer Rechtsherzinsuffizienz. Dazu gehören Belastungsdyspnoe, periphere Ödeme, Synkopen und Schmerzen im rechten Oberbauch durch eine Leberstauung.
Empfehlungen
Diagnostik und EKG-Kriterien
Laut Leitlinie sind Elektrokardiographie (EKG) und Echokardiographie die primären diagnostischen Modalitäten. Folgende EKG-Veränderungen weisen auf eine RVH hin:
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Rechtslagetyp (Achse zwischen +90° und +180°)
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R-Zacke in Ableitung V1 größer als 6 mm
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R/S-Quotient in V1 größer als 1
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Inkompletter Rechtsschenkelblock
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ST-T-Wellen-Anomalien in den inferioren Ableitungen (Zeichen der Rechtsherzbelastung)
Bildgebung und Rechtsherzkatheter
In der Echokardiographie spricht eine rechtsventrikuläre Wanddicke von mehr als 5 mm für eine RVH. Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (CMR) wird als Goldstandard zur Beurteilung der RVH-Schwere genannt, falls die Echokardiographie nicht eindeutig ist.
Ein Rechtsherzkatheter wird empfohlen, um eine pulmonale Hypertonie zu bestätigen und die Hämodynamik exakt zu beurteilen. Die Diagnose gilt als gesichert, wenn der mittlere Pulmonalarteriendruck in Ruhe ≥ 25 mmHg beträgt.
WHO-Klassifikation der pulmonalen Hypertonie
Da die pulmonale Hypertonie eine Hauptursache der RVH ist, wird die Einteilung nach WHO-Gruppen herangezogen, um die Therapie zu steuern:
| WHO-Gruppe | Bezeichnung | Typische Ursachen |
|---|---|---|
| Gruppe 1 | Pulmonalarterielle Hypertonie (PAH) | Idiopathisch, erblich, medikamenteninduziert, Bindegewebserkrankungen |
| Gruppe 2 | Pulmonale Hypertonie bei Linksherzerkrankung | Systolische/diastolische Dysfunktion, Klappenerkrankungen |
| Gruppe 3 | Pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen | COPD, interstitielle Lungenerkrankung, Schlafapnoe |
| Gruppe 4 | Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) | Zustand nach Lungenembolie |
| Gruppe 5 | Pulmonale Hypertonie mit unklarem Mechanismus | Sarkoidose, hämatologische oder metabolische Störungen |
Medikamentöse Therapie
Die Behandlung richtet sich primär nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei pulmonaler Hypertonie wird eine Kombinationstherapie gegenüber einer Monotherapie bevorzugt.
Zum Einsatz kommen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Bosentan), Phosphodiesterase-Inhibitoren (z. B. Sildenafil) und Prostacyclin-Analoga. Bei Volumenüberladung und schwerer Trikuspidalinsuffizienz wird die Gabe von Schleifendiuretika empfohlen.
Aldosteronantagonisten bieten laut Leitlinie einen zusätzlichen Nutzen. Dies gilt insbesondere bei Vorliegen einer hepatischen Stauung und sekundärem Hyperaldosteronismus.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Rechtsherzhypertrophie im EKG durch andere Erkrankungen wie einen posterioren Myokardinfarkt oder ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom imitiert werden kann. Es wird betont, dass die rechtsventrikuläre Masse ein wichtiger prognostischer Marker ist, da eine Hypertrophie zeitlich vor der Dilatation und dem Rechtsherzversagen auftritt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie deuten ein Rechtslagetyp, eine R-Zacke in V1 über 6 mm sowie ein R/S-Quotient in V1 von über 1 auf eine Rechtsherzhypertrophie hin. Zudem können ST-T-Wellen-Veränderungen als Zeichen der Rechtsherzbelastung auftreten.
Die Leitlinie gibt an, dass die normale rechtsventrikuläre Wanddicke zwischen 3 und 5 mm liegt. Ein Wert von mehr als 5 mm in der Echokardiographie spricht für eine pathologische Hypertrophie.
Ein Rechtsherzkatheter wird zur Bestätigung einer pulmonalen Hypertonie eingesetzt, insbesondere wenn echokardiographische und klinische Befunde diskordant sind. Er sichert die Diagnose bei einem mittleren Pulmonalarteriendruck von mindestens 25 mmHg in Ruhe.
Die Therapie fokussiert sich auf die Grunderkrankung. Bei pulmonaler Hypertonie werden Kombinationstherapien aus Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, PDE-Inhibitoren und Prostacyclin-Analoga eingesetzt, während Volumenüberladungen mit Schleifendiuretika behandelt werden.
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Quelle: StatPearls: Right Ventricular Hypertrophy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.