StatPearls2026

Phencyclidin-Toxizität (PCP): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie behandelt die Toxizität von Phencyclidin (PCP), einem dissoziativen Anästhetikum, das häufig als Freizeitdroge missbraucht wird. PCP kann oral, intravenös, inhalativ oder durch Rauchen konsumiert werden.

Pharmakologisch wirkt PCP als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor und blockiert die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin. Dies führt zu einer Mischung aus zentralnervöser Stimulation und Depression.

Da PCP fettlöslich ist, kann es im Fettgewebe gespeichert werden. Laut Leitlinie kann dies zu rezidivierenden, fluktuierenden Symptomen führen, die noch Tage bis Monate nach dem ursprünglichen Konsum auftreten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Versorgung von PCP-Intoxikationen:

Klinische Präsentation

Die Leitlinie beschreibt ein breites Spektrum an Symptomen, das von Koma bis zu extremer Agitation und Psychose reicht.

Zu den typischen klinischen Befunden gehören:

  • Nystagmus (horizontal, vertikal oder rotierend)

  • Hypertonie und Tachykardie

  • Muskelrigidität, Krampfanfälle und Hyperthermie

Diagnostik

Es wird eine umfassende Evaluation empfohlen, da PCP-Spiegel im Serum oft nicht verfügbar sind.

Die empfohlene Basisdiagnostik umfasst:

  • Blutzuckermessung (Hypoglykämie in 22 % der Fälle)

  • Kreatinkinase (erhöht in 70 % der Fälle) und Urinuntersuchung auf Myoglobin

  • EKG zur Beurteilung von Überleitungsstörungen

  • Paracetamol- und Salicylat-Spiegel zum Ausschluss von Ko-Ingestionen

Ein Urin-Drogenscreening kann laut Leitlinie hilfreich sein, ist aber bei akuter Intoxikation oft eingeschränkt aussagekräftig. Falsch-positive Ergebnisse können durch Methadon, Ibuprofen, Venlafaxin oder Chlorpromazin entstehen.

Therapie

Die Behandlung erfolgt primär supportiv mit Sicherung der Atemwege, Atmung und Kreislauffunktion.

Eine gastrointestinale Dekontamination ist meist nicht erforderlich. Bei massiver Ingestion oder gefährlichen Ko-Ingestionen kann Aktivkohle innerhalb der ersten Stunde erwogen werden.

Für die chemische Sedierung bei Agitation, Hypertonie, Krampfanfällen und Hyperthermie sind Benzodiazepine die Therapie der ersten Wahl. Es wird empfohlen, betroffene Personen in einer ruhigen, abgedunkelten Umgebung unterzubringen.

Überwachung und Entlassung

Asymptomatische Personen sollten nach PCP-Konsum für mindestens 6 Stunden überwacht werden.

Bei milden Symptomen ist eine Entlassung 1 bis 2 Stunden nach vollständiger Symptomfreiheit möglich. Bei schweren Symptomen oder Komplikationen wird eine stationäre Überwachung empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die Akuttherapie der PCP-Toxizität. Bei den Benzodiazepinen können laut Leitlinie wiederholte Dosen alle 10 Minuten erforderlich sein, um eine adäquate Sedierung zu erreichen.

MedikamentDosierungIndikation
Aktivkohle1 g/kg (maximal 50 g)Massive Ingestion oder gefährliche Ko-Ingestion (innerhalb 1 Stunde)
Lorazepam2 bis 4 mg IV oder IMAgitation, Hypertonie, Krampfanfälle, Hyperthermie
Diazepam5 bis 10 mg IV oder IMAgitation, Hypertonie, Krampfanfälle, Hyperthermie
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, sich bei der Akutdiagnostik ausschließlich auf das Urin-Drogenscreening zu verlassen. Chronische Konsumenten können noch Wochen nach dem letzten Konsum positiv testen, während gängige Medikamente wie Ibuprofen oder Venlafaxin falsch-positive Ergebnisse verursachen können. Zudem wird betont, dass PCP fettlöslich ist und aus Lipidspeichern freigesetzt werden kann, was zu unerwarteten, rezidivierenden Symptomen führt.

Häufig gestellte Fragen

Die Halbwertszeit von PCP beträgt etwa 21 Stunden. Laut Leitlinie können die akuten Symptome je nach Dosis mehrere Stunden bis zu 48 Stunden anhalten.

Die Leitlinie empfiehlt Benzodiazepine als Therapie der ersten Wahl. Sie werden zur Behandlung von Agitation, Hypertonie, Krampfanfällen und Hyperthermie eingesetzt.

Eine routinemäßige Gabe wird nicht empfohlen. Aktivkohle sollte laut Leitlinie nur bei massiver Ingestion oder gefährlichen Begleitsubstanzen und streng innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme verabreicht werden.

Es wird auf ein hohes Risiko für Rhabdomyolyse, Krampfanfälle und Hypoglykämien hingewiesen. Auch schwere kardiovaskuläre und neurologische Ereignisse wie Myokardinfarkte oder intrakranielle Blutungen können auftreten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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