Nasenbeinfraktur-Reposition: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Nasenbeinfrakturen sind die häufigsten Gesichtsfrakturen und machen 40 bis 50 Prozent der Fälle aus. Sie entstehen meist durch körperliche Auseinandersetzungen, Stürze, Sportverletzungen oder Verkehrsunfälle.
Die Nase besteht aus knöchernen und knorpeligen Strukturen, die beide frakturieren können. Aufgrund der exponierten Lage im Gesicht ist die Nase besonders verletzungsanfällig.
Begleitend treten häufig Nasenbluten auf, meist aus dem Locus Kiesselbachi. Bei starken Gewalteinwirkungen können zusätzlich Frakturen der Orbita, der Nasennebenhöhlen oder der Lamina cribrosa vorliegen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Versorgung von Nasenbeinfrakturen:
Diagnostik
Laut Quelle wird die Diagnose einer Nasenbeinfraktur in der Regel rein klinisch gestellt. Konventionelle Röntgenaufnahmen werden als wenig aussagekräftig eingestuft und sind selten erforderlich.
Bei Verdacht auf Schädelhirntraumata, Schädelbasisfrakturen oder komplexe Gesichtsverletzungen wird eine Computertomographie (CT) empfohlen. Es wird geraten, bei der Untersuchung gezielt auf Septumhämatome und Liquorfisteln zu achten.
Klassifikation
Die Quelle teilt Nasentraumata nach Schweregrad in folgende Kategorien ein:
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
| Typ I | Verletzung beschränkt auf Weichteile |
| Typ IIa | Einfache, unilaterale, nicht dislozierte Fraktur |
| Typ IIb | Einfache, bilaterale, nicht dislozierte Fraktur |
| Typ III | Einfache, dislozierte Fraktur |
| Typ IV | Geschlossene Trümmerfraktur |
| Typ V | Offene Trümmerfraktur oder komplizierte Fraktur |
Therapie und Reposition
Nicht jede Nasenbeinfraktur erfordert eine Reposition. Wenn keine Deformität vorliegt oder die ästhetische Erscheinung für die betroffene Person unproblematisch ist, ist laut Quelle keine weitere Intervention nötig.
Für eine geschlossene Reposition wird ein Zeitfenster von 5 bis 7 Tagen nach dem Trauma als ideal beschrieben. In dieser Zeit kann die initiale Schwellung abklingen, was die Palpation und Manipulation der Knochenfragmente erleichtert.
Die Reposition sollte innerhalb von zwei Wochen nach der Verletzung erfolgen. Danach beginnen die Nasenbeine zu verknöchern, was eine spätere Manipulation erschwert und möglicherweise Osteotomien erforderlich macht.
Anästhesie
Für die meisten Frakturen der Typen IIa bis IV bei Erwachsenen wird eine Kombination aus topischer und lokaler Infiltrationsanästhesie als ausreichend beschrieben. Bei pädiatrischen oder unkooperativen Personen wird eine Vollnarkose empfohlen.
Management von Komplikationen
Ein Septumhämatom erfordert laut Quelle eine sofortige Entlastung. Ohne Drainage kann es zu Abszessbildung, Knorpelnekrose und einer Sattelnasendeformität kommen.
Bei Verdacht auf einen Liquoraustritt (klare Rhinorrhoe) wird die Bestätigung durch den Nachweis von Beta-2-Transferrin oder Beta-Trace-Protein im Sekret empfohlen.
Kontraindikationen
Die Quelle nennt folgende Kontraindikationen für eine geschlossene Reposition von Nasenbeinfrakturen:
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Schwerwiegende Trümmerfrakturen der Nasenbeine und des Septums
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Offene Septumfrakturen
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Frakturen, die sich erst 2 bis 3 Wochen oder später nach der ursprünglichen Verletzung vorstellen
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Nasenbeinfrakturen, die mit naso-orbito-ethmoidalen (NOE) oder Le-Fort-Frakturen einhergehen und eine offene Reposition erfordern
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Aspekt bei der Untersuchung von Nasentraumata ist der Ausschluss eines Septumhämatoms, da ein Übersehen zu Knorpelnekrosen und bleibenden Deformitäten führen kann. Zudem wird betont, dass eine geschlossene Reposition idealerweise erst nach 5 bis 7 Tagen erfolgen sollte, um das Abklingen der Weichteilschwellung abzuwarten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle ist der ideale Zeitpunkt für eine geschlossene Reposition 5 bis 7 Tage nach dem Trauma. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schwellung meist ausreichend abgeklungen, um eine präzise Manipulation zu ermöglichen.
Die Leitlinie stuft konventionelle Röntgenaufnahmen bei isolierten Nasenbeinfrakturen als wenig aussagekräftig ein. Die Diagnose wird in der Regel rein klinisch gestellt, während bei komplexeren Verletzungen ein CT empfohlen wird.
Ein Septumhämatom erfordert eine umgehende Entlastung durch Aspiration oder eine formelle chirurgische Drainage. Dies wird empfohlen, um Komplikationen wie Knorpelnekrosen oder eine Sattelnase zu vermeiden.
Bei Erwachsenen ist meist eine Kombination aus topischer und lokaler Infiltrationsanästhesie ausreichend. Bei Kindern oder unkooperativen Personen wird hingegen eine Vollnarkose empfohlen.
Die Knochenfragmente können sich bis zu 2 Wochen nach der Reposition noch verschieben. Eine vollständige knöcherne Heilung wird laut Quelle nach etwa sechs Wochen erreicht.
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Quelle: StatPearls: Nasal Fracture Reduction (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.