Mohs-Chirurgie & getunnelte Lappenplastik: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung (2026) beschreibt die Prinzipien der Mohs-Chirurgie zur gewebeschonenden Entfernung von Hautkrebs. Das Verfahren wird häufig bei Basalzellkarzinomen, Plattenepithelkarzinomen und Melanoma in situ eingesetzt.
Nach der Tumorexzision stellt der Verschluss des chirurgischen Defekts eine besondere Herausforderung dar. Für die Rekonstruktion stehen Optionen wie Sekundärheilung, linearer Verschluss, Hauttransplantate und Lappenplastiken zur Verfügung.
Getunnelte Lappenplastiken stellen eine spezielle Form der Interpolationslappen dar. Sie werden durch einen subkutanen Tunnel an den Defektort verlagert und bieten den Vorteil, dass sie meist als einzeitiger Eingriff durchgeführt werden können.
Empfehlungen
Die Leitlinie klassifiziert die verschiedenen Lappenplastiken anhand ihrer primären Gewebebewegung:
| Lappenart | Gewebebewegung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Rotationslappen | Rotation um einen Drehpunkt | Nutzt angrenzendes Gewebereservoir |
| Vorschublappen | Anhebung und Vorschub | Nutzt angrenzendes Gewebe |
| Transpositionslappen | Hebung über intakte Haut | Nutzt nahes Gewebereservoir |
| Interpolationslappen | Rotation über intakte Haut | Meist zweizeitig, robuster Gefäßstiel |
| Getunnelter Lappen | Verlagerung durch subkutanen Tunnel | Meist einzeitig, längerer Gefäßstiel |
Indikationsstellung
Getunnelte Lappenplastiken eignen sich besonders für große Defekte im zentralen Gesichtsbereich und an den Ohren. Sie werden empfohlen, um die Verzerrung anatomisch sensibler Strukturen wie Augenlider, Nase oder Lippen zu minimieren.
Im Vergleich zu Standard-Insel-Lappen bietet der längere Gefäßstiel eine größere Mobilität. Dies ermöglicht die Deckung größerer Defekte bei gleichzeitigem Erhalt der Gesichtssymmetrie.
Operationstechnik
Für das Überleben des Lappens wird eine ausreichende Stielbreite von etwa 10 bis 20 Millimetern zur Sicherstellung der Blutversorgung als essenziell beschrieben. Der unter dem Tunnel liegende Teil des Stiels wird in der Regel de-epithelialisiert.
Es wird betont, dass der Lappen beim Durchzug weder komprimiert, verdreht noch überdehnt werden darf. Eine Kompression kann die vaskuläre Perfusion behindern und zu Nekrosen führen.
Spezifische Lokalisationen
Für verschiedene Gesichtsregionen werden spezifische Techniken beschrieben:
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Bei Defekten der Nasenwurzel oder des medialen Kanthus kann ein Lappen aus der Glabellaregion verwendet werden.
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Für Defekte an Nasenspitze, Nasenrücken oder Nasenflügel wird ein Zugang aus der Nasolabialfalte beschrieben.
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Bei Defekten der Concha auricularis wird häufig ein prä- oder postaurikulärer Spenderbereich mit einem transkartilaginären Tunnel genutzt.
Interdisziplinäre Überweisung
Obwohl viele Eingriffe ambulant in Lokalanästhesie erfolgen, wird bei komplexen Befunden eine Überweisung an Spezialisten empfohlen.
Dies betrifft laut Text insbesondere ausgedehnte Augenliddefekte (Okuloplastik) und große Nasendefekte (HNO). Auch bei oraler Beteiligung (Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) oder totalen Ohrdefekten (Plastische Chirurgie) ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit indiziert.
Kontraindikationen
Der Text nennt spezifische Risikofaktoren und Warnhinweise, die den Erfolg der Lappenplastik gefährden. Ein übermäßig schmaler Stiel oder ein zu langer Gefäßstiel erhöhen das Risiko einer Lappen-Nekrose.
Rauchen und Diabetes mellitus werden als signifikante patientenspezifische Risikofaktoren für eine verminderte Durchblutung genannt. Es wird dringend empfohlen, dass Patienten vor dem Eingriff das Rauchen einstellen, um die Überlebensrate des Lappens zu optimieren.
Zudem wird vor unzureichender funktioneller Unterstützung gewarnt, wenn bei perinasalen oder aurikulären Lappen Knorpel entfernt wird. Dies kann zu Kontrakturen oder einem Kollaps der Strukturen führen.
💡Praxis-Tipp
Um den kosmetisch störenden "Trapdoor-Effekt" (eine Vorwölbung des Lappens über das Hautniveau) zu minimieren, wird eine Unterdimensionierung des Lappens um 20 bis 25 Prozent empfohlen. Zudem beschreibt der Text, dass eine schmale Basis, das Unterminieren der Wundränder sowie postoperative Massagen und intraläsionale Steroide dieses Risiko weiter senken können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie eignet sich diese Technik besonders für große Defekte im zentralen Gesichtsbereich und an den Ohren. Sie hilft, die Verzerrung wichtiger anatomischer Strukturen zu vermeiden und erfordert meist nur einen einzeitigen Eingriff.
Es wird empfohlen, den Lappen um 20 bis 25 Prozent kleiner als den Defekt zu dimensionieren und eine schmale Basis zu wählen. Zusätzlich können das Unterminieren der Wundränder, Massagen und intraläsionale Steroide helfen.
Zu den spezifischen Risiken zählen ein Ektropium bei periorbitalen Lappen und ein Eklabium bei perioralen Lappen. Zudem besteht das allgemeine Risiko einer Lappen-Nekrose, welches durch Rauchen oder Diabetes mellitus signifikant erhöht wird.
Für Defekte der Concha auricularis wird häufig Gewebe aus dem prä- oder postaurikulären Bereich entnommen. Der Gefäßstiel wird dabei oft durch einen transkartilaginären Tunnel (durch den Knorpel) geführt.
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Quelle: StatPearls: Mohs Micrographic Surgery: Design and Execution of Tunneled Flaps (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.